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Durch die richtige Wahl der ISO- Einstellung kannst Du in vielen Situationen auf den eingebauten Blitz Deiner Digitalen getrost verzichten. Was das fĂŒr Vorteile hat,
kannst Du in der separaten Rubrik âBlitzlicht“ detailliert nachlesen. Allerdings ist es bei der Digitalcamera nicht anders, als bei der analogen Kamera auch: Du erkaufst Dir die höhere
Lichtempfindlichkeit mit einer Zunahme der Körnigkeit und digitalen Weichheit.
Nun mag so mancher Fotofan denken: âTotal falsch! Bei der Digitalfotografie gibt es KEIN KORN!“
Das stimmt, aber die Digitalfotografie hat was genauso schönes zu bieten: es handelt sich um das Pixelrauschen oder auch Bildrauschen.
Nehmen wir mal an, Du gehst mit Tante Gerti nachts in den Oberbruttenscheider Wald bis zu Deiner Lieblingslichtung.
Du gehst mit ihr genau dahin, wo Du damals mit Deiner mechanischen Spiegelreflexkamera Deine wunderschöne Sammlung ausgefallener Mondphasenfotografien auf den Film gebannt hast. Nur diesmal nimmst Du Deine
Digitale und fotografierst den Nachthimmel samt Mond.
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Zu Hause wirfst Du den Blechotto an, schaufelst Deine digitalen Fotos rĂŒber und machst eine interstellare Entdeckung der dritten Art:
kleine bunte PĂŒnktchen, verstreut ĂŒber den ganzen Himmel. (die sind auf dem Mondbild oben allerdings nicht drauf...)
Deine Freude ĂŒber die unerwartete Entdeckung neuer Himmelskörper wird dann doch durch die ungewöhnliche Sternendichte etwas getrĂŒbt. Dir wird nach langer Diskussion mit Tante Gerti langsam klar, daĂ
es sich um eine Fehlinterpretation Deines Kamera- Chips handelt. Bevor Du nun Deine Digitalcamera wutschnaubend direkt in die Tonne kloppst, ein paar Tipps zum besseren Gelingen (trotz Digitalcamera....).
Der Fotochip Deiner Kamera besteht aus vielen lichtempfindlichen Dioden, die stur nach einer simplen Formel vorgehen:
viel Licht = viel Spannung.
Dann rechnet die Kameraelektronik diese Spannungssignale in ein Bild um. So weit, so gut. Problematisch wird die ganze Sache allerdings durch die Tatsache, daĂ die Kamera fĂŒr jede Aufnahme eine
gewisse Vorspannung braucht, die stĂ€ndig vorliegt. Bei Deinen Fotos vom letzten Strandurlaub auf Menorca erschlĂ€gt die helle Sonne die geringe Grundspannung im Handumdrehen. Bei Deinen nĂ€chtlichen StreifzĂŒgen entstehen durch die schwachen Lichtsignale des Himmels allerdings Fehlinterpretationen durch quasi “verwirrte” Pixel. Wenn Du nun pfiffigerweise Deine Kameraelektronik auf
ISO 800 (oder noch höher) einstellst, wird der Effekt noch stÀrker. Deine Digitalcamera merkt bei so schwachen Lichtfutter auch, daà es schwieriger wird die raren Impulse des Chips zu deuten. Sie erhöht die
Spannung und versucht jedes noch so schwache Signal umzusetzen. Gleichzeitig wird auch die Vorspannung/Grundspannung des CCD erhöht um Details besser registrieren zu können. Wenn Du dann noch Langzeitaufnahmen
machst, kann die Elektronik noch viel lÀnger, quasi in Ruhe die Fehldaten des Chips einfangen.
Da kommen also drei Faktoren zusammen: höhere Empfindlichkeit
der Elektronik, höhere Vorspannung des CCD und lĂ€ngere verfĂŒgbare Rechenzeiten der Elektronik durch lĂ€ngere Belichtungszeiten.
Es ist kein Zufall, daĂ Du meinst, an heiĂen SommernĂ€chten ist das Bildrauschen schlimmer, als im kĂŒhlen
Winter. Die Elektronen flitzen bei höheren Temperaturen um LÀngen beweglicher und gernstens auch mal querer. Du denkst sicher, wenn Du die Dateien endlich auf dem Rechner im Bildbearbeitungsprogramm hast,
wird alles wieder gut?
Nö, Nö.
NachschĂ€rfen wird vom Bildprogramm unter BerĂŒcksichtigung der fehlerhaften Pixel zum Anlass genommen, gleich noch eine zusĂ€tzliche Menge an fehlerhaften Pixel
drumherum zu ballern und das Speichern im .jpg- Format verstÀrkt den Effekt dann auch nochmal zusÀtzlich.
Tja, so siehts aus.
Die grundsÀtzliche Entscheidung, zur hohen Empfindlichkeit zu greifen,
um mit vorhandenem Licht Dein Foto auf das Kameramedium (CCD oder Film) zu malen, erkaufst Du Dir mit diversen QualitÀtsnachteilen. Andererseits erlaubt Dir das Fotografieren unter solchen Bedingungen jedoch das
Einfangen ganz besonderer Motive; die Dir garantiert mit kĂŒnstlicher Blitzbeleuchtung nicht gelingen wĂŒrden.
Mein R@lfonso online- Tipp zum Thema Pixelrauschen:
Stativ raus, Blitz aus (oder höchstens unterstĂŒtzend einsetzen), ISO auf 100 (oder kleiner), Kamera möglichst kalt (keine Serienfotos kurz vorher und nicht tagsĂŒber
in der Sonne lagern), speichern im RAW- Format (zumindest aber ohne Komprimierung), im Bildprogramm auf dem Blechotto nicht schÀrfen und bei guten Fotos (da, wo sich der Aufwand lohnt) die störendsten Fehlpixel per Klonen- Nachbearbeitung korrigieren.
(.... auf dem Mondbild oben habe ich das genauso gemacht....)
Ich habe fĂŒr ânormale“ Aufnahmen die ISO- Automatik meiner DSLR grundsĂ€tzlich abgeschaltet und manuell auf ISO 100 eingestellt. Das fĂŒhrt zu einer deutlichen Steigerung der Farbbrillianz, besserem Kontrastumfang und etwas besserer SchĂ€rfe. Wenn Du bei schwierigeren LichtverhĂ€ltnissen auf das Stativ (auch ein improvisiertes...) zurĂŒckgreifen kannst, solltest Du auch hier bei ISO 100 fotografieren.
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