Vieles haette ich verstanden, wenn man es mir nicht erklaert haette

Gegenlichtblende

…  die Cap für Dein Objektiv...

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Tante Gerti schaltet am Strand das Sonnenlicht mit ihrem coolen roten Formel 1 Cappy aus. Und was für das Gesicht hilft, das kann dem Objektiv ja nicht schaden.

Wie Du nun auch immer über Tante Gerti denken magst, sie liegt damit gar nicht falsch. Die Gegenlichtblende, die Cap Deines Objektives, führt bei vielen Fotofans zu zwiespältigen Gefühlen. Meistens liegt sie Deinem neuen Objektiv bei und kurz drauf im Schrank. Während sich viele Fotofans den Kopf zerbrechen, was sie für Filter ans Objektiv schrauben sollen, wissen viele nicht so recht, was sie mit dem Dingen machen sollen.

Tante Gerti schraubt sie am liebsten falsch rum aufs Objektiv, weil das irgendwie nach mehr aussieht...

Was aber nicht heißen soll, dass das für den Transport keine gute Idee ist. So hast Du sie dabei, wenn Du sie brauchst, gleichzeitig nimmt sie so am wenigsten Platz weg. 





Was macht man mit der Gegenlichtblende, wie verwendest Du sie sinnvoll?

Die Gegenlichtblende (lens hood) wird auch Störlichtblende, Streulichtblende oder ganz einfach Sonnenblende genannt. Da steckt schon viel an Erklärung im Namen drin. Die Gegenlichtblende kommt nämlich nicht nur bei Gegenlicht zum Einsatz, sondern sorgt auch im Kampf mit Stör-, Streu- oder ganz pauschal bei Sonnenlicht für bessere Fotos.

Ähnlich Tante Gertis Cappy schützt die Gegenlichtblende Dein Objektiv vor direkt eintreffendem Sonnenlicht. Tante Gerti trägt ihr Cappy, weil sie sonst nicht richtig sehen kann, wenn ihr die Sonne ins Auge scheint. Die Probleme hat Dein Objektiv und somit der Bildsensor im Lichtgang genauso. Das Argument schlichtweg zur Verwendung einer Gegenlichtblende ist das Blocken von direkt auf die Linse treffendes Licht, in der Hauptsache Sonnenlicht (aber nicht nur). Das steigert die Kontraste und lässt alle Farben intensiver, gesättigter wirken. Relativ gesehen zum gleichen Foto ohne Blende, denn genau genommen erhält die Gegenlichtblende "nur" die guten Objektiveigenschaften und befreit sie von störenden Lichteinflüssen.

Störende Lichteinflüsse sind die kreisrunden Reflexe, die Du sicher schon auf Deinen Fotos entdeckt haben wirst. Sie fallen unterschiedlich aus, sehen manchmal sogar ganz gut aus, verschandeln aber in der Regel Dein Bild. In der Realität siehst Du schließlich auch keine kreisrunden Reflexe in der Landschaft, somit wirken sie für den Bildbetrachter störend. Diese Lichteinflüsse, die bei direkt im Bild sichtbarer Sonne deutlich stärker auftreten, haben in der Fotowelt einen eigenen Namen:

Lens-Flare-Effekte.

Am Weststrand auf dem Darss

Am Weststrand auf Fischland-Darß-Zingst

Mit der Gegenlichtblende kannst Du sogar mit diesem Effekt "spielen" und ihn steuern, indem Du sie entsprechend positionierst (bzw. die Kamera mit dem Objektiv). Zaubern kann die Gegenlichtblende allerdings nicht. Wenn Du voll in die Sonne keulst, am besten noch einen schlechten UV-Filter vor dem Objektiv kleben hast und Dein ohnehin etwas "empfindliches" Reise-Zoom nutzt, bringt sie gar nichts. Etwas Rumprobieren, den Standort und die Kameraausrichtung variieren und genaues Betrachten Deines Motivs im Sucher kann dazu führen, dass Du Dein Foto tatsächlich nur durch die Hilfe der Gegenlichtblende fotografieren kannst.

Es gibt aber zahlreiche Motivsituationen mit schwierigem Licht, bei denen die Sonne nicht ideal hinter Dir steht, sondern quer bzw. quer von vorne scheint. Hier ist das Hauptfeld der Gegenlichtblende. Auch bereits sehr helles Streulicht verursacht ein Abflauen Deines Fotos, schon sehr viel eher, als Du tatsächlich die Ringe und Reflexe des Lens-Flares wahrnimmst. Das kann auch künstliches Störlicht sein, Scheinwerfer, Spots, Flutlicht oder Reflexlicht an Gegenständen in Deiner Nähe.



Was genau ist ein Lens Flare?

Wie es aussehen kann, siehst Du auf dem Foto oben und unten. Lens Flare heißt übersetzt Linsen-Lichtschein, was bereits ein Stück weit erklärt, was es ist. Noch klarer wird es mit den häufig benutzten deutschen Begriffen Blendenflecke oder Linsenreflexion. Was Du hier nämlich siehst, sind Reflexionen im Objektiv, die an einer oder mehreren Linsen im Objektiv entstehen. Die Reflexe sind das extrem helle Licht beispielsweise der Sonne, die Form wird vorgegeben durch die Irisblende im Inneren des Objektives. Die Anzahl der sichtbaren Lens Flares im Foto entsprechen der Anzahl der Linsen des Objektives. Darum sind aufwändig gefertigte Multi-Zoom-Objektive, wie z.B. ein Reise-Zoom-Objektiv durch die vielen Linsen im Inneren deutlich anfälliger für eine Vielzahl an Reflexionen im Bild. Auch die Form bzw. das Aussehen sind kein Zufall, sondern werden durch die Form der Irisblende und der Anzahl der Blendenlamellen erzeugt (in der Regel sind sie mehreckig, stern- oder ringförmig). Die Farbe der abgebildeten Reflexe ergibt sich aus der verwendeten Antireflexbeschichtungen der verbauten Linsen im Objektiv.

Ein aufwändig gefertigtes Objektiv produziert so einen ganzen Lens Flare-Strahl durchs gesamte Bild, wogegen die oft nur aus einer Linse bestehenden Smartphone-Objektive nur einen Lichtreflex ins Bild bauen. Wie Du dem entgegenwirken kannst, ist Thema dieser Rubrik (die Gegenlichtblende), es geht aber noch effektiver: der Polfilter. Bedingt durch seine optisch-physikalischen Eigenschaften kann er die Reflexe teilweise komplett unterdrücken, auch wenn Du voll in die Sonne brezelst. Dabei solltest Du allerdings nicht vergessen, dass viele Filter ihrerseits wieder die Quelle von Lens Flares sein können. Deshalb ist eine hochwertige Beschichtung der verwendeten Filter sehr wichtig. Viele Fotofans nutzen UV-Filter zum Schutz ihres Objektives als Immer-Drauf-Filter und da kommt es oft vor, dass der Filter bereits zu Lens Flares führt, während im Objektiv noch nichts entsteht. Dann ist meistens das Objektiv höher vergütet, als der verwendete Filter...

Manchmal, zur Unterstützung der Bildaussage, kann der bewusst eingesetzte Lens Flare durchaus bildbereichernd sein. Das solltest Du aber sehr genau planen und einsetzen.

In Ahrenshoop

An der Steilküste in Ahrenshoop auf Fischland-Darß-Zingst

So sieht die Blende an einem Zoomobjektiv montiert aus. Heutige Gegenlichtblende-Objektivkombinationen werden am Objektiv ähnlich befestigt, wie die Objektive am Kamera-Body. Auf der Blende und auf dem Objektiv ist ein kleiner Punkt, die beiden bringst Du zusammen und drehst dann die Blende bis zum nächsten Arretierungspunkt. Das ist nur ein kleiner Schwenk und ohne Kraftaufwand zu bewältigen (brauchst Du Kraft, läuft etwas schief!).

"Damals" und bei manchen Objektiven auch heute noch, wurden die Blenden einfach übergestülpt. Die Spaltmaße waren gering, so blieb die Blende drauf. An den Telezooms aus analogen Zeiten war die Blende meistens vorne im Objektiv eingearbeitet und musste nur rausgezogen werden (als Teil des Objektives). Blenden im Zubehör, die Du nachträglich zu Deinem Objektiv kaufen kannst, sind häufig ähnlich eines Filters, per Gewinde vorne ans Objektiv zu schrauben.

Das zerklüftete Aussehen der Gegenlichtblende an einem Reisezoom hat mit dem abgedeckten Brennweitenbereich des Objektives zu tun. Würde das Objektiv nur den Telebereich aufnehmen, reicht eine geschlossene Tüte als Gegenlichtblende. Da stören Vorbauten vorne vor dem Objektiv recht wenig. Eine Weitwinkel-Gegenlichtblende hat dagegen schon ordentlich mit dem weiten erfassten Winkel zu kämpfen. Solche Blenden sind entweder recht klein (und nützen wenig), oder verlaufen weit aufgespreizt am Objektiv. Sie sehen so ähnlich aus, wie ein geöffneter Kaffeefilter und sind aus Gummi. Das hat den Vorteil, dass man sie nach Bedarf zurechtbiegen kann.

Am Reisezoom soll aber die Gegenlichtblende auch alles können: Tele und Weitwinkel. Daher kommt die Form, die speziell auf das jeweilige Objektiv angepasst ist. Der schmale Bereich links und rechts muss sein, da das Bildformat rechteckig ist und in der Breite "weiter geht". Nach oben und unten verlaufen die kürzeren Seiten des Rechtecks, da ergibt sich beim Weitwinkel etwas Luft, sprich die Gegenlichtblende kann hier etwas üppiger bemessen ausfallen.

Eine falsche Gegenlichtblende, die nicht für das Objektiv berechnet wurde, aber theoretisch aufgrund des Gewindes durchaus montierbar ist, schottet die Ränder im sichtbaren Bereich des Fotos ab. Es entsteht eine dunkle Vignette, ein vergleichbarer Effekt, wie Du ihn verursachen würdest, wenn Du zwei Filter übereinander an einem Weitwinkelobjektiv montierst. Aufgrund des abgebildeten Winkels ist die perfekt und im Grunde vom Hersteller des Objektives original berechnete Form ganz wichtig. Im Telebereich ist es nicht mehr so sehr ein Thema, natürlich kannst Du hier auch nicht einfach eine Klorolle überstülpen...

Eine Gegenlichtblende dient außerdem zum Schutz der Frontlinse Deines Objektives. Sie schützt vor Kratzern, Regentropfen und Fingerabdrücken. Auch als Stoßschutz, aber alles in einem sehr begrenzten Rahmen. Es ist kein Stoßfänger...

Wenn Du Aufnahmen mit dem Kamerablitz, aber auch mit einem aufgesetzten Systemblitz vor hast, sollte die Gegenlichtblende spätestens dann runter. Nicht nur, weil es bei solchen Lichtsituationen gewöhnlich völliger Quatsch ist, sondern auch, weil die Blende schöne dunkle Schatten im Bild, verursacht vom Blitzlicht, wirft.



Gegenlichtblende in den Schrank oder an Dein Objektiv?

Es ist, wie die Verwendung von Filtern. Nutze die Gegenlichtblende je nach Bedarf. Bei Gegenlichtsituationen, aber auch bei seitlich auf Dein Objektiv treffendes Licht, ist der Einsatz der Blende ein Muss! Pauschal solltest Du sie bei Landschaftsfotos am Tage immer drauf haben. Langzeitbelichtungen zur Blauen Stunde, Fotos im Innenraum oder per Blitz sollten ohne die Blende erfolgen.

Mit Ausnahme von Fotos per Blitz mindert der Verbleib der Blende nicht Deine Bildqualität und hat keine negativen Auswirkungen. Ein "Vorne-drauf-Vergessen" ist also nicht schlimm. Das ist bei vielen Spezialfiltern, wie dem Graufilter, Grauverlaufsfilter oder auch dem Polfilter schon ganz anders.

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