Vieles haette ich verstanden, wenn man es mir nicht erklaert haette

Die Rallye

... wenn die Rennboliden sausen ...

Dieter Skibulsky, stolzer Eigentümer eines lindgrünen Ford Granada mit braunem Vinyldach, reinigt gerade seine Plastikradabdeckungen mit der Zahnbürste vor dem Vereinsheim des Marienkäferzuchtvereins. Tante Gerti schmiert in der Küche des Vereinheims noch schnell ein paar leckere Bütterchen und läuft hektisch voller Vorfreude hin und her.
Heute ist der große Tag:

Die Wikinger - Rallye

Dieter Skibulsky tritt höchstpersönlich mit seinem Granada an und Tante Gerti ist fest von seinem überragenden Sieg überzeugt. Was beide noch nicht wissen, Dieter Skibulskys lindgrüner Granada sowie Dieter Skibulsky höchstpersönlich erfüllen eine ganze Liste von Anforderungen zum Start bei einer Rallye leider nicht. Und so gibts auch keine Startgenehmigung. So werden beide auf dem Besucherparkplatz die leckeren Bütterchen futtern dürfen und sind ganz umsonst losgefahren...

Nicht umsonst losgefahren ist dagegen
Fotofan Arne. Er freute sich in den vergangenen Tagen nicht weniger auf die Rallye, denn für ihn ist das Auto- Spektakel auch gleichzeitig ein Foto- Highlight. Für Die Fotoschule hat Arne einige Fototipps aus eigener Erfahrung zusammengestellt, die Dir bei einem ähnlichen Vorhaben sicher viele gelungene Fotos bescheren:

Fotograf Arne Metzger, während der Wikinger Rallye 2009

Arne´s Fototipps für die Rallye:

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Eine Rallye ist für jeden Motorsport-Freund etwas besonderes – es ist laut, es ist dreckig, es riecht nach verbranntem Gummi und Abgasen... Für den Motorsport-begeisterten Fotofreund kommt noch die Freude an spektakulären Bildern dazu.

Der Weg zu guten Fotos ist aber manchmal steinig. Aus meiner Sicht stellen sich jedem Fotofreund vor dem „ersten Mal“ sicherlich mindestens diese Fragen:

--- Wo sind die guten Stellen mit ordentlich Aktion?
--- Wie und wo stelle ich mich an diesen Stellen hin?
--- Welche Ausrüstung nehme ich mit?
--- Was gibt es an Verhaltensregeln zu beachten? Und nicht zuletzt
--- Welche Einstellungen nehme ich an meiner Kamera vor?


Die Vorbereitung

Informiere Dich schon in den Wochen vor den Renntagen über den Zeitplan und die Strecken. So ziemlich jeder Veranstalter von der kleinen regionalen Rallye bis zum Weltmeisterschaftslauf hat eine Homepage. Dort findest Du (und eben auch die Fahrer) alle wichtigen Informationen: die Strecken, die Zeitpläne, die Starterliste mit den Namen der Fahrer und ihren Autos.
Viele Veranstalter geben meistens in der Woche vor dem Rennen ein Heft heraus, in dem auch die Strecke (die sogenannten „Wertungsprüfungen“) als Kartenausschnitt abgedruckt sind. Manchmal findet man entsprechende Karten auch auf der Homepage. Etwas Ortskenntnis ist ein großer Vorteil, denn oft sind gute Stellen, wie z.B. Spitzkehren, 90°-Kurven, S-Kurven, Kuppen (für Sprungeinlagen!) oder Übergänge Asphalt/Schotter, nur über Umwege und kleinste Feldwege erreichbar. Auch kannst Du nie direkt an der Strecke parken – Du wirst nicht der einzige Zuschauer dort sein und es ist auch weiträumig abgesperrt. Das letzte Stück bis zum ausgesuchten Standort musst Du also zu Fuß zurücklegen.
Die einzelnen Wertungsprüfungen (es sind meistens um die 10 oder 15 Prüfungen) liegen auch nicht unbedingt nah beieinander. Du wirst sicher mal 10 oder 20km fahren müssen, um von einer Prüfung zur nächsten zu gelangen. Plane also genug Zeit ein. Jede Prüfung wirst Du eh nicht anschauen können.

Packe am Tag vor dem Rennen deine Ausrüstung. Ein Rucksack ist allemal rückenfreundlicher als eine Umhängetasche. Lade alle Akkus, auch die vom Blitz. Nimm genug Speicherkarten mit. Bist Du stolzer Besitzer einer DSLR, dann nehme auf jeden Fall ein langes Telezoom mit. Ein 80-200 sollte es schon sein, besser noch etwas länger. Auf jeden Fall packe auch ein kurzes Weitwinkelzoom ein, falls Du mal dichter an die Strecke ran kommst oder Du ins Fahrerlager möchtest. Falls Du abendliche Wertungsprüfungen mitnehmen möchtest, wirst Du ein lichtstarkes Objektiv und einen starken Blitz zu schätzen lernen.
Und lasse das Stativ zu Hause. Du hast nicht den Platz, um es aufzubauen und freihändig bist Du einfach schneller beim Mitziehen.

Plane genug Zeit ein. Meistens gehen die Veranstaltungen über zwei Tage. Am ersten Tag nachmittags ist im Fahrerlager Hochbetrieb. Die Autos werden vorbereitet, die technische Abnahme steht bevor. Oft kannst Du problemlos durch das Fahrerlager schlendern und dort nach guten Motiven Ausschau halten. Niemand hat etwas dagegen, wenn Du dich ausserhalb des „Motorhomes“ (den abgesperrten Bereich der Teams) aufhälst und Fotos machst. Oft kann man auch ganz dicht an die Autos ran – sprich einfach jemanden vom Team an, die meisten sind sehr ausgeschlossen und machen bereitwillig mit. Höchstens in der heißen Phase (die bemerkst Du an der allgemeinen Nervosität aller Teams) wirst Du vielleicht mal eine Abfuhr bekommen. Das solltest Du dann auch respektieren.
 

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Fotograf Arne Metzger, während der Wikinger Rallye 2009

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Das Rennen

Es ist soweit – alles ist gepackt, Du hast einen Streckenplan und hast jeweils gute Stellen ausgesucht. Frohen Mutes machst Du dich auf den Weg.

Du solltest unbedingt einen Besuch im Fahrerlager einplanen. Vor der ersten Prüfung wirst Du dort alle Autos sehen können.

An der Strecke und deiner ausgesuchten Stelle angekommen gilt es, sich einen guten Standort zu sichern. Sei lieber etwas früher dort, denn an guten Stellen werden auch viele Zuschauer stehen. Ein Platz in der ersten Reihe sorgt für gute Aussicht! Achte auf die Streckenposten, die meistens orangene Warnwesten tragen. Es gibt in Kurven immer Sicherheitsbereiche, die für die Zuschauer tabu sind. Nur die Presse-Profis dürfen dort rein (die tragen meistens Pressewesten vom Veranstalter). Auch hier hilft ein offenes Gespräch mit den Streckenposten und bringt Dir einen guten Standpunkt ein.

Von vorn oder seitlich sehen die Autos natürlich besser aus als von hinten – Du solltest also wissen, aus welcher Richtung die Autos kommen. Aber manchmal geht es nicht anders und Du wirst „nur“ Heckansichten fotografieren können.

Stelle deine Kamera auf Zeitautomatik oder wähle das Sportprogramm. Mache ein paar Probeschüsse zur Kontrolle.

Ich habe für meine Fotos meistens eine etwas längere Belichtungszeit gewählt, um einen
Mitzieh-Effekt zu bekommen. Dabei verfolgst Du das Auto vorher (Auslöser halb gedrückt, damit der Autofokus auch dran bleibt) und ziehst auch beim Auslösen weiter mit. Das gibt einen schönen Effekt, dass der Hintergrund verwischt ist und das Auto (hoffentlich) scharf abgebildet wird. Etwas Übung brauchst Du aber.

Als kleine Hilfestellung gilt:
je schneller oder je weiter entfernt das Objekt ist, desto kürzer kann die Belichtungszeit sein.
Umgekehrt gilt: je dichter oder je langsamer das Objekt, desto länger darf die Belichtungszeit sein.
 

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Klick vergrößert

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Bei den oberen drei Fotos stand ich sehr nah an der Strecke und hatte ein 28-80 drauf. Belichtungszeiten lagen um die 1/100, später am Abend mit Blitz auf bei 1/10 mit Blitz auf den 2. Vorhang.
Bei den Fotos unten stand ich weiter weg, teilweise auch auf einem Hügel (schöne freie Sicht von oben auf die Strecke!) und hatte ein 80-200 drauf. Belichtungszeiten waren meist um die 1/125 oder 1/160.
Kontrolliere immer wieder zwischendurch die Fotos und passe die Belichtungszeit wenn nötig an, in dem Du eine Stufe länger oder kürzer gehst.

Mache viele Fotos – schalte die Kamera auf Serienbild und halte mit „Dauerfeuer“ drauf. Ich habe bislang immer deutlich mehr als 800 Fotos gemacht.

Stelle Dich auch auf viel Ausschuss ein. Bei meiner letzten Rallye habe ich 900 Fotos geschossen, 65 sind davon durch meine Qualitätskontrolle gekommen. Was schon eine gute Quote ist. Ärgere Dich nicht, wenn Du zwischendurch deine Fotos sichtest und viel Müll siehst. Zu Hause und mit Ruhe findest Du sicher viele gute Fotos.
Und versuche Dich nicht mit den Presseprofis zu messen. Ich stehe oft neben den Jungs und schaue neidisch auf die Displays der 1d, D2/D3 mit den weißen Tüten vorne dran. Mit der Ausrüstung, aber ganz besonders mit der Erfahrung der Kollegen wirst Du nicht mithalten können.
Aber das bedeutet nicht, dass man mit Amateurausrüstung oder Kompaktkameras keine guten Rallyefotos hinbekommt.

So lieber Fotofreund – ich hoffe, ich konnte Dir ein paar Tipps geben und habe dein Interesse an Motorsport-Fotos geweckt. Versuche es einfach einmal aus, wenn Du Lust dazu hast und eine Veranstaltung in der Nähe ist.

Hast Du weitere Fragen, dann wende dich vertrauensvoll an die Fotoschule. Natürlich darfst Du auch mich anschreiben. Meine Kontaktdaten stehen auf
meiner Homepage im Impressum.

In meiner Galerie findest Du Fotos von bislang zwei Rallyes. Bei der 2009er-Rallye stehen bei allen Fotos die EXIFs dabei.
 

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Klick vergrößert

Viiiiieeeelen Dank !!!!!!
an Fotofan Arne, der sich hier richtig in die Tasten gestürzt hat, um ein “Rallye-Foto-Rundum-Paket” zu schnüren, dem ich nichts mehr anzufügen weiss. Ich kann nur jedem Rallye- Fan den Tipp geben, Arnes Fotogalerien im Web zu besuchen:

Arne´s Webgalerie Wikinger - Rallye

Arne hat in seinen Fototipps zur Rallye auf eine besondere Art von Fotos hingewiesen:

Der Mitzieheffekt

 Den Mitzieheffekt kannst Du nutzen, um Bewegung im Bild deutlich zu machen und mehr Dynamik zu erzielen. Und das nicht nur während einer Rallye, sondern immer, wenn es sich vom Motiv anbietet: die rennende Hauskatze, Tante Gerti kreischend auf der Flucht vor einer Maus oder auch die Maus selbst in vollem Tempo.
Der Ablauf ist stets gleich:
die Kamera wird bei der Aufnahme in Bewegungsrichtung des Motivs mitgeschwenkt, was im Idealfall zu einem scharfen Motiv und einem unscharfen, verwischten Hintergrund führt.

Als kleine Hilfestellung gilt:
je schneller oder je weiter entfernt das Objekt ist, desto kürzer kann die Belichtungszeit sein.
Umgekehrt gilt: je dichter oder je langsamer das Objekt, desto länger darf die Belichtungszeit sein.
Zieh die Kamera möglichst in der gleichen Geschwindigkeit, wie Dein Motiv mit (gleiche Position im Sucher).
Antishake (mechanische oder elektronische Verwacklungshilfe) ausschalten.
In der Dämmerung längere Verschlußzeiten nehmen (1/15sec), Blitz gezielt auf den 2. Verschlußvorhang auslösen.

 Fotografiere viel! Bei dieser Methode wirst Du sicher 90% Ausschuß haben, weil ein richtig gutes Bild einen recht hohen Zufallsfaktor hat. Mal wirst Du eine Idee zu langsam sein, mal ist die Verschlußzeit zu kurz gewählt und klassische Verwackler durch ungleichmässiges Mitziehen sind ebenso typisch.

Hier sind nochmal drei Fotos von Arne, die eben genau diese klassischen Ausfälle zeigen:

Fokus und Belichtung passen, leider beim Mitziehen etwas zu lansam, Front fehlt

Zu langsam mitgezogen und beim Mitziehen verwackelt

Fokus sitzt nicht, Heck abgeschnitten, beim Mitziehen zu schnell gewesen

Klick vergrößert

Und so siehts dann aus, wenn Du alles richtig gemacht hast:

Fotograf Arne Metzger, während der Wikinger Rallye 2009

Abschliessend noch der Hinweis, dass Arne´s Tipps und der Einsatz des Mitzieheffektes nicht nur bei einer Rallye gelten, sondern prinzipiell bei jeder schnellen Sportveranstaltung anwendbar sind (Autorennen, Motorradrennen, Radrennen). Den Mitzieheffekt kannst Du überall dort einsetzen, wo Du etwas Dynamik und Bewegung im Bild ausdrücken möchtest. Und allen “Heimwerkern” am Blechotto sei gesagt: es geht zum Teil auch digital per Bildverarbeitung im Nachhinein. Ob das allerdings genausoviel Spass macht und Freude am fertigen Bild bringt, wie der Live- Einsatz an der Piste mit der DSLR in der Hand, kann ich mir nicht vorstellen...

...und hier gehts weiter in der Fotoschule...


Zum Thema Rallye und Mitzieheffekt hält die Fotoschule to go eine Fototipp-Card zum Mitnehmen bereit, konzentriert aufs Wesentliche, einfach ausdrucken und in die Fototasche stecken.

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