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Akkus die kleinen Energie-Giganten
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Als Du letztens Tante Gerti besucht hast, um ihren Wintergarten umzugraben, wurdest Du stutzig: zwei Plastiktüten voll Alkali- Mignon- Zellen warteten darauf, das
Grundwasser endlich verseuchen zu dürfen. Nachdem Du Tante Gerti erfolgreich davon abhalten konntest, die 642 leeren Batterien in die Toilette zu schütten kam unweigerlich die Frage in Dir hoch:
”Was macht Tante Gerti mit so vielen Batterien?”
Tante Gerti hat heimlich eine Digitalcamera im Internet ersteigert und fotografiert nun digital. Wumms! Und sie wäre bestimmt nicht Deine
Tante Gerti, wenn sie nicht super kniepig auf den zusätzlichen Kauf von Akkus und eines hochwertigen teuren Ladegerätes verzichtet hätte....
Da es aber rund um NiMh, LiOn und NICD jede Menge Unklarheiten und
echte Mythen gibt, bekommst Du nun ein paar aktuelle und hoffentlich klärende Tipps auf den Monitor. (und wie schon bekannt in der Fotoschule: wer chemisch-phsikalische Analysen erwartet, sollte besser in Fachkreisen surfen und nicht bei R@lfonso online....).
Die Fakten:
Wenn Du sparen willst, dann spar an Deinem Redbul-Vodka-Konsum. Aber nicht am Ladegerät. Hier entscheidest Du, ob Du mit Deinen Akkus Geld sparst, oder Deine Nerven während des
Fotografierens einzeln im Hirn verödest. Falsch geladene Akkus quittieren schnell ihren Dienst und erreichen nicht annähernd die durchschnittliche Lebensdauer. Die beträgt bei NiCd ca. 1000 Ladezyklen (bei guten
Ladegeräten auch 3000), NiMh sind bei rund 700x platt und die im Kamerasektor verbreitesten LiIon halten knappe 400 Zyklen.
Darum solltest Du beim Kauf Deiner Digitalcamera (Fotohandy) unbedingt darauf
achten, daß der Akku austauschbar ist. Fest eingebaute Akkus zwingen Dich u.U. zum Neukauf des Gerätes nach ihrem “Lebensende” oder führen zu kostspieligen Reparaturen, meistens verbunden mit langen
Ausfallzeiten während der Reparatur beim Hersteller.
Wenn Du die Wahl hast zwischen Batterien und Akkus, stellt sich für Dich die grundlegende Frage:
Soll ich überhaupt Akkus nehmen? Und welche sind die besten?
Bei Digitalcameras läßt sich die erste Frage schnell mit einem Ja beantworten, bei anderen Geräten ist die Überlegung schwerer. Eine Wanduhr, die nur sehr wenig Strom
zieht, aber dafür lange und kontinuierlich, kommt besser mit einer Alkaline- Batterie aus. Der ferngesteuerte Spielzeughubschrauber des eingebildeten und verwöhnten Jungen Deines verhassten Nachbarn zieht kräftig
Strom und fordert NIMH- Zellen (besser noch LiOn- Akkus). Da wir uns in der Fotoschule von Ralfonso online aber nicht
über ferngesteuerte Spielzeughubschrauber unterhalten, lassen wir das mal weg.
Auf jeden Fall solltest Du zu Deiner Kamera einen zweiten Satz Akkus (oder entsprechend einen Zweitakku, wenn es nur einen im
Gerät gibt) kaufen. Das gibt Dir mehr Mobilität während der Fototour; nicht jeder Bergsee und winterlich verschneite Wald hält eine Steckdose für Dein Ladegerät parat. Viele Fotofans sind schnell dabei, beim Kauf
der Digitalcamera üppig Zusatzspeicherkarten mitzuerwerben; das ist zwar schön und auch grundsätzlich richtig, nützt Dir aber beim Versagen Deines Akkus bei Null Grad und nur 100 Fotos rein gar nichts. Selbst wenn
Dein Akku ein echter Goldjunge ist und 700 Fotos mit einer Ladung schafft, stehst Du während einer Fototour ohne Ersatz blöd da, sollte er dann doch irgendwann leer sein.
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...hier versagte mein Akku genau im “richtigen” Moment, glücklicherweise hatte ich noch einen Reservesatz dabei....
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Nun ist es an der Zeit, mit zwei Vorurteilen aufzuräumen: (und zwar im Stil der Fotoschule ohne zu tief in die Chemie und Physik einzusteigen)
Batterien,
z.B. die weit verbreiteten Mignon- Zellen haben einen Aufdruck mit 1,5V und Akkus nur 1,2V! Also halten Akkus nicht solange, sind schneller leer und womöglich gar nicht kompatibel. Das ist falsch!
Und das zweite Vorurteil: NiMH- Zellen haben keinen “Memory-Effekt”. Das ist zwar richtig, dafür haben sie einen vergleichbaren empfindlichen Haken, den “Lazy-Batterie-Effekt”.
Man gibt dem Kind einen anderen Namen und schon verkauft sich´s besser. (war übrigens bei BSE genauso....na dämmerts...?... Rinder...Schafe....Scarpie....Creutzfeldt Jakob......)
Zum ersten Vorurteil: Akkus liefern bei einem starken Verbraucher (Digitalcamera) über einen langen Bereich ihrer Ladung eine gleichmäßige Spannung und fallen
erst zum Ende schnell ab. Dabei halten und übertreffen sie auch die 1,2V. Batterien gehen sehr viel schneller in die Knie, wenn sie gefordert werden und fallen dann rasant unter die 1,5V und zwar ruckizucki weit
unter die kontinuierliche Spannung der Akkus. Bei meiner damaligen Minolta Dimage 7 hieß das zum Vergleich: 8 (!) Fotos mit vier Alkali- Duracell- Mignon- Batterien im Vergleich zu 74 Fotos mit vier Panasonic-
2100mAh- Akkus. Die Batterien bauen sehr schnell ab und fallen unter die von der Kamera mindestens geforderte Gesamtspannung. Die Akkus liefern diese Spannung durch ihre größere Belastbarkeit viel länger. Die
Batterien sind dann nicht leer, sie laufen beispielsweise in Taschenlampen oder Uhren noch lange Zeit.
Fazit: Akkus sind nicht schlechter, sondern besser als Batterien und leistungsfähiger.
Ganz nebenbei dankt´s Dir die Umwelt und Dein Portemonnaie (wird nach neuer Rechtschreibungsverformung glaub ich so geschrieben: Portemohnnäi)
Zum zweiten Vorurteil:
NIMH Akkus haben keinen Memory- Effekt.
Im Prinzip falsch!
Das Übel beginnt mit
Deinem Wunsch, immer frisch geladene Akkus zur Verfügung zu haben. Du lädst sie auf und lässt sie dann Wochen in Deiner Foto-Schublade oder Fototasche vergammeln.... Da Du natürlich weißt, dass sich Akkus
entladen (NIMH übrigens sehr viel schneller, als LiIon), gibst Du den Akkus dann bei noch halber Restladung kurz vor dem Einsatz in der Digitalen ordentlich was obendrauf, damit sie schön voll sind. NICD- Akkus
haben aber die doofe Angewohnheit, sich diesen Moment vor der Ladung zu merken. Es bilden sich Dendrite (so´n chemisches Sabberzeugs) an der negativen Elektrode (im Inneren des Akkus) und die behindern die nächste
Volladung. Es läuft dann darauf hinaus, dass sich der Akku nur noch bis zur halben oder entsprechend niedrigeren Kapazität aufladen lässt; der Memory Effekt.
Wie schon angedeutet haben NIMH- Akkus diesen Effekt nicht. Das ist schön und alle sind ganz beruhigt Akkus zu haben, die man nach Lust und Laune laden darf.
Aber voll daneben!
NIMH haben diesen chemischen Sabbereffekt an der positiven Nickel-Hydroxid-Elektrode und leiden dann genauso; es heisst nur eben anders.
Der Lazy-Batterie-Effekt.
Darum laß Dich von der Industrie und dem Handel nicht für doof verkaufen! Benutze ein hochpräzises Ladegerät mit Entladefunktion
vor dem Laden und lagere Deine NIMH- Akkus möglichst im leeren Zustand. (was aber nicht heisst, dass sie so leer sind, dass Du schon in den Bereich der Tiefentladung gerätst...)
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Alle Akkus (von NICD bis LiIon) nehmen Schaden bei Überladung, das ist der Zellen-Killer schlechthin. Den Memory Effekt (und Lazy Batterie Effekt) kannst Du durch
gezielte und mehrmalige Lade/Entlade- Vorgänge wieder in den Griff bekommen, überladene Akkus tragen irreversible Schäden davon. Genau hier liegt übrigens auch die Kunst der unterschiedlichen Ladegeräte
verborgen. Die billigen Lader versorgen den Akku mit einem recht geringen Ladestrom und das Laden dauert locker 15 Stunden. Das Thema Überladen ist bei diesen Billiggeräten eigentlich gar nicht so sehr ein Thema,
wenn Du Dich daran hältst, die Akkus nach dem Laden rechtzeitig zu entnehmen, die Ladedauer vorher präzise auf den zu ladenden Akku einstellst und immer korrekt entladene Akkus lädst.
Willst Du keine 15
Stunden warten und greifst zu einem Schnelladegerät, werden Deine Akkus mit deutlich höheren Ladeströmen geladen. Auch wenn Tante Gerti und alle Tanten aus dem Marienkäferzuchtverein das Gegenteil behaupten:
Schnelladung mit hohem Ladestrom schadet den Zellen nicht! Sofern sie bei vollem Akku präzise stoppen. Denn eine Überladung bei hohem Ladestrom führt unweigerlich zu Akkuschäden.
Am besten sind Ladegeräte,
die mikroprozessorgesteuert den Ladestrom überwachen. Da Akkus sich so verhalten, dass ihre Ladespannung bei voller Ladung nicht weiter ansteigt, sondern danach sogar wieder ganz leicht abfällt, erkennen solche
Ladegeräte diesen Punkt sehr präzise und schalten ab. Somit reagieren solche Ladegeräte sogar auf altersschwächere Akkus, die nicht mehr so lange geladen werden dürfen (Timer- Ladegeräte würden solchen Akkus dann
erst recht den Garaus machen....). Mikroprozessorgesteuerte Ladegeräte heissen oft auch Delta-U oder Delta-Peak Ladegeräte, manche laden auch mit Impulsladung.
So ganz perfekt sind die Ladegeräte letztendlich
aber auch nicht, denn sie überladen ständig den Akku ganz schwach, um den Punkt der höchsten Ladespannung erkennen zu können....
Die meisten Kamerahersteller rüsten ihre Digitalcameras inzwischen mit LiIon-Zellen aus, die den Standard im Digitalcamera- Bereich darstellen. Sie vereinen viele Vorteile in sich und bieten sich darum besonders
im Kamera-, Handy- und PNA- Sektor als ausdauernde Stromquelle an. Lithiumzellen haben aber leider auch ihre spezifischen Nachteile, die gerne verschwiegen werden und Dich nicht zögern lassen sollten, eine
Digitalcamera (oder eine Handy) mit fest eingebautem Akku links liegen zu lassen.
Lithium altert und oxidiert, was die innere Leitfähigkeit herabsetzt und die Leistungsfähigkeit des Akkus deutlich
einschränkt. Außerdem sind LiIon-Akkus empfindlich gegen hohe Umgebungstemperaturen. Ideale Bedingungen herrschen für sie bei 15 Grad Umgebungstemperatur. Wenn Du Dir einen zusätzlichen Akku zulegst, solltest Du
überlegen, dass ein LiIon- Akku nach rund 3 Jahren, auch ungebraucht, sein Leben ausgehaucht hat. Reserven zu horten macht also wenig Sinn. Auch die maximale Anzahl an Ladezyklen von rund 200 bis 400x ist nicht
wirklich doll, oder? Immerhin verkraften LiIon- Akkus auch Teilentladungen und häufiges Zwischenladen ohne Leistungseinbußen. Lediglich beim ersten Laden sollte der Akku durchgängig voll geladen werden und dann
ein bis zweimal im normalen Gebrauch entladen und wieder voll geladen werden. Damit trimmst Du den Akku und kannst ihn dann auch zwischendurch aufladen. Bei LiIon- Akkus solltest Du es unbedingt vermeiden, den Akku
tiefzuentladen. Das kann dazu führen, daß er im Ladegerät als "defekt" erkannt wird und nicht mehr zu laden ist. Sollte das bei Dir einmal der Fall sein, hilft ein einfacher Trick, den ich gerne per Email auf Anfrage weitergebe. Es handelt sich um eine Art "Akku- Starthilfe, ähnlich wie beim Auto.
Insgesamt zeigt sich aber auch heutzutage immer wieder neu, der Akku ist nach wie vor der große Schwachpunkt tragbarer Geräte...
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...gerade bei längeren Schiffsreisen solltest Du genügend Energie in Dosen bei Dir haben... (Übrigens ein Foto aus meiner Reihe “Korfu” der Digital-Fotogalerie)
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War das etwas viel auf einmal?
Dann gibt es hier nochmal die R@lfonso – Tipps zum Thema Akkus:
Schon beim Kauf der Digitalen auf Standard- Akkus (Mignon/Micro) achten (billiger als Hersteller-System-Akkus) und einen zweiten Satz gleich mitkaufen
Bei Mignon-Zellen: NIMH mit mindestens 2400mAh verwenden
Mikroprozessor- Delta-Peak- Ladestromüberwachungs- Ladegerät kaufen (mit Entlademöglichkeit)
NiMh- und NiCd- Akkus entladen lagern, LiIon- Akkus am besten halb geladen
Akkus erst vor dem Gebrauch laden und zwar voll laden
Akkus nicht im Ladegerät vergessen
Bei Zimmertemperatur laden
(extreme Umgebungstemperaturen führen zu Fehlladungen) Warme Akkus während des Ladens sind normal, heiße Akkus sterben gerade
Akkus mischen in einem Ladegerät, evtl. auch mit unterschiedlichen
Ladezuständen, solltest Du nur bei Ladegeräten, die jeden Akku einzeln überwachen
Tiefentladene Akkus vermeiden
(passiert oft bei Taschenlampen oder MP3- Playern, aber auch bei "vergessenen Geräten")
Schwache Akkus durch Lazy-Batterie-Effekt (NIMH) oder Memory Effekt (NICD) kommen häufig durch mehrere präzise
Lade/Entladezyklen wieder auf die Beine
Akkus sind in Digitalcameras leistungsfähiger, als Batterien.
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Fotofan Stephan hat mir folgenden Tipp zu NiMh-Akkus gesendet,
guckst Du HIER
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Zum Thema Akkus hält die Fotoschule to go eine Fototipp-Card zum Mitnehmen bereit, konzentriert aufs Wesentliche, einfach ausdrucken und in die Fototasche stecken.
Klick auf das Fototipp-Card-Logo:
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Fertig formatiert ist die Fototipp-Card leicht verständlich und bei Deinen Foto-Streifzügen als Fotoschule to go Dein Taschen-Ratgeber vor Ort.
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... hier gehts weiter in der Fotoschule
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Die Fotoschule als Buch von Anfang an lesen, klick HIER
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