Hast Du bisher bereits mit einer besser ausgestatteten Kompaktkamera (analog mit Film) fotografiert und öfters mal Lust daran, Deine Umwelt im Sucher zu betrachten, solltest Du Dich nach folgender Kamera umschauen:
ca.8 Megapixel -- 3-fach Zoom (oder besser) -- kurze Auslöseverzögerung (0,1 sec. <-- wenn nichts angegeben wird, Finger weg!) -- Leistungsfähiger Akku (je nach System gleich Zweitakku kaufen <--- es mangelt eher an Strom, als an Speicherplatz) -- SD-Cards (am besten gleich eine 2GB mitkaufen) – wenn´s das Geld zulässt, möglichst kleines Modell kaufen (je eher hast Du sie ständig dabei…) -- helles gut auflösendes Display in Dir gut erscheinender Größe -- möglichst einen echten Sucher -- Stativgewinde und ein kleines Tisch-Klemm-Stativ -- Markenware (
hört sich doof an, aber ich glaube immer noch an Qualitätsstandards namhafter Hersteller wie Nikon, Olympus oder Canon und bin bei Yokofutsi Rapid trotz verlockender Ausstattungsmerkmalen eher skeptisch)
Digicams in dieser Qualitätsstufe haben gewissermaßen standardmäßig so ziemlich alle Programmautomatiken, Blitzprogramme (und einen Blitz), Bildersequenzen, Selbstauslöser usw., darum erwähne ich sie nicht extra.
Um allerdings wirklich alles aus Deinen digitalen Bildern rauszuholen, solltest Du möglichst einen PC und entsprechende Kenntnisse besitzen. Ein
Bildprogramm gibt Dir ungeahnte Möglichkeiten, Dich fototechnisch zu entfalten und wird Dir doppelte Freude an Deiner Kamera und Deinen Fotos bescheren.

Solltest Du bisher zur Gruppe der ambitionierteren Spiegelreflexkamera-Fotofans gehören, kannst Du sicher die Auswahl Deiner zukünftigen Digitalen selbst am besten beurteilen. Deine Digitale sollte mindestens das bieten, was Du bisher genutzt hast. Jeder Abstrich wird Dich über kurz oder lang neu kaufen lassen; spätestens dann wird Dein vermeintliches Sparen unterm Strich durch den Zweitkauf eine teure Fehlentscheidung.
Zur Zeit drängen immer mehr echte
DSLR´s (ist die Abkürzung für Spiegelreflexkameras mit CCD-Chip / Sensor geworden) auf den Markt, was Dir zumindest theoretisch die Möglichkeit offen hält, ein digitales Kameragehäuse passend zu Deiner bestehenden Ausrüstung aus Objektiven und Systemzubehör auszusuchen. Viele Hersteller machen inzwischen genau damit Werbung. Ich frage mich zwar schon seit Jahren, warum sich diese Idee erst jetzt richtig durchsetzt, aber ich schätze da haben ganz klar marketingorientierte Entscheidungen eine Rolle gespielt (lass die Doofen erstmal unsere anderen Kameras kaufen, danach bringen wir die zum System passenden Komponenten raus....).
Wenn Du also ein Canon-, Nikon oder Olympus-System besitzt, versuche ein digitales Gehäuse dafür zu bekommen. Beachte unbedingt die Angaben der Hersteller zur Verwendung der bisherigen Objektive, nicht alle Objektive harmonieren von ihrer Abbildungsleistung mit den neuen Digitalbodys. Generell benötigen die CCDs deutlich hochwertiger geschliffene und veredelte Linsen, als der gute alte Film. So fallen Objektivschwächen bei normalen SLR´s nicht auf, bei der DSLR aber sehr wohl. Oft hilft es, einfach ein paar Testfotos zu machen und zu schauen, wie sich das alte Objektiv an der digitalen SLR macht. Fallen Lichtsäume auf, die meistens im Randbereich entstehen, solltest Du auf spezielle Objektive für DSLR´s umsteigen.
“Versuch macht klug...” ;-))

Ansonsten bleibt der Umstieg auf ein hochwertiges neues System, u.U. auch mit einem festen Zoom.
Panasonic, Olympus, Sony und Canon bieten tolle Brennweitenbereiche in einem Gehäuse an, dass auch für engagiertere Fotofans keine Engpässe entstehen (es muß nicht zwangsläufig negativ sein, wenn man das Objektiv nicht wechseln kann...) Die optische Leistung heutiger Zooms ist denen aus analogen Zeiten oftmals weit überlegen.



Mit diesem Thema beschäftigen sich in der Fotoschule zwei weitere Rubriken:

Digitalcamera (die “richtige” Digitalcamera)
Digitalfotografie vs. Klassischer Fotografie

Außerdem habe ich in vielen anderen Rubriken häufig Beispiele dafür untergebracht, was Du brauchst und was Du Dir vielleicht sparen kannst.

Nachdem die Fotoindustrie und Kamerahersteller Mitte der 90er-Jahre an einem Punkt ankamen, daß es so schien, die Kameras haben alles, was man überhaupt noch brauchen könnte (Programmautomatiken, Blitzautomatiken, Autofokus...) fragte man sich: was soll noch an neuen Modellen kommen, die wirklich was neues bringen? So etwas Neues, daß einen auch dazu bringt, zu kaufen. Die Umsatzzahlen stagnierten, gingen bei dem einen oder anderen Kamerahersteller auch deutlich zurück. Jeder Fotofan, jeder Haushalt hatte eine gute Kamera und keinen Grund, noch eine weitere zu kaufen, oder eine noch bessere.
Tja, dann kam ausgerechnet aus dem Lager der bisher milde belächelten Computer-Freaks die Idee, Bilder in Bildpünktchen zu speichern. Einzelne Hersteller wagten den Sprung in diesen lukrativen Markt, andere pennten.
Wie es heute aussieht, brauche ich Dir nicht zu sagen.

Pfiffige Medienprofis haben ein Bild etabliert, daß Du heutzutage ohne eine Digitalcamera gar nicht mehr fotografieren kannst, daß Du Deine Kamera als modisches Dings Bums an einem Kettchen am Hals trägst, quasi als Modeschmuck. Und den schon vom Computer bekannten Trend folgend, wird darauf gebaut, den dummen Verbrauchern zu suggerieren, daß man immer mehr Megapixel braucht, um mithalten zu können. Sie haben es geschafft, daß heutzutage Leute den festen Glauben haben, eine Digitalcamera haben zu müssen, die schon vorher mit den analogen Kameras keinen Bock hatten zu fotografieren.

Nimm Deine Tante Gerti.
Technisch ein Totalausfall (
und nicht nur technisch....), kein Plan vom Computer, kein Feeling für fototechnische Zusammenhänge, kein fotografisches Auge...... und sie macht Dich kolone mit diesem schon zwanghaften Gedanken, daß sie unbedingt eine Digitalcamera braucht!
Weißt Du was?
Genau das!
Nichts besseres hätte der Fotoindustrie passieren können, als so ein Denken. So lassen sich Digitalcameras zuhauf verticken und sie verschwinden nach kurzer Zeit in den Wohnzimmerschränken....weil doch zuviele Knöppe dran sind...

Schade.
Denn so einfach war es noch nie, Fotos fast ohne Nebenkosten zu schiessen. Soviele Du willst und in Echtzeit, mit Sofortanguck-Möglichkeit. Laß Dich nicht verarschen; ein Slogan der Hightech-Discounter, aber so wahr.
Fall nicht drauf rein.
Was Dir da untergejubelt wird als “must have” ist in den allermeisten Fällen weit an dem vorbei, was Du brauchst.

Mit diesem Thema beschäftigen sich in der Fotoschule zwei weitere Rubriken:

Digitalcamera (die “richtige” Digitalcamera)
Digitalfotografie vs. Klassischer Fotografie
Von der Digitalcamera zur DSLR (viele Tipps für Umsteiger)
Viele Tipps zum Kauf einer gebrauchten DSLR

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