Den Mond fotografieren

....fotografieren, wenn die Wölfe heulen....

Verschlafen schaust Du aus dem kleinen Fenster Deines Zimmers und fragst Dich, wo das ohrenbetäubende Geheule da draussen herkommen mag. Tante Gerti sitzt mitten im Garten auf der frisch gemähten Wiese, direkt neben dem kleinen Teich, schaut ´gen Himmel und heult, wie ein Wolf! Ein unheimliches Bild, wie sie da sitzt in ihrem weißen Nachthemd. Es ist Vollmond, der Garten schimmert wie in einem Horrofilm (ich meine jetzt das Licht und nicht Tante Gerti...). Auf Samui gibt es in solchen Nächten an vielen Stränden der Insel Fullmoon-Parties mit guter Laune und ausgelassener Stimmung, bei Dir eine heulende Tante Gerti am Gartenteich.

    Wo Du nun schonmal wach bist, könntest Du ja mal......

genau!

....
den Vollmond fotografieren.

Aus meiner Fotoserie Menorca

Aus meiner Fotoserie Menorca

Mit Stativ und 500mm Tele 1/30sec. f5,6
DSLR Minolta Dynax 5D

Damit Dein Mond-Foto gleich von Beginn an ein voller Erfolg wird, habe ich ein paar R@lfonso-Tipps für Dich zusammengetragen. Fotofan Achim hat mir zu diesem Thema folgende Zeilen geschrieben:

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Hallo Ralfonso,
 
da ich nicht müde werde, in Deiner Fotoschule zu lesen, sich aber immer wieder Fragen zu aktuellen “Anfängerproblemen" ergeben, bitte ich Dich, mir einen Tipp zu meinem Problemchen zu geben.
 
Wie aus dem Thema ersichtlich, habe ich versucht, den Mond zu fotografieren. Die Ergebnisse fielen sehr bescheiden aus und ich habe einen Fachmann zu Rate gezogen. Dieser empfiehl mir folgende Vorgehensweise:
 
Kamera auf ein Stativ befestigen und einen Drahtauslöser oder digitalen Funkauslöser verwenden
die maximal zur Verfügung stehende Telebrennweite wählen
Belichtungsprogramm auf Zeitautomatik d.h. die Blende vorwählen.
ISO 100 und Blende 8 einstellen
Autofokus nur mit dem inneren Sensor auf den Mond ausrichten
Belichtungsmessung - Punktmessung

Da Du ja DER Fachmann schlechthin bist, würde ich gerne Deine Meinung dazu lesen.
 
Ich habe bereits versucht, mir die Vorgehensweise der Spotmessung im Internet und in der Bedienungsanleitung meiner SONY ALPHA 300 anzulesen, aber so ganz habe ich das noch nicht verstanden.
 
- Funktion Spotmessung
- Fokus auf den Mond ausrichten
- AEL-Taste drücken, gedrückt halten und das Foto machen.
 
Ist das so richtig?
 
Ich wäre Dir sehr dankbar für Deine Einschätzung und freue mich auf Deine Antwort.
 
Schöne Grüße und NOCHMAL danke :-))

Achim

Was der freundliche Fachmann da an Ratschlägen gegeben hat, passt schon recht gut.
Achim´s Verwirrung bezüglich des Festhaltens der AEL- Taste (dabei die Kamera aufs Stativ, um nicht zu verwackeln, den Fernauslöser betätigen und dann noch alles ohne Wackeln.... hmmmh...) und der Einstellungen der DSLR, zeigt aber:

>> ist noch etwas kompliziert, so <<.




Also nochmal zurück zu Tante Gerti:

Was nimmst Du alles mit in den Garten, um ein schönes Vollmond-Foto zu bekommen?

Ideal:
DSLR (natürlich geht auch eine analoge SLR, aber die benutzt ja kaum noch einer...)
Tele mit mindestens 200mm, besser sind 500 oder sogar 1000mm
Stativ
Fernauslöser
KEIN Blitz

Das geht auch:
Digicam mit vergleichbarem Zoom (je mehr, desto besser)
Stativ

Fullmoon auf Samui

Auf Koh Samui während einer Fullmoon-Party entstanden.
Als Stativ diente ein Rucksack, der im Sand lag und meine Kamera schön ruhig auf sich trug. Das Foto ist das beste Einzelfoto aus einer Serie von insgesamt fünf Fotos gewesen. Die Fotos entstanden seinerzeit auf Negativfilm, also konnte ich mich bis nach dem Urlaub gedulden, um zu sehen, was denn aus meiner Vollmond- Idee wohl geworden ist. Die einzelnen Fotos zeigten entweder einen gut detaillierten Mond und kein Umfeld, oder einen weißen Fleck am Himmel, dafür aber einen Teil des dunkelblauen Himmels und der Insel. Erst vor ein paar Jahren, als das Thema HDR spruchreif wurde, habe ich aus zwei mißratenen Bildern dieses am Blechotto zusammengesetzt. Den Mond aus dem einen Bild, das Umfeld aus dem anderen Bild.
An die Belichtungszeiten kann ich mich leider nicht mehr erinnern.... die hatten da so unglaublich leckere Cocktails
 ;-)

Diese Einstellungen sind ideal:

der Mond, in den meisten Fällen der Vollmond, stellt eine helle punktförmige Lichtquelle in einem großen schwarzen Umfeld dar. Hier entstehen die meisten Probleme. Die Belichtungsmesssung Deiner Kamera ist so ausgelegt, daß sie einen Mix des gesamten Bildes berechnet und einen idealen Durchschnitt anstrebt. Das bedeutet für Dein Motiv, daß die Kamera versucht, den schwarzen (oder tiefblauen) Himmel richtig zu belichten und den kleinen Leuchtpunkt (Dein eigentliches Motiv, den Mond) nicht berücksichtigt. Daraus folgen extrem lange Belichtungszeiten, was zu einem grauen Himmel (meistens recht pixelig) und einem strukturlosen weißen Punkt am Himmel führt. Ebenso schwer tut sich der Autofokus Deiner Kamera. Die automatische Scharfstellung sucht nach Kontrasten im Motiv, um den idealen Schärfepunkt zu fixieren. Dein schwarzer Himmel gibt Deiner Kamera aber keinen verwertbaren Anhaltspunkt (und der kleine helle Fleck am Himmel wird nicht entsprechend wichtig bewertet), was zu wilden Schärfefahrten Deines Objektivs führt. Und unweigerlich zu einem unscharfen Bild.


Diesen beiden Spezialfällen (Belichtung & Schärfe) mußt Du nun durch gezielten Einstellungen gerecht werden:


--> ISO 100 (es sei denn, Du hast eine rauscharme Kamera bei höheren ISO- Werten)

--> Schärfe manuell auf unendlich drehen (oder ganz knapp davor), falls Du ein 500 oder 1000mm- Tele benutzt,
   geht auch die automatische Scharfstellung mit Spot-Messung (auf den Mond)

--> Auf die Länge kommt es doch an! Zumindest bei Mondfotos;
   je länger, sprich stärker das Tele, umso größer wird der Mond auf Deinem Bild.

--> RAW-Format wählen (hier kannst Du später am Blechotto noch einiges korrigieren)

--> Blende 5,6 (etwas abblenden bringt höhere Abbildungsleistungen des Objektivs)

--> Verschlußzeit: 1/250sec (hier gilt es allerdings zu probieren mit verschiedenen Verschlußzeiten,
   die angrenzen: 1/60 oder 1/125 bzw. 1/500sec.)

--> Vorsicht bei längeren Verschlußzeiten, als 1/30sec., der Mond steht nicht still am Himmel, sondern saust um die Erde.  
   Zu lange Verschlußzeiten führen zu Bewegungsunschärfen (kein Witz, der Mond saust einen guten Kilometer!...).

--> Auf jeden Fall solltest Du mehrere Fotos mit unterschiedlichen Blende / Verschlußzeit- Kombinationen machen. Auch 
   leicht unter- und überbelichtete Fotos machen Sinn, wenn Du sie z.B. nachher per HDR weiterverarbeiten möchtest  
   (also f8 mit 1/125sec und / oder andere ISO-Einstellungen ISO 200 anstatt ISO 100).

--> Auch ein diesiger Himmel, ein nicht ganz so heller Mond, oder ein Halbmond erfordern geringfügige Anpassungen der
   voreingestellten Werte. So kann für einen hellen Vollmond die Verschlußzeit 1/250sec. bei f5,6 perfekt passen, bei
   einem Halbmond aber 1/60sec bei f5,6 nötig werden.
 

Du magst nun denken, wofür dann eigentlich der Fernauslöser und das ganze Theater mit dem Stativ gut sein soll, wenn wir von Verschlußzeiten reden, die man doch locker aus der Hand hält.

Das stimmt, bedingt.

Fotografierst Du mit einem 200mm Tele und kannst eine 1/250sec. realisieren, wird Dir das Bild locker gelingen. Bei 300mm wird das schon grenzwertig und bei 500mm gibts sicher Verwackler. Außerdem ist es recht schwer den Mond am dunklen Himmel überhaupt mal vernünftig ins Bild zu bekommen. Du wirst wie blöde umherstochern mit Deiner Kamera vor der Nase...
Auf dem Stativ hast Du eine feste Einstellung, die Schärfe passt und Du kannst Dich der Belichtungsfrage widmen. Besonders für HDR- Fotos brauchst Du exakt dieselbe Ausrichtung. Den Fernauslöser brauchst Du nicht zwingend (das ist eben die Komfortklasse), Du kannst auch Deinen Selbstauslöser nutzen. Hauptsache Du wackelst während des Auslösens nicht an der Kamera rum (was Du beim Betätigen des Auslösers unweigerlich tun würdest; ein Drücken der AEL- Taste ist somit auch wenig sinnvoll).

Mond über Ca Savio

Ein sehr sehr altes Foto aus meinen Anfängen....
Mit meiner ersten SLR und gerade frisch erstandenem Stativ im Alter von 12 Jahren nachts am Strand von Ca´Savio an der italienischen Adria. Ich war super stolz, dass mein Vater mit mir extra nachts nochmal zum Strand ging und ich den Vollmond fotografieren durfte. Dieses Bild war für Jahre mein bestes Nacht-Foto und ich war so stolz darauf, daß ich es jedem gezeigt habe (auch denen, die es nicht sehen wollten...). Heute im Zeitalter digitaler Kameras ist so eine Ausbeute vermutlich direkt was für den digitalen Mülleimer. Egal, ich zeig´s einfach trotzdem weiter, jetzt im Web ;-)

Den Mond mit leicht beleuchteter Landschaft zu fotografieren, wird auch schwierig.
Hier empfehle ich Dir auch ein Stativ, RAW- Modus, keinen Blitz, ISO 100, Blende f5,6, Belichtungszeit nach Kameraberechnung in Zeitautomatik- Einstellung, Schärfe Autofokus, Selbstauslöser / Fernauslöser und eine kleine Belichtungsreihe für spätere HDR- Bearbeitung. Auch hier würde ich ein paar Abweichungen ausprobieren und nachher am Blechotto das beste Bild auswählen.

Speziell bei Mondfotos wirst Du um eine nachträgliche Bearbeitung am Blechotto nicht umhin kommen. Vergrößerungen Deines Fotos, Kontrastbearbeitung (wg. atmosphärischer Trübungen) und Entrauschen sind eher das Standard-Programm, RAW- Korrekturen und HDR-Bearbeitung fallen in den erweiterten kreativen Bereich.

Auch die Mondfotografie gehört in das Gebiet Nachtaufnahmen und Available Light. Darum solltest Du Dich mit den Abläufen und Besonderheiten dieser Gebiete ebenfalls vertraut machen.



Hier sind nochmal alle nützlichen Links rund um das Thema Vollmond:

Nachtaufnahmen
Available Light
HDR
RAW
Tele
ISO
Lange Belichtungszeiten

Update

Nach gut einem Vierteljahr nochmal ein Blick auf Fotofan Achim:

Achim hat kräftig weiter probiert und jede Möglichkeit den Mond zu fotografieren genutzt. So erreichte mich gestern eine Email mit seinem bisher besten Mondfoto. Das Bild entstand mit folgenden Belichtungsdaten:

Sony Alpha 300
Tele 200mm
Blende 5,6
Verschluss: 1/320s
Spotmessung
 
Du siehst, probieren, nicht entmutigen lassen und sicher auch ein Portion Glück bringen im Gegenzug gelungene Fotos; welche wie dieses von Achim:

Mond_Achim


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