Akkus
... die kleinen Energie-Giganten ...

Als Du letztens Tante Gerti besucht hast, um ihren Wintergarten umzugraben, wurdest Du stutzig: eine Plastiktüte voll Alkali- Mignon- Zellen wartete darauf, das Grundwasser endlich verseuchen zu dürfen. Nachdem Du Tante Gerti erfolgreich davon abhalten konntest, die 72 leeren Batterien in die Toilette zu schütten kam unweigerlich die Frage in Dir hoch:

”Was macht Tante Gerti mit so vielen Batterien?”

Tante Gerti hat heimlich eine gebrauchte fast gut erhaltene Digitalkamera im Internet ersteigert und fotografiert nun digital.
Wumms!
Und sie wäre bestimmt nicht Deine Tante Gerti, wenn sie nicht super kniepig auf den zusätzlichen Kauf von Akkus und eines hochwertigen teuren Ladegerätes verzichtet hätte....

Da es aber rund um NiMh, LiOn und NiCd jede Menge Unklarheiten und echte Mythen gibt, bekommst Du nun ein paar aktuelle und hoffentlich klärende Tipps auf den Monitor.
(und wie schon bekannt in der Fotoschule:
wer chemisch-physikalische Analysen erwartet, sollte besser in Fachkreisen surfen und nicht bei
R@lfonso online....).


Wenn Du Dir eine Kamera gekauft hast, die Dir die Wahl zwischen Batterien und Akkus (meist Mignon) lässt und Du sparen willst, dann spar an Deinem Redbul-Vodka-Konsum. Aber nicht am Ladegerät. Hier entscheidest Du, ob Du mit Deinen Akkus Geld sparst, oder Deine Nerven während des Fotografierens einzeln im Hirn verödest. Falsch geladene Akkus quittieren schnell ihren Dienst und erreichen nicht annähernd die durchschnittliche Lebensdauer. Die beträgt bei NiCd ca. 1500 Ladezyklen, NiMh sind bei rund 500x platt und die im Kamera- und Handysektor inzwischen zum Standard gewordenen LiOn halten knappe 400 Zyklen.

Darum solltest Du beim Kauf Deiner Digitalkamera unbedingt darauf achten, dass der Akku austauschbar ist. Fest eingebaute Akkus zwingen Dich u.U. zum Neukauf des Gerätes nach ihrem “Lebensende” oder führen zu kostspieligen Reparaturen, meistens verbunden mit langen Ausfallzeiten während der Reparatur beim Hersteller. So eine Aktion ist dann häufig teurer, als ein Neukauf des gerade aktuellen Kamera-Modells.

Samstag nachmittags in Dortmund am Phoenix-Gelände

Samstag nachmittags in Dortmund am Phoenix-Gelände, aus meiner Foto-Rubrik namens Ruhrgebiet der Digital-Fotogalerie
Fotografiert mit einer DSLR Sony Alpha A65 mit Tamron 18-270mm bei Weitwinkeleinstellung 18mm, f8 ´, ISO 100 und 1/250sec
Ich hatte zwar einen Ersatz-Akku bei, brauchte ihn aber nicht wirklich, da bei dieser Fotoserie und der anschließenden Nachtaufnahme-Tour angefangen zur
Blauen Stunde insgesamt “nur” rund 100 Fotos zusammen kamen.
Da grinst der Kamera-Akku, trotz eingeschaltetem
GPS nur drüber.

Inzwischen rüsten fast alle Hersteller ihre Kameras und Smartphones mit Lithium-Ion-Akkus aus, das war vor ein paar Jahren noch deutlich anders. Da gab es zahlreiche Kameras mit Mignon-Batteriefächern, darum führe ich diese Akku-Typen und Modelle weiter unten nochmal separat auf (vielleicht hast oder holst Du Dir ja eine gebrauchte Kamera mit so einer Stromversorgung). Die im Zusammenhang damit erwähnten Fragen und Probleme rund ums Ladegerät (billig oder qualitativ), Entladungen und Vorgehensweisen ergeben sich nicht mehr, da Du nicht mit austauschbaren Mignon-Zellen hantieren musst, sondern ein auf´s Kameramodell angepasster LiOn-Akku mitsamt einem dafür bereitgestelltem Ladegerät vorliegt.

LiOn-Akkus vereinen viele Vorteile in sich und bieten sich darum besonders im Kamera-, Smartphone- und Mobilgeräte- Sektor als ausdauernde Stromquelle an. Lithiumzellen sind aber auch keine eierlegende Wollmilchsau und haben leider ein paar spezifische Nachteile, die Du kennen solltest, um das Maximum aus den Energiespeichern herauszuholen.

Lithium altert und oxidiert, was die innere Leitfähigkeit herabsetzt und die Leistungsfähigkeit des Akkus deutlich einschränkt. Außerdem sind LiIon-Akkus empfindlich gegen hohe Umgebungstemperaturen. Ideale Bedingungen herrschen für sie bei 15 Grad Umgebungstemperatur. Wenn Du Dir einen zusätzlichen Akku zulegst, solltest Du überlegen, dass ein LiIon- Akku nach rund 3 Jahren, auch ungebraucht, sein Leben ausgehaucht hat (die Uhr tickt ab Fertigungstag und nicht erst dann, wenn Du ihn das erste Mal in Deine Kamera steckst).

Reserven zu horten macht also wenig Sinn.

Trotzdem gilt meine Empfehlung, Dir auf jeden Fall einen zweiten Akku zu kaufen. Das gibt Dir mehr Mobilität während der Fototour; nicht jeder Bergsee und winterlich verschneite Wald hält eine Steckdose für Dein Ladegerät parat. Viele Fotofans sind schnell dabei, beim Kauf der Digitalcamera üppig Zusatzspeicherkarten mitzuerwerben. Das ist grundsätzlich richtig, nützt Dir aber beim Versagen Deines Akkus bei Null Grad und nur 100 Fotos rein gar nichts. Selbst wenn Dein Akku ein echter Goldjunge ist und 700 Fotos mit einer Ladung schafft, stehst Du während einer Fototour ohne Ersatz blöd da, sollte er dann doch irgendwann leer sein.

Diese Empfehlung gilt nicht für all die Fotofans, die nur dann und wann mal die Kamera zur Hand nehmen und eher sporadisch fotografieren. Da reichen die durchschnittlichen 250 Fotos pro Akkuladung dicke aus und nach dem Fotoeinsatz lädst Du den Akku wieder. Da würde ein Reserve-Akku ungenutzt verrotten und nach drei Jahren ist er hin.
Das ist rausgeworfenes Geld.

Mit der Faehre von Venedig nach Korfu

Gerade bei längeren Schiffsreisen solltest Du genügend Energie in Dosen bei Dir haben. Während die modernen Kreuzfahrt-Riesen, wie AIDA und Co., in den Kabinen 220V-Steckdosen anbieten, kann das auf einer Fähre schon ganz anders aussehen. Das Foto entstand 2003 mit einer Minolta Dimage 7 (Bridge-Kamera) auf der Adria während der Überfahrt von Venedig nach Korfu. Eine Steckdose zum Laden meiner Akkus (und die Dimage 7 war ein wahrer Akku-Fresser) hatte ich nicht.
Aus meiner Reihe “
target="_blank"Korfu” der Digital-Fotogalerie)

Ein Lithium-Ion-Akku schafft 200-500 Entlade/Ladezyklen, das ist nicht wirklich viel.
Aber auch das ist relativ:
Dein Smartphone-Akku wird bei einem täglichen Ladezyklus und günstigen Rahmenbedingungen knapp 2 Jahre durchhalten. Der Kamera-Akku, den Du je nach Fotowut im Schnitt einmal in der Woche oder einmal im Monat lädst, versagt seinen Dienst vermutlich eher aufgrund des typischen Alterungsprozesses (nach ungefähr 3 Jahren).


Um möglichst lange etwas von Deinem LiOn-Akku zu haben, solltest Du folgendes wissen:

Dein Akku mag Teilentladungen deutlich mehr als Vollentladungen. Häufige Vollentladungen solltest Du nach Möglichkeit vermeiden . Dagegen solltest Du Deinen Akku lieber öfter aufladen. Der Memoryeffekt (bei NiCd und NiMh) ist bei LiOn-Akkus kein Thema, auch wenn ausserplanmässige Ladungen durchgeführt werden (also bei 45% Restladung aufladen, oder bei 32%...). In der Praxis heisst das, wenn die Füllstandsanzeige auf dem Display um 20% liegt, ist der beste Moment zum Aufladen (darum gibt es bei den Smartphones / iPhones bei 20% auch den Hinweis auf eine schwache Batterie). Es ist für Deinen Akku nicht besser, ihn auf Null oder zur Abschaltgrenze Deiner Kamera leerlaufen zu lassen und dann erst aufzuladen. Das steckt noch in den Köpfen vieler Fotofans und rührt aus den Zeiten von NiCd-Akkus her.


Warum steht dann in der Bedienungsanleitung der Kamera, dass Du den Akku alle 20 – 30 Ladevorgänge einmal ganz leerlaufen lassen sollst (also, bis Deine Kamera abschaltet)?

Das hat nichts mit irgendwelchen Memory-Effekten innerhalb des Akkus zu tun, sondern dient lediglich der Synchronisation der digitalen Aufladungsanzeige, die Du bei LiOn-Akkus immer in der Kamera-Elektronik hast. Durch das Entladen nach ca. 30 Ladevorgängen, sagst Du der Elektronik, dass Du nun bei 0% bist (und nicht bei z.B. noch angezeigten 7%) und nach dem kompletten Aufladen kennt die Elektronik nun auch wieder den 100%-Wert.

So gesehen brauchst Du Dir eigentlich um das Laden Deines LiOn-Kamera-Akkus gar keine großen Gedanken zu machen: wenn Du auf Fototour gehen möchtest, lädst Du ihn vorher voll auf und los geht’s. Nur ganz leer gehen sollte er eben möglichst nicht. Das ist im Prinzip schon alles.


Die wenigsten Fotofans machen sich über ein sehr viel entscheidenderes Kriterium Gedanken:
die Lagerung im Verhältnis zum Ladeniveau und der Temperatur

LiOn-Akkus lieben die Kühle, Wärme lässt sie schneller altern. Und das in ganz besonderem Maße. Liegt Deine Digicam einen Urlaub lang mit voll geladenem Akku auf dem Badetuch neben Dir am Strand in der Sonne, haucht ihm
Dein 3-Wochen-Urlaub rund 20% seiner Kapazität aus! Unwiederbringlich übrigens.

Eine dreimonatige Akku-Temperatur von 60 Grad reduziert die Kapazität auf gut die Hälfte.

Wenn möglich solltest Du Deinen Akku an einem kühlen Ort mit 40% Ladezustand lagern. Eine gewisse Energiereserve ist nötig, um den Akku und seine interne Schutzschaltung betriebsbereit zu halten, während einer längeren Lagerung. Die schlechteste Variante ist, wie gesagt, eine Voll-Ladung und hohe Umgebungstemperaturen (übrigens ist Dein Auto in der Sommersonne genau der schlimmste Ort für alle Deine Geräte mit LiOn-Akkus, also auch Dein Smartphone oder mobiles Navi).

Bei LiIon- Akkus solltest Du es unbedingt vermeiden, den Akku tiefzuentladen. Das kann dazu führen, dass er im Ladegerät als "defekt" erkannt wird und nicht mehr zu laden ist. Wenn die Entladung zu einer Zellenspannung kleiner 2,5V führt, öffnet die interne Schutzschaltung und der Akku ist für Dein Ladegerät keiner mehr. Darum ist auch in fotofreien Monaten eine gewisse kontinuierliche Akkupflege notwendig, denn LiOn-Akkus lieben den Gebrauch und wollen nicht vergessen werden. Sollte das bei Dir einmal der Fall sein, hilft ein einfacher Trick, den ich gerne per Email auf Anfrage weitergebe. Es handelt sich um eine Art "Akku- Starthilfe, ähnlich wie beim Auto.

Insgesamt zeigt sich aber auch heutzutage immer wieder neu, der Akku ist nach wie vor der große Schwachpunkt tragbarer Geräte.

Zumindest ist es gerade in den letzten Jahren aber schon einen ordentlichen Schritt nach vorne gegangen,
dank der LiOn-Technologie.

Muenchen

Dieses Foto aus München entstand mit dem iPhone und der App namens True HDR. Es ist eine HDR-Aufnahme, die direkt im Handy zusammengesetzt wurde. Das dauert nur wenige Sekunden und ist ein recht bequemer Weg, HDR-Fotos zu fotografieren. Da die Einzelaufnahmen innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde aufgenommen werden, ergeben sich kaum Bewegungsunschärfen zwischen den Einzelfotos. Zudem entfällt die zeitaufreibende Nachbearbeitung am Blechotto.

Allerdings sind derlei Apps sehr rechenintensiv und fordern den iPhone-internen Prozessor zu 100%, was bei mehreren Fotos ordentlich auf den Akku schlägt. Wenn Du eine
Städtereise mit dem Smartphone planst und ein Modell besitzt, das keinen Wechelakku hat (wie z.B. beim iPhone der fest eingebaute Akku), empfiehlt sich ein mobiler Ladeakku als Notstrom-Tankstelle. Aber auch für den gilt, was oben beschrieben steht zum Thema “Akkus horten lohnt sich nicht”. Auch der mobile Notlade-Akku altert und macht für Dich nur dann Sinn, wenn Du wirklich oft in Situationen kommst, in denen die tägliche Akku-Leistung Deines Smartphones nicht ausreichen wird. Wer sein iPhone / Smartphone häufig zum zocken oder Videos gucken im Zug bei sich hat und rege nutzt, wird wissen, was ich meine und sicher schnell zugreifen. In der Regel reicht ein externer Akku, der Dein iPhone einmal voll lädt. Das Geld für größere Kapazitäten kannst Du Dir sparen, es sei denn, Du wanderst tagelang im Off.

Die älteren Akku-Technologien im Kamerasegment im Überblick:

Wenn Du die Wahl hast zwischen Batterien und Akkus, stellt sich für Dich die grundlegende Frage:
Soll ich überhaupt Akkus nehmen? Und welche sind die besten?

Bei Digitalkameras lässt sich die erste Frage schnell mit einem Ja beantworten, bei anderen Geräten ist die Überlegung schwerer. Eine Wanduhr, die nur sehr wenig Strom zieht, aber dafür lange und kontinuierlich, kommt besser mit einer Alkaline- Batterie aus. Der ferngesteuerte Spielzeughubschrauber des eingebildeten und verwöhnten Jungen Deines verhassten Nachbarn zieht kräftig Strom und fordert NiMh- Zellen (besser noch LiOn- Akkus). Da wir uns in der Fotoschule aber nicht über ferngesteuerte Spielzeughubschrauber unterhalten (auch nicht über Drohnen), lassen wir das mal weg.

Damals (und heute sicher auch noch) hielten sich zwei Aussagen recht hartnäckig, die aber nach wie vor nicht zutreffen:
Batterien, z.B. die weit verbreiteten Mignon- AAA-Zellen, haben einen Aufdruck mit 1,5V und Akkus nur 1,2V! Also halten Akkus nicht solange, sind schneller leer und womöglich gar nicht kompatibel.

Das ist falsch!

Und das zweite „Vorurteil“: NiMH- Zellen haben keinen “Memory-Effekt”.
Das ist zwar richtig, dafür haben sie einen vergleichbaren empfindlichen Haken, den “Lazy-Batterie-Effekt”.
Man gibt dem Kind einen anderen Namen und schon verkauft sich´s besser.

Zur ersten Aussage:
Akkus liefern bei einem starken Verbraucher (Digitalcamera) über einen langen Bereich ihrer Ladung eine gleichmäßige Spannung und fallen erst zum Ende schnell ab. Dabei halten und übertreffen sie auch die 1,2V. Batterien gehen sehr viel schneller in die Knie, wenn sie gefordert werden und fallen dann rasant unter die 1,5V und zwar ruckizucki weit unter die kontinuierliche Spannung der Akkus. Wenn ich so an die Anfangsjahre der Digitalfotografie zu Beginn dieses Jahrtausends denke, bei meiner damaligen Minolta Dimage 7 hieß das zum Vergleich:
8 (!) Fotos mit vier Alkali- Duracell- Mignon- Batterien im Vergleich zu 74 Fotos mit vier Panasonic- 2100mAh- Akkus (heute dürften beide Werte ein Lächeln auf Deinen Lippen hervorrufen….). Die Batterien bauen sehr schnell ab und fallen unter die von der Kamera mindestens geforderte Gesamtspannung. Die Akkus liefern diese Spannung durch ihre größere Belastbarkeit viel länger. Die Batterien sind dann nicht leer, sie laufen beispielsweise in Taschenlampen oder Uhren noch lange Zeit.


Fazit:
Akkus sind nicht schlechter, sondern besser als Batterien und leistungsfähiger.
Ganz nebenbei dankt´s Dir die Umwelt und Dein Portemonnaie (wird nach aktueller Rechtschreibungsverformung glaub ich so geschrieben: Portemohnnäi)


Zur zweiten Aussage:
NIMH Akkus haben keinen Memory- Effekt.

Im Prinzip falsch!

Das Übel beginnt mit Deinem Wunsch, immer frisch geladene Akkus zur Verfügung zu haben. Du lädst sie auf und lässt sie dann Wochen in Deiner Foto-Schublade oder Fototasche vergammeln....
Da Du natürlich weißt, dass sich Akkus entladen (NiMh übrigens sehr viel schneller, als LiOn), gibst Du den Akkus dann bei noch halber Restladung kurz vor dem Einsatz in der Digitalen ordentlich was obendrauf, damit sie schön voll sind.
NiCd- Akkus haben aber die doofe Angewohnheit, sich diesen Moment vor der Ladung zu merken. Es bilden sich Dendrite (so´n chemisches Sabberzeugs) an der negativen Elektrode (im Inneren des Akkus) und die behindern die nächste
Voll-Ladung. Es läuft dann darauf hinaus, dass sich der Akku nur noch bis zur halben oder entsprechend niedrigeren Kapazität aufladen lässt; der Memory Effekt.

Wie schon angedeutet haben NiMh- Akkus diesen Effekt nicht.
Das ist schön und alle sind ganz beruhigt Akkus zu haben, die man nach Lust und Laune laden darf.

Aber voll daneben!

NiMh haben diesen chemischen Sabbereffekt an der positiven Nickel-Hydroxid-Elektrode und leiden dann genauso;
es heißt nur eben anders.

Der Lazy-Batterie-Effekt.

Darum lass Dich von der Industrie und dem Handel nicht für doof verkaufen!
Benutze ein hochpräzises Ladegerät mit Entladefunktion vor dem Laden und lagere Deine NiMh- Akkus möglichst im leeren Zustand (was aber nicht heisst, dass sie so leer sind, dass Du schon in den Bereich der Tiefentladung gerätst...).


Und für alle Zweifler und Grübler:

weder den Memory Effekt, noch den Lazy-Batterie-Effekt gibt es bei LiOn-Akkus! Die kannst Du nachladen, wann Du willst und das Verrückte ist, sie freuen sich drüber und fühlen sich pudelwohl.

Am Dortmunder Phoenixsee

Samstag abends in Dortmund am Phoenixsee, aus meiner Foto-Rubrik namens Ruhrgebiet der Digital-Fotogalerie
Fotografiert mit meiner DSLR Sony Alpha A65 mit Tamron 18-270mm, eine halbe Sekunde belichtet, ISO 800, f4, 75mm Brennweite, Weißabgleich auf "sonnig", als Stativ diente ein kleines Mäuerchen, Zeitautomatik. Hier zeigte mein Kamera-Akku noch eine Restladung von 35% an. Ich hätte also die ganze Serie an dem Abend nochmal fotografieren können, so viel Strom stand mir noch zur Verfügung. Es war aber auch im Sommer. Im Winter bei Minustemperaturen wäre der Akku schon erledigt gewesen und ich hätte geflucht, keinen Reserve-Akku in der warmen Jackentasche gehabt zu haben. Tipps zur
Blauen Stunde gibts per Klick auf den Link.

Alle Akkus (von NiCd bis LiOn) nehmen Schaden bei Überladung, das ist der Zellen-Killer schlechthin. Den Memory Effekt (und Lazy Batterie Effekt) kannst Du durch gezielte und mehrmalige Lade/Entlade- Vorgänge wieder in den Griff bekommen, überladene Akkus tragen irreversible Schäden davon.

Genau hier liegt übrigens auch die Kunst der unterschiedlichen Ladegeräte für NiMh- und NiCd- Zellen verborgen. Die billigen Lader versorgen den Akku mit einem recht geringen Ladestrom und das Laden dauert locker 15 Stunden. Das Thema Überladen ist bei diesen Billiggeräten eigentlich gar nicht so sehr ein Thema, wenn Du Dich daran hältst, die Akkus nach dem Laden rechtzeitig zu entnehmen, die Ladedauer vorher präzise auf den zu ladenden Akku einstellst und immer korrekt entladene Akkus lädst.

Willst Du keine 15 Stunden warten und greifst zu einem Schnelladegerät, werden Deine Akkus mit deutlich höheren Ladeströmen geladen. Auch wenn Tante Gerti und alle Tanten aus dem Marienkäferzuchtverein das Gegenteil behaupten:

Schnell-Ladung mit hohem Ladestrom schadet den Zellen nicht!

Sofern sie bei vollem Akku präzise stoppen. Denn eine Überladung bei hohem Ladestrom führt unweigerlich zu Akkuschäden.

Am besten sind Ladegeräte, die mikroprozessorgesteuert den Ladestrom überwachen. Da NiMh-Akkus sich so verhalten, dass ihre Ladespannung bei voller Ladung nicht weiter ansteigt, sondern danach sogar wieder ganz leicht abfällt, erkennen solche Ladegeräte diesen Punkt sehr präzise und schalten ab. Somit reagieren solche Ladegeräte sogar auf altersschwächere Akkus, die nicht mehr so lange geladen werden dürfen (Timer- Ladegeräte würden solchen Akkus dann erst recht den Garaus machen....).

Mikroprozessorgesteuerte Ladegeräte heißen oft auch Delta-U oder Delta-Peak Ladegeräte, manche laden auch mit Impulsladung. So ganz perfekt sind die Ladegeräte letztendlich aber auch nicht, denn sie überladen ständig den Akku ganz schwach, um den Punkt der höchsten Ladespannung erkennen zu können...

Nun kennst Du alle Tipps und Tricks zu der jungen LiOn-Technologie und den etwas älteren Vorgängern NiMh und
NiCd-Akkus im Kamera-Segment. Falls Dich der viele Text etwas strubbelig gemacht haben sollte, bekommst Du jetzt nochmal eine kleine Zusammenfassung der wichtigsten Punkte:


LiOn-Akkus
häufig aufladen, Teilentladung ist besser als Vollentladung
Verhindern von vollen Zyklen, wegen Abnützung, empfohlen ist 80% Entladetiefe
Li-Ion-Akku kann im Ladegerät verbleiben (kein Memory-Effekt)
Kapazitätsverlust wegen Alterung, im Gebrauch oder lagernd, die Uhr tickt vom Tag der Fertigung an
(
Augen auf beim Akku-Kauf hinsichtlich Fertigungsdatum).
Lagern bei 40% Ladezustand, an einem kühlen Ort
Nicht lagern bei Voll-Ladung und bei warmen Temperaturen, wegen beschleunigter Alterung.



NiMh / NiCd – Akkus:
Schon beim Kauf der Digitalen auf Standard- Akkus (Mignon/Micro) achten
(
billiger als Hersteller-System-Akkus) und einen zweiten Satz gleich mitkaufen
Bei Mignon-Zellen: NiMh mit mindestens 2400mAh verwenden
Mikroprozessor- Delta-Peak- Ladestromüberwachungs- Ladegerät kaufen (
mit Entlademöglichkeit)
NiMh- und NiCd- Akkus entladen lagern, LiIon- Akkus am besten halb geladen
NiMh- und NiCd-Akkus erst vor dem Gebrauch durchladen und zwar voll laden, nicht im Ladegerät „bereit halten“
Akkus nicht im Ladegerät vergessen, bei LiOn erfolgt eine automatische Abschaltung
(
also nicht ganz so schlimm)
Bei Zimmertemperatur laden
(
gilt für alle Akku-Typen, extreme Umgebungstemperaturen führen zu Fehlladungen)
Warme Akkus während des Ladens sind normal, heiße Akkus sterben gerade
NiMh- Akkus mischen in einem Ladegerät, evtl. auch mit unterschiedlichen Ladezuständen, solltest Du nur bei Ladegeräten, die jeden Akku einzeln überwachen
Tiefentladene Akkus vermeiden
(
passiert oft bei Taschenlampen oder MP3- Playern, aber auch bei "vergessenen Geräten")
Schwache Akkus durch Lazy-Batterie-Effekt (NiMh) oder Memory Effekt (NiCd) kommen häufig durch mehrere präzise Lade/Entladezyklen wieder auf die Beine
 NiMh-Akkus sind in Digitalcameras leistungsfähiger, als Batterien

1991

Ein Uralt-Foto aus 1990, entstanden mit meiner vollmechanischen Minolta S-RT Spiegelreflex auf Schwarzweißfilm. Danach habe ich das Bild in der Dunkelkammer auf Baryth-Papier entwickelt, getrocknet und mit Eiweiß-Lasurfarben coloriert. Mal abgesehen von der schönen roten Dunkelkammerleuchte gab es da keine sonderlichen Überlegungen hinsichtlich irgendwelcher Strom-Reserven.
Da hatte ich ganz andere Sorgen:
habe ich genug Filme dabei? Habe ich die richtigen Filme dabei und vor allen Dingen den richtigen Film gerade in der Kamera?
Und vor allen Dingen:
sind die Fotos wohl was geworden? Denn Displays auf irgendwelchen Geräten gab es da noch nicht, selbst nicht auf Handys. Die gab´s da auch noch nicht, zumindest nicht für 98% der Bevölkerung und die restlichen 2% haben ihr Handy auf ´nem Bollerwagen hinter sich hergezogen :-)


Fotofan Stephan hat mir folgenden Tipp zu NiMh-Akkus gesendet,

guckst Du HIER
 


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