Vieles haette ich verstanden, wenn man es mir nicht erklaert haette

Schlechtwetter-Tief

... wenn Dich die fotografische Tristes packt ...

Manchmal verwundert es mich doch, welche Themen in der Fotoschule zu einem regen Austausch führen. Etwas in der Fotoschule verstreut, aber im Grunde mit demselben Ansatz, gibt es bereits die Themen

Motive finden, Ideen haben, Kreativ sein
Fotografisches Burn Out
Gewohnheitsblind
Das Offene Auge
Geduld und Muße - Entschleunigung



Was passiert, wenn Du das Gefühl hast, alles fotografiert zu haben?

Wie in den einzelnen Rubriken zu lesen ist, wird Dich das als Foto-Frischling kaum ereilen, da kannst Du gar nicht oft genug mit Deiner Kamera loslegen. Nach einer gewissen fotografischen Schaffenszeit kann dieses Thema aber sehr real werden. So real, dass nicht wenige Fotofans schlichtweg aufhören zu fotografieren und sich andere Hobbies zulegen. Das ist ein schleichender Prozess, der selten mit einem Paukenschlag geschieht: "So Leute, ich fotografiere jetzt nicht mehr..." Es ist eher ein Vergessen, die Kamera bleibt im Schrank, begleitet Dich selbst auf Urlaubsreisen nicht mehr: "Ach, was soll ich die klobige Kamera mitschleppen, sind ja eh dieselben Fotos jedes Jahr und Zeit dafür habe ich auch nicht. Surfe ich lieber an der Poolbar mit meinem iPad."

Andere Fotofans steigen nicht komplett aus, finden aber zu gewissen Jahreszeiten nichts fotografisch Stimulierendes. Es ist grau, schüttet seit Tagen, die Tage sind so kurz, dass man kaum bemerkt, ob es überhaupt richtig hell wurde. Es ist kalt, die klobige Kleidung und dicken Handschuhe tun ihr Übriges. Wenn es Dir im November oder Mitte Februar so ähnlich geht, steckst Du vermutlich noch nicht im fotografischen Burn Out, aber das Schlechtwetter-Tief zieht Dich fotografisch ganz schön runter.

Aber es gibt Hoffnung, sonst würde diese Rubrik ganz am Ende der Fotoschule als abschließendes Kapitel erscheinen und Deinen Weg durch die schöne Welt der Fotografie beenden...

Auch die Tropfen auf der Scheibe sind ein Fotomotiv

Auch die Tropfen auf der Scheibe sind ein Fotomotiv. Dafür musst Du noch nicht einmal das Haus verlassen.

Wie begegnest Du dem aufkommenden Frust am effektivsten?

Einen ersten Schritt bist Du bereits gegangen, Du liest in der Fotoschule. Dein Hobby kannst Du auch voran treiben, ohne ständig zu fotografieren. Auch die Theorie und das aktive Beschäftigen mit den Themen der Fotografie bringt Dir neuen Elan. Bestimmt wirst Du in der Fotoschule das eine oder andere Thema entdecken, das Dich begeistert, anregt, animiert etwas auszuprobieren oder ganz anders zu sehen. Das prickelt mit der Zeit derart, dass Du automatisch wieder zur Kamera greifst.

Hol Dir eine Fotozeitung, schau, was es an Neuigkeiten gibt. Die musst Du nicht kaufen (Du kennst ja inzwischen meine Meinung zum Geräte- und Objektivsammel-Hype), aber sie können Dich zu Überlegungen bringen, wie Du das eine oder andere mit Deiner Ausrüstung umsetzen könntest. Du musst kein kamerainternes
HDR haben, um HDR-Fotografien anzufertigen. Mach doch einfach mal welche, mit Deiner Kamera. Kamerainterner Dynamikausgleich per DRO? Schon mal drüber nachgedacht, dass jedes halbwegs brauchbares Bildbearbeitungsprogramm die nötigen Einstellungen mitbringt und Du sie vielleicht noch nie genutzt hast? Darüber nachdenken wirst Du aber erst nach einem Impuls, sei es eine Fotozeitung, ein Fotobuch oder Die Fotoschule. Und dann haben wir ja noch das grenzenlose Internet, vollgestopft mit Fotos, Tipps und Ideen. Schau Dir Fotos anderer Fotofans an und überlege, ob das auch was für Dich sein könnte.

All das geht im strömenden Regen bei 3 Grad und grauem Himmel bequem auf dem Sofa mit dem Tablet oder der Zeitung in der Hand.

Das Buch der Fotoschule

Der zweite Schritt beginnt beim Sofa.
Du hast keinen Bock rauszugehen und somit kannst Du nicht fotografieren.

Was für ein Trugschluss.

Du kannst Deine Wohnung zum
improvisierten Studio umkrempeln, Makrofotografien auf dem Küchentisch realisieren, Portraits Deiner Familie fotografieren, den Papagei auf dem Käfig oder Deinen faulen Hund im Korb in Großaufnahme aufnehmen. Was ist mit den Blüten der viertriebigen Orchidee, mit den Ü-Ei-Figuren, dem tropfenden Wasserhahn und der vollgeregneten Fensterscheibe? Deine Mikrowelt rund ums Sofa strotzt nur so vor Motiven, die Du bei schönem Wetter alle links liegen lässt.

Jetzt ist die perfekte Zeit dafür.

Werde ein Freund der Fotoschule

 Der dritte Schritt geht zur Abwechslung mal nach draußen. Du kennst sicher die Rubrik Schönwetter-Fotografie, darum will ich mich hier nicht wiederholen. Regen, Nebel, Wolkentürme am Himmel, Spiegelungen in den Pfützen und monochromes Licht sind willkommene Bedingungen, wenn Du bereit bist, die Chancen zu nutzen. Ein gespenstisch wirkendes Nebelfoto im nahen Oberbruttenscheider Wald wird Dir bei Sonnenschein, klarer Luft und strahlend blauem Himmel nicht gelingen.

Überwinde den inneren Schweinehund und plane genug Zeit für Deine Foto-Tour ein. Diese Planung beginnt mit der richtigen Kleidung, die Dich nicht nach fünf Minuten schon vor Kälte zittern lässt und keinen Schutz gegen den Regen bietet. Genug Zeit solltest Du übrigens immer einplanen, wenn Du bewusst und aktiv auf Foto-Tour gehen willst (
siehe Geduld und Muße). Vielleicht opferst Du ja mal die vierte Wiederholung Deiner Lieblingsserie im Fernsehen Deiner fotografischen Schaffenskraft?

Im Frühnebel an der Ostsee

Im Frühnebel an der Ostsee (1982 analog mit einer Minolta SR-T und 50mm Normalobjektiv auf Diafilm mit Softfilter).
Weitere Fotos gibt´s zu sehen in der
Digital Fotogalerie Rubrik Ostseeküste

Schritt Vier ist kein reiner Schlechtwetter-Tief-Tipp, sondern auch zu allen anderen Zeiten eine prima Idee für einen “fotografischen Neublick". Schraub das Zoom ab und nimm die Festbrennweite, welche Du auch immer hast. Ganz egal, ob es "nur" ein Tele ist oder das klassische Normalobjektiv. Oder zwinge Dich, Dein Zoom auf 50mm zu stellen und nicht daran zu drehen. Zieh derart "eingeschränkt und festgelegt" los und suche nach fotografischen Möglichkeiten. Du wirst Dich wundern, wie sich Deine Motiv-Wahrnehmung automatisch verändert und was alles ins Raster passt. Und Du glaubst gar nicht, was Du auf einmal in Bewegung kommst...

Vielleicht hast Du Dich, wie viele andere Fotofans auch, noch nicht von Deiner analogen Ausrüstung getrennt. Mach´s doch mal wieder ganz puristisch mit einem Schwarzfilm, 36 Aufnahmen und manueller Steuerung. Du kannst Dir sicher sein, da kommt einiges an längst verlorenem Foto-Feeling wieder hoch; selbst im Nebel zwischen den Pfützen.

Auch auf Korfu kann es regnen

Es schüttete aus Kübeln und das auf Korfu im Sommer...
Auf Korfu entstand eine ganze Reihe an Fotos, die ich lediglich mit der Standardbrennweite 50mm aufgenommen habe. Übrigens meistens bei Sonne, glücklicherweise waren die Monsterwolken genauso schnell wieder weg, wie sie kamen. Die Festbrennweiten-Fotografie macht ungeheuer Spaß, denn Du bist echt gezwungen, als bequemer “Zoomer” richtig umzudenken...

Der fünfte Schritt findet wieder bei angenehmen 20 Grad in den heimischen Wänden statt:

Fotowust-Durchwälzung.

Schau Dir Deine Fotos der letzten zwölf Monate an, bring sie in eine für Dich angenehme Ordnung (das muss nicht chronologisch sein, das geht auch nach Farben, Orten und Personen) und such die TOP 20 raus. Von denen lässt Du Dir Abzüge machen, ruhig etwas größer (also nicht gleich Riesenposter, aber auch keine 9x13 Prints).

Wenn Du sie hast, zeig sie rum. Leg sie Deiner Frau (Deinem Mann), Deinen Freunden und Freundinnen und je nach Art und Motiv Deinem engen Arbeitskollegen hin. Das sind Deine Werke und Du wirst schnell einen triumphierenden Stolz empfinden, wenn ein paar der Fotos richtig ankommen. Den Effekt erlebst Du per Fingerwisch auf dem Smartphone nicht, auch nicht wenn Du ein
"Bügelbrett-Smartphone" haben solltest. Für deine Meisterwerke der letzten zwölf Monate holst Du Dir eine ansprechende Mappe, in denen sie liegen (und keinen braunen DIN-A4-Plus-Umschlag).

Alternativ könntest Du ein
Fotobuch gestalten, in ansprechender Größe, lediglich mit Deinen TOP 20 - Fotos und schönem Buchrücken. Auch das zeigst Du rum, Deine Fotografien der letzten 12 Monate!

Tipps zu Fotobüchern findest Du per Klick auf das Foto

Ein typisches Fotobuch in den Maßen 25x23cm, das es Dir ermöglicht, Deine schönsten Fotografien ansprechend groß darzustellen. Auf einen unruhigen Hintergrund und aufwendige Bildumrahmungen wurde hier bewusst verzichtet. Es sollten lediglich die Bilder “sprechen”, daher hat jede Seite einen schwarzen Hintergrund und jedes Foto einen kleinen weißen Rand. Die Ausführung des Fotobuches ist ein aus Leinen gebundenes Hardcover mit einem kleinen Fenster auf der Umschlagseite, das ein Bild darin durchschimmern lässt.

Schritt Sechs beginnt ebenfalls am Blechotto. Beschäftige Dich mit Deinem Bildbearbeitungsprogramm. Bearbeite in Ruhe einige Deiner schönsten Fotos. Probiere aus, was Du verändern könntest, vielleicht ergibt sich eine Themen-Collage (z.B. vom letzten Urlaub), eine Schwarzweiß-Serie, eine Fotomontage oder Retuschierung der Hochspannungsleitung über der bunt blühenden Blumenwiese aus dem Frühling. Setz Dich bewusst mit Deinen Fotos auseinander und versuche, sie aufzuwerten und nicht kaputt zu bearbeiten. Vielleicht ist das auch die richtige Zeit über eine funktionierende Datensicherung nachzudenken...

Möglicherweise fragst Du Dich, warum Du Dich mit Deinen vorhandenen Fotos beschäftigen sollst, wenn es Dir doch eigentlich darum
geht, Deine Foto-Antriebslust in den Griff zu bekommen?

Das liegt ganz nah beieinander. Digital fotografieren bedeutet leider immer mehr sinnlos draufzuhalten. Da werden die neuen
iPhone-Kameras damit beworben, dass sie im Burst-Mode Hunderte Fotos in wenigen Sekunden schießen können, Deine DSLR rattert gute sechs Bilder durch, die Speicherkarten sind grenzenlos und Deine Fotografiergewohnheiten verändern sich allmählich in diese Richtung. Drauf halten, besser zehn als zwei Fotos von demselben Motiv aufnehmen und mit dem immensen Fotodaten-Wust geht alles in einem Brei auf der Speicherkarte unter. Oft hast Du schon keine Lust mehr, die Fotos nach einem Urlaub überhaupt noch alle anzuschauen und die Kamera wandert mitsamt der prall gefüllten Speicherkarte in den Schrank.

Fotografiert für faule Nüsse.

Genau den Wust nimmst Du Dir vor und pickst die besonderen Bilder raus. Dann kannst Du Dich wieder freuen über das, was Du eigentlich beim Hochnehmen Deiner Kamera vorhattest: ein Bild zu fotografieren.

Wo Du gerade vor dem Monitor sitzt:
mach doch mal einen animierten Fotofilm mit schönen Übergängen und ansprechenden Effekten. Vertone ihn mit Deiner Lieblingsmusik, oder den Liedern, die Du beispielsweise im Urlaub ständig hörtest (wenn es ein Urlaubs-Foto-Film werden soll).

Das macht Spaß und nebenbei Lust auf neue Fotos.

Weststrand bei Prerow am Darß

Viel habe ich hier nicht nachbearbeitet, lediglich den Rest der ohnehin kaum noch vorhandenen Farben ersetzt mit einem leichten Sepiaton.
Das Bild entstand nahe des
Darßer Ortes bei Prerow in MVP an der deutschen Ostseeküste. Es stürmte, der Sand peitschte unangenehm, fast schmerzhaft im Gesicht und trotz Outdoorkleidung war mir ar...kalt!

 Der siebte Schritt ist mit etwas Vorsicht und innerer Distanz zu verstehen:

nutze das Internet.

Beteilige Dich an Foto-Diskussionen, trete einer Fotogruppe bei Facebook oder einer Online-Community bei und hole Dir über diesen Weg neue Impulse. Wenn Du selber Fotos posten möchtest, solltest Du immer abwägen, dass
nicht jede hinterlassene Kritik anderer Nutzer auch eine konstruktive Kritik sein muss. Die Motivation vieler Kritiker ist vielschichtig und leider häufig von eigenen Stimmungen
getrieben. Das kann Dich schnell sehr belasten, wenn Dein Foto durch eine Art Rudelführer von allen nachfolgend Schreibenden in gleicher Art und Weise niedergemacht wird. Das mag dem wirklichen Wert Deines Fotos ganz und gar nicht entsprechen. Ein guter Weg ist es, sich einer neuen Gruppe anfangs passiv zu nähern und zu schauen, wie dort vorgegangen wird. Im Zweifel solltest Du Dir lieber einen anderen Ort im Web suchen, um Dich auszutauschen. Das gilt im besonderen Maße für die unzähligen Foren.
Es ist aber nicht überall so und mit etwas Umsicht findest Du eine zu Dir passende Gruppe.

Die Fanseite der Fotoschule bei Facebook

Auf der Fanseite der Fotoschule bei Facebook tauschen sich viele Fotofans untereinander aus.
Du kannst anonym und unerkannt einfach reinschnuppern, oder Dich aktiv an Themen beteiligen,
die Dich interessieren.

 Der achte Schritt greift die eher anonyme Form des aktiven Austausches mit Gleichgesinnten im Internet auf:

besuche eine "echte" Fotogruppe in der Nähe Deines Ortes.

Hier gelten zwar dieselben "Vorsichtsmaßnahmen", wie zur Internetgruppe geraten, aber im echten Leben mit Sichtkontakt, Auge in Auge, wirst Du deutlich schneller hinter die Fassaden blicken. Ist so eine Gruppe vereinstechnisch organisiert, stell Dir frühzeitig die Frage, ob Du den einhergehenden regelmäßigen Verpflichtungen auch wirklich nachkommen willst und zeitlich kannst.

Der einfachere Weg ist
der neunte Schritt, ein Fotofreund (männlich wie weiblich).
Gibt es in Deinem realen Umfeld einen ebenso fotobegeisterten Menschen, mit dem Du Dich einfach mal unverbindlich zur Foto-Tour verabreden kannst? Du wirst Dich wundern, wie viele Leutchen fotografieren (damit meine ich nicht die Horden an Tante Gertis mit ihren Knips-Knaps-Kisten und Smartphone-Foto-Sammel-Facebook-Postern). Manchmal ist es nur die eine Frage nach einem gemeinsamen Ausflug an den See im Oberbruttenscheider Wald, der eine zarte Foto-Freundschaft keimen lässt. Und zu Zweit lässt sich das Schlechtwetter-Tief viel besser ertragen. Deine Foto-Freundschaft könnte Dir mit der Kamera in der Hand vor der Tür den fehlenden Kick geben, doch einen Schritt bei null Grad nach draußen zu wagen.

Und die Belohnung siehst Du dann später auf der Speicherkarte Deiner Kamera.




Der Zehnte Schritt greift auch das Feld der Kommunikation unter Fotofans auf. Oft ist es der eine Anstoß aus einem Gespräch, einer Online-Konversation oder einer Email, der Dich in andere Richtungen denken lässt.

Ein Beispiel:
in der
Digital-Fotogalerie habe ich zahllose Webalben und Fotoseiten mit meinen Fotos online. Zu Beginn der Schlechtwetter-Zeit schrieb mir Fotofan Michael eine Email:

Atzeichen

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Von: Michael Woellner >> michael.woellner@gmail.com <<
Gesendet: Freitag, 29. November 2013
An: Die Fotoschule

Betreff: Rügen-Fotos

Hi Ralfonso,
danke für den Downloadlink zum Buch. Du warst fleißig. Kompliment. Ich lese immer wieder gern im Buch.
In Deiner Online-Galerie habe ich mir Deine Rügen-Bilder angesehen. Ich war im Sommer diesen Jahres auf Rügen im Urlaub. In Sellin. Du kannst Dich an Deinen Besuch dort erinnern?
Hier eine Gedankenstütze:

http://www.ralfonso.de/ruegen/1999/slides/Ruegen_Die_Fotoschule_017.html

Es hat sich im letzten Jahrzehnt viel verändert. Im Anhang ein paar Eindrücke von mir. Vielleicht erkennst Du das "Sonneck" (Siehe Link zur Fotogalerie) wieder.

Viele Grüße aus Kronach.

Micha
 

.

 

 

 

 

 

 


 

 





 

Ich erkannte tatsächlich einige Punkte wieder und begann sogleich, meine alten Rügen-Fotos aus 1999 den aktuellen Versionen
zuzuordnen. Es begann ein kräftiges Gesuche und parallel folgten einige Emails mit Micha. Auf diese Weise habe ich eine ganze Zeit lang das Wetter draußen vergessen und mich obendrein mit Fotografien beschäftigt, die ich schon seit Jahren eigentlich "vergessen" hatte. Ich wollte anfangs eine ergänzende Rubrik "alt vs. neu" daraus basteln und war voller Ideen und Tatendrang. Solche Impulse bekommst Du nur von außen durch Kommunikation. Es ist heutzutage zweitrangig, ob es immer die "echte" Kommunikation mit einem realen
Gegenüber, oder eine enge Email-, Chat-, oder Whatsapp- Kommunikation ist. Im Grunde ist es immer nur wichtig, dass Du sie überhaupt führst, denn nur dann hast Du die Chance, neue Impulse für Dein Foto-Loch zu erhalten.

Die Rügen-Vergleichsseite ist leider nichts geworden, da sich vor Jahren die Steuerdateien für die Webgalerie bei einem Computer-Crash (ja, ja, wer sichert, hat mehr von seinen Daten...) in ihre Bits und Bytes verflüchtigt haben. Aber ungefähr so hätte es aussehen können und das alles nur durch einen Zufall und der Kommunikation mit einem anderen Fotofan:

Ruegen 1999

Fotofan Micha schreibt in seiner Email zu den Fotos:
“Ja, Sellin hat seinen Charme als Ostseebad wieder. Das ist das Haus "Sonneck" heute. Viele der Villen beherbergen im Erdgeschoss Geschäfte oder Restaurants. Im Sonneck befindet sich z.B. das "Grand Café Italiano", oder im "Haus am Meer" findet man das Restaurant "Störtebecker".”

Abgesehen von den Veränderungen auf Rügen in den letzten Jahrzehnten, meine Fotos entstanden 1999, gefällt mir an der ganzen Sache der Vergleich “damals zu heute”. Wenn das kein Grund ist, seine alten Schätzchen wieder rauszukramen. Vielleicht hast Du auch noch alte Fotos eines Ortes, einer Gegend oder Deiner Lieblingsstätten? Oder einige Erbstücke der ergrauten Leutchen in Deinem Umfeld? Zieh los und schieß aktuelle Versionen davon, stell Dich da hin, wo das Bild seinerzeit entstanden sein könnte. Später machst Du es so, wie ich:
Du setzt alt gegen neu.

Hier noch ein paar weitere schöne Beispiele, auch wenn die Orte nicht hundertprozentig von der Perspektive passen:

Ruegen 1999
Ruegen 1999
Ruegen 1999

Im Grunde könntest Du es noch weiter ausdehnen und alte Postkarten Deines Ortes raussuchen und schauen, was von dem Gezeigten heute noch zu sehen ist. Und das bei gutem, wie bei schlechtem Wetter.




Der elfte Schritt ist das Betreten von Neuland. Natürlich fotografisch gesehen und eher in Deinem kreativen Kopfbereich, als mit den Füßen und dem Visum in der Hand.

Experimentiere!

Probier doch mal was aus!
Dafür habe ich eigens
eine Rubrik geschrieben mit unterschiedlichsten Ideen. Vielleicht ist da was bei, das Dich loslegen lässt. Entweder Du versuchst es genauso zu machen, oder Du leitest daraus eine eigene Idee ab. Auf jeden Fall etwas, das Du vorher nie gemacht hättest. Und schon bist Du raus, aus dem Schlechtwetter-Tief.
Die Fotografie lebt von Ideen, auch von Deinen.

 Ein im Diarahmen gefasstes Stück schwarzes Negativ über die flackernde Kerze gehalten und leicht angekokelt, sieht beispielsweise so aus:

Aus der Rubrik Experimente

Hol Dir eine Glaskugel und entdecke Dein Umfeld neu, in der kleinen Welt innerhalb der Kugel. Fotofan Margit hat hier zwar bei schönstem Sonnenschein fotografiert, aber dunkle Wolkengebilde und verschleierte Landschaften wirken im Inneren der Kugel und im Zusammenspiel mit der realen Umgebung ebenso spannend.

Aus der Rubrik Glaskugel-Fotografie

Fotofan Jürgen schreibt der Fotoschule zu seinem nachfolgenden Foto:

“Anbei ein Bild im Dunkeln. Das Licht habe ich mit kurzen Lichtintervallen aus einer abgeklebten Taschenlampe erzeugt.
Brennweite 19 mm, f22, 30,9 sec.”

Auch das ist eine Idee, die Du in den eigenen vier Wänden, bei tosenden Regenfällen draußen, in Ruhe umsetzen kannst. Wenn Du nach weiteren Tipps zur Taschenlampen-Fotografie suchst, dann schau mal
hier rein.

Juergen Lorenzen  --  jlo.seebaer@web.de

Der zwölfte Schritt ist nicht neu und als Fan der Fotoschule kannst Du es bestimmt schon singen, manch ein begabtes Kerlchen sogar tanzen:

keine Kamera, kein Foto.

Gewöhn Dir an, nicht ohne Kamera das Haus zu verlassen. Der Tipp gilt umso mehr in der Schlechtwetter-Zeit. Je weiter Du Dich von Deinem Hobby entfernst, umso weniger entdeckst Du die vielen Motive um Dich herum. Die "Immer-Dabei-Kamera" habe ich in der Fotoschule an vielen Stellen beschrieben, die beste Anti-Depri-Kamera ist die kleine Linse in Deinem Smartphone (wenn das nicht aus der Steinzeit stammen sollte). Zieh es öfters aus der Jackentasche und fotografiere. Wichtig ist, dass Du Dein Foto-Feeling nicht auf der Strecke lässt und dem kannst Du mit dem Fototelefon effektiv begegnen. Meistens setzt nach einer gewissen Zeit wieder der Wunsch nach dem richtigen Handwerkszeug ein und Du bist raus aus Deinem Tief.

Am Hafen

Aus der Webgalerie “Hamburg mit dem iPhone entdecken.”
Das Wetter war glücklicherweise kein Depri-Wetter, wenn auch die Wolken schon recht bedrohlich aussahen. Meinen Hamburg-Ausflug gestaltete ich bewusst nur mit der iPhone-Kamera, denn ich wollte sehen, was alles geht, wenn ich keine weiteren Möglichkeiten habe (DSLR-Ausrüstung etc.).

Der dreizehnte Schritt ist etwas umfangreicher und bedarf zumindest anfangs einer gewissen Planung.
Es ist das
"100-Tage-Projekt" und setzt ebenfalls darauf auf, dass Du immer eine Kamera bei Dir hast. Hier geht es natürlich auch um die Fotografie, aber nicht so sehr um das besonders gelungene Vorzeigefoto, sondern eher um das Bild als Dokumentation und Erinnerung. Daher ist es zweitrangig, was Dein Fotohandwerkszeug ist, sondern entscheidender, dass Du es sofort parat hast. Nötigenfalls kann das auch das Smartphone Deines Freundes oder die Cam im Tablet sein.

Der Ablauf ist simpel und kann Dir generell auch in anderen schwierigen Lebenslagen helfen (man beachte, jetzt wird Die Fotoschule Dein psychologischer Lebensberater). Über 100 Tage hältst Du Dein schönstes Erlebnis, den schönsten Moment oder die positivste Begebenheit des jeweiligen Tages in einem Foto fest. Wenn Du bereit bist, einen kleinen Mehraufwand zu betreiben, notierst Du Dir zusätzlich zum Foto ein paar kurze Zeilen zu Deinen Gedanken und Empfindungen. Wenn es "nur" eine "100-Foto-Sammlung" werden soll, hilft Dir das kostenlose Albumprogramm namens
Picasa dabei, die Bilder chronologisch und gegebenenfalls mit GPS-Orts-Tags in der richtigen Reihenfolge zu halten. Entscheidest Du Dich für die "Mit-Text-Variante" ist das Freeware-Notizprogramm namens Evernote gut geeignet dafür. Letzteres ist auch als sich synchronisierende App auf Deinen mobilen Geräten verfügbar.

Was ist der Sinn dahinter?

Das ist auch wieder simpel. Einerseits nehmen wir heutzutage immer weniger die kleinen schönen Begebenheiten des Alltags wahr und fiebern stumpf irgendwelchen bombastischen Highlights entgegen; die aber meistens ausbleiben.

Resultat:

Frust. Alltag, Tristes, Antriebslosigkeit, "allen Anderen geht es besser", Unzufriedenheit und letztlich eine schleichende Lebensunlust macht sich breit. Du wirst unmotiviert, konsumierst Schwachsinns-TV-Serien, triffst Dich mit keinem mehr und beneidest die Facebook-Poster, die alle so dolle Sachen erleben. Ach ja, da war doch noch was? Genau, das Andererseits...

Andererseits bist Du ja im Schlechtwetter-Tief und fotografierst nicht mehr.
Vielleicht fotografierst Du auch deshalb nicht mehr, weil es in Deinem Leben immer nur trist ist. Die Anderen fotografieren schließlich die schönsten Stellen der Welt in unglaublicher Qualität und das am laufenden Band.

Du nicht.


Das wirklich Große liegt aber im Kleinen.

Mit dem "100-Tage-Projekt" wirst Du ganz sicher keine fotografischen Bollwerke erschaffen, aber es wird Dir eine sehr viel tiefere Erkenntnis bringen: Dein Leben hat jeden Tag ein kleines Highlight für Dich parat. Mit Deinem Foto verhaftest Du es und kannst es in Deinem eigenen Indizien-Prozess als Beweismittel sehen. Und am Ende bestätigen Dir 100 Fotos, dass die letzten 100 Tage voller kleiner schöner Dinge waren. Dinge, von denen Dir ansonsten keine fünf auf Anhieb einfallen würden.

Der Nebeneffekt ist, dass Du jeden Tag zumindest einmal das Thema Fotografie aktiv auf dem Plan hast. Und ebenfalls ganz nebenbei wirst Du bei so manchem schönen Moment grübeln, wie Du ihn fotografisch passend festhalten kannst. Auch wenn es nicht vordergründig um das perfekte Foto geht, wirst Du doch Dein Wissen rund um die Fotografie einbringen müssen, damit Dein Bild vom Moment des Tages aussagekräftig rüberkommt. Du spürst schnell, dass die jeweils zur Verfügung stehende Kamera Dein Handwerkszeug für eine andere höhergestellte Sache geworden ist. Und genau das ist im Grunde in der Fotografie immer so.

Als Tipp empfehle ich Dir für so ein Vorhaben grundsätzlich ein gutes Smartphone immer dabei zu haben (gegebenenfalls plus Notiz-App. a la Evernote oder ähnlich) und ansonsten eine
schlanke Kleine in erreichbarer Nähe mitzuführen (in der Handtasche oder dem Aktenkoffer, wo meistens ja eh nur die Butterbrotsdosen hin und her rappeln...). Mit einer DSLR-Ausrüstung auf der Schulter schaffst Du kein "5-Tage-Projekt".

100_Tage_Beispiel_Fotoschule

 So könnten Deine Fotos aussehen, hier zwar durcheinander gewürfelt, aber eben keine fotografischen Kostbarkeiten. Ob es an dem einen Tag die Blüte Deiner Madagaskar-Palme ist, die nach 21 Jahren tatsächlich heute für Dich geblüht hat, der Latte macchiato von Deiner Freundin extra für Dich zubereitet, damit es Dir ein paar Minuten gut geht, oder die erste Tour “oben ohne” im Cabrio nach drei Monaten Eis und Schnee ist. An einem anderen Tag ist es der Bus, den Du Dir bei minus 14 Grad und eisigem Wind nicht sehnlicher wünschen konntest oder die abendliche Radtour zum See zur Blauen Stunde, verbunden mit ersten Urlaubsgefühlen. Vielleicht ist es die tot geglaubte Orchidee Deiner besten Freundin, die völlig unerwartet gleich mit vier neuen Trieben und einem Blütenmeer an eure langjährige feste Freundschaft erinnert?

Fotografiere jeden Tag Deinen schönsten Moment, 100 Tage lang, einen Winter oder auch einen Sommer lang und Du wirst nachher staunen. Über all die schönen Momente und dass die Fotografie ganz fest mit Dir verschmolzen ist.




Das waren sie, die
13 Schritte der Fotoschule, um aus dem Schlechtwetter-Tief herauszukommen.
Wenn jetzt nur einer hängen bleiben sollte, hast Du einen mehr, als vor dem Kapitel :-)

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