Vieles haette ich verstanden, wenn man es mir nicht erklaert haette

Filter-Rommé

…  Bildverarbeitung oder Filter draufpappen?…

„Hallo Ralfonso, kannst Du nicht mal genaue Anleitungen zur Bildbearbeitung schreiben?“

Die Frage erreicht Die Fotoschule öfters. Warum findest Du in der Fotoschule keine detaillierten Bildbearbeitungsanleitungen zu Photoshop und Co.?

Vor einigen Jahren, als sich die digitale Fotografie allmählich etablierte, gab es verschiedene Bildprogramme. Alle zielten mehr oder weniger auf standardisierte Bearbeitungsabläufen ab: Belichtung, Farbstich, Schärfe, Zuschneiden und Geraderichten. Stempeln oder Klonen verhalf dem Fotofan, unliebsame Papierkörbe im Landschaftsfoto verschwinden zu lassen und durch die Einführung von Ebenen bekam man auch endlich das leidige Thema rund ums Pixelrauschen in den Griff.

Heute ist das Thema Bildbearbeitung ein ganz anderes geworden. Die Vielfalt an Bildprogrammen hat deutlich abgenommen, viele Fotofans bearbeiten kaum noch im klassischen Sinne, sondern nutzen vorgefertigte Filter für ihre Fotos. Das liegt zum Teil auch daran, dass ein
Foto, das viele Likes in den Facebook-Gruppen und auf Instagram auf sich zieht, heute anders aussieht. Dramatische Farben, nie gesehene Kontraste, Lichtspiele und Eindrücke sind weit weg von der realen Darstellung einer Landschaft. Konnte ein Fotograf vor Jahren damit punkten, dass seine Bilder direkt aus der Kamera die Lichtverhältnisse und natürlichen Gegebenheiten fast real abbildeten, so wird heute schnell drüber hinweg gesehen.

Zur Veranschaulichung folgen ein paar Beispiele mit entsprechend fiktiven Bildkommentaren, wie Du sie typischerweise in den Fotogruppen auf Facebook oder auf Instagram findest. Zuerst das wenig begeisternde Original, das zwar fast zu 100% die realen Lichtverhältnisse widerspiegelt, aber doch eher langweilig wirkt. Es entstand von der AIDAluna während der Hafenausfahrt von Bergen in den Fjorden. Zu sehen ist die Brücke zwischen Knarrvika und Drotningsvik, was übrigens keine neuen Möbelkreationen eines schwedischen Möbelhauses, sondern norwegische Städte sind.

Godvik

Das Original aus der Kamera, unbearbeitet und die Szenerie recht real darstellend. Es war noch hell (was es übrigens im Mai in dieser Region auch nachts noch ist...), die Luft jedoch schon recht dunstig und die Farben dadurch eher verwaschen.

Bearbeitung Luminar

Fotofan Klaus-Dieter beschreibt sein Bild so:

herrlicher blauer Himmel und 27 Grad bei der Fahrt durch Bergens Fjorde.
Nur ein paar Deko-Wölkchen am Himmel, ich konnte mich an dem herrlichen Blau des Himmels und dem typischen Licht Norwegens gar nicht satt sehen!

Unbearbeitet, direkt aus der Kamera!

Quickshot

Fotofan Silke:

diese Sonnenuntergänge in Bergen werde ich nie mehr vergessen. Fast eine Stunde dauerte das Farbenspiel des Himmels, teilweise dachte ich, der Himmel würde förmlich brennen. Wir saßen da mit einem Gläschen Wein auf dem Balkon unserer Kabine und genossen dieses Lichtspiel der Natur mit Tränen in den Augen. Herrlich, hier werde ich auf jeden Fall noch einmal hin zurückkehren.

Elements

Fotofan Heiko:

morgens gegen 8, als die meisten noch schliefen während der Fahrt nach Oslo in den Fjorden. Der Nebel hier im Fjord zauberte unwirkliche Lichtspiele in die Natur. Ich brauchte nur die Kamera hoch zunehmen und die Landschaft fotografierte sich quasi von selbst. Nach einer halben Stunde hat sich die Sonne durchgekämpft und die tolle Stimmung war einfach weg.

NIK

Fotofan Steffi:

endlich konnte ich meinen neuen Polfilter ausprobieren, der die Brücke zwischen Knarrvika und Drotningsvik am frühen Morgen bei nur 8 Grad perfekt ins Bild rückt. Irgendwie passte das typische kühle Licht in den Fjorden Bergens zu den Temperaturen der Luft; ich habe ganz schön gefroren auf dem Balkon der AIDA. 

Photoshop

Fotofan Neo:

ich habe am Wochenende im Keller meines Opas jede Menge alte Dias entdeckt und einige davon digitalisiert. Diese alte Brücke muss er vor Jahrzehnten während der spannenden Routen mit den Postschiffen irgendwo in Skandinavien aufgenommen haben. Er unternahm häufig solche Reisen und schlief teilweise im Packraum neben den Paketen.

Das Foto entstand vermutlich mit einer ganz alten Agfa in schwarzweiß und er hat es nachträglich in der Dunkelkammer coloriert. Leider ist es nicht mehr so gut erhalten, aber mich fasziniert es.

Was meint ihr zu dem Bild?

PaintshopPro

Fotofan Norbert:

"Die Menschen bauen zu viele Mauern und zu wenig Brücken."

In den Fjorden Bergens, aus meiner Schwarzweiß-Serie Norwegen. Aufgenommen am späten Nachmittag auf Ilford HP5 Negativfilm, im Labor leicht gepusht auf ASA 800. Fotografiert mit meiner geliebten Leica M7, Leica Summilux-M 1,4/35mm plus ND-Filter.

Du siehst, alles ist möglich, wenn Dir die passenden Ideen und Filter zufliegen.

Welches Programm eignet sich denn nun am besten für solche "Bildveredelungen"?

Vielleicht das, was Du gerade nutzt?
Das Foto für unseren fiktiven Fotofan Klaus-Dieter entstand mit Luminar 2018, das für Fotofan Silke auf dem iPad mit Quickshot. Das Bild für Fotofan Heiko wurde mit Photoshop Elements zusammengebastelt, für Fotofan Steffi mussten die NIK-Tools herhalten. Fotofan Neo bekam sein Foto mit Photoshop verpasst und Fotofan Norbert ist mit Paintshop Pro 2018 entstanden.

Alle Fotos sind fertige Filter gewesen, es wurde nichts geklont, kein Ausschnitt verändert oder sonstige Eingriffe vorgenommen. Ein Beschnitt im Bereich des Wassers und des Himmels würde für einen erfundenen Fotofan Katharina dann ein angebliches Panorama aus fünf Einzelfotos ergeben. Und wenn Du Dich dann noch dran machst, die Strommasten und Stromkabel zu retuschieren, kommt die Brücke noch besser zur Geltung...

Die Fotoschule hat wahllos einzelne Filter im jeweiligen Programm heraus gegriffen. Diese Beispiel-Fotos ließen sich noch fröhlich weiter ergänzen und mit etwas Akribie deutlich aufwerten. Bestimmt entsteht dann irgendwann das absolute Knallerfoto für Facebook, das die Daumen glühen und Dir die Likes nur so zufliegen lässt.




Zurück zur Eingangsfrage und zum Namen dieser Rubrik:

wie lautet die genaue Anleitung in den heutigen Foto-Hopp- und Ex-Zeiten?

Ganz einfach.
Es ist, wie beim Rommé spielen. Einfach eine Karte auf die andere legen oder wieder wegnehmen. Solange probieren, bis es dann passt. Alle Filter einmal drüberschrubbeln und fertig ist Dein Kunstwerk.

Nun will Die Fotoschule nicht, auch wenn es den Anschein zu haben scheint, diese Form der Bildbearbeitung niedermachen. Warum solltest Du Dich hinsetzen und manuell an einem Bild alles Mögliche verändern, wenn Du dasselbe Ergebnis mit dem Anwenden eines fertigen Filters erreichen kannst? Die Zeit könntest Du besser nutzen, zum Beispiel für einen erquicklichen Spaziergang mit Tante Gerti durch den Oberbruttenscheider Wald. Da würde sie sich freuen. Wenn Du das Ergebnis, das Dir vorschwebt, per Filter erreichen kannst, spricht nichts dagegen. Anders sieht das aus, wenn Du aus einem Müllfoto versuchst, über jenen gewissen Zufallsweg ein dolles Bild zu basteln. Die Fotoschule ist der Meinung, dass Du dann beginnst, Dich im Kern von der Fotografie wegzubewegen. Ein Foto ist dann nichts anderes, als eine Bearbeitungsmasse.

Letztlich ist es dann noch nicht mal mehr wichtig, ob Du beim Fotografieren alles richtig gemacht hast.



Was schon zu analogen Zeiten für den Einsatz von vor´s Objektiv gesetzten Effektfiltern galt, hat auch bei den digitalen Filtern seine Berechtigung: zweimal derselbe Filter auf einem Bild entlarvt Dich. Und macht Deine Fotos ausgesprochen langweilig. Wenn Du nun denkst, dass ja die Bildbeschreibungen der fiktiven Fotofans schlichtweg gelogen sind, so liegst Du nicht falsch. Aber die Fotos in der jeweiligen Version sind es auch. Was würde Dir eine Image-Homepage eines Hotels am Wunschfleckchen der Erde nutzen, wenn es nur gespickt ist, mit derartigen Fotos? Du erwartest das absolute Highlight und bist bitter enttäuscht, wenn Du die realen Gegebenheiten mit den Fotos des Anbieters vergleichst. Das hat für Dich sicher weiterreichende negative Auswirkungen, als wenn Du Dir die Urlaubsfotos Deiner Arbeitskollegin vom unglaublichen Sommer-Sonne-satt-Urlaub anschaust, den sie 14 Tage lang unter dichten Wolken und im Regen verbrachte, sie aber per Filterchen den Himmel gegen eine strahlend blaue Version ausgetauscht hat. Ein paar Sonnenstrahlen auf die Landschaft und etwas an der Whitebalance gedreht, schon kann sie ihre sonnigen Urlaubsbilder posten...

Trotz alledem, Die Fotoschule geht fest davon aus, dass dieser Trend zum Nutzen von fertigen Filtern in kürzester Zeit der Standard sein wird. Man könnte es auch als eine Art Programmautomatik in der Bildbearbeitung bezeichnen. Immerhin hat sich die Programmautomatik während des Fotografierens, trotz aller Einwände, fest etabliert. Schließlich erreicht Otto-Normal-Fotofan nur dadurch ansehnliche Fotografien während des Urlaubs oder der Familienfeier. Wer ein bisgen mehr will, greift auf Halbautomatiken oder gespeicherte Presets
zu.

Der Weg steht Dir auch bei der Bildbearbeitung offen. In den meisten Programmen kannst Du einen Filter aufrufen und die voreingestellten Parameter Deinen Wünschen nach einstellen und verändern. Hast Du einen persönlichen Stil, den Du gerne Deinen Fotos verpasst, kannst Du Dir Deine Standard-Bildveränderungen in einem "Mein-eigener-Filter" speichern, ablegen und dann bei jedem Foto wieder anwenden. Wenn Du bisher im klassischen Bildverarbeitungsablauf all diese Schritte einzeln nacheinander ausgeführt hast, arbeitet der Filter diese Schritte in Sekundenschnelle für Dich ab. Dagegen spricht nichts, solange Dein (eigener) Filter das ausführt, was Du auch möchtest. Das ist während des Fotografierens nicht anders: stellt die Programmautomatik der Kamera die Werte so ein, wie Du sie auch manuell wählen würdest, spricht nichts gegen das Nutzen der Automatik. Sie spart Dir so wertvolle Zeit, die Du nun besser für die Bildgestaltung nutzen kannst. So eingesetzt, ist ein Filter ein konstruktives Werkzeug für Dich, das Dir viel Arbeit erspart.

Das Gegenteil davon ist das zuvor beschriebene Ausprobieren von zig Filtern, bis aus Deinem Foto dann doch noch irgendwas wird. Und über allzu tief eingreifende Bildmanipulationen, wie Klonen, Austauschen des gesamten Himmels und künstlich erzeugtem Sonnenlicht, lässt sich mit oder ohne Filter fleißig diskutieren. In den Kapiteln Bildmanipulationen, sowie Klonen und Retuschieren hat sich Die Fotoschule bereits mit dem Thema beschäftigt. Ob das nun alles negativ sein muss, bleibt offen.

Fotofan Gerhard

Fotofan Gerhard (der ist nun aber echt...) hat einen Gastbeitrag in der Fotoschule hinterlassen, in dem er seine Sicht der Fotografie zeigt. Er will Bilder, keine Fotos. Dafür zieht er seine Fotografien gerne auch mal komplett auf links. Er klont, nutzt Filter, tauscht den Himmel aus und zieht alle Register der Bildmanipulationen. Das ist für ihn auch völlig legitim, denn er will nicht dokumentierend als Journalist fotografieren, sondern auf seinen Bildern ein Motiv zeigen, wie er es wahrgenommen hat. Ganz bewusst und ganz bewusst verändert. Seine Bilder spiegeln einzeln immer den typischen "Gerhard-Look" wider (sehr schön zu sehen, auf Gerhards Foto oben von der AIDA an der Punta Sabbioni bei Venedig). Gerhard nutzt dafür seine eigenen Presets und bearbeitet trotzdem jedes Foto noch klassisch nach. Solange, bis alles für ihn passt. Das macht er perfekt und ist auch gut so.

Hier ist noch ein Beispiel von Gerhards Arbeiten, in der Vorher - Nachher - Ansicht:

Fotofan Gerhard
Fotofan Gerhard

Wo es kameratechnisch hingehen wird in Sachen Bildbearbeitung, kannst Du am besten aktuell im Bereich der Smartphones sehen. Die Premium-Smartphones der Marktführer zeigen deutlich, was im Bereich der "Bildbearbeitungsautomatik" an Software während des Fotografierens bald standardmäßig vom Nutzer (ich sage mal absichtlich nicht Fotografen) erwartet wird.

Huawei erkennt automatisch Himmelsbereiche und sorgt so für eine feine und farbenprächtige, sprich satt blaue Farbdarstellung eines wolkenlosen Himmels. Ebenso werden Wolken am blauen Himmel sehr detailliert erfasst. Das Problem kennt jeder Fotofan, entweder ist der Himmel ausgewaschen weiß und die Landschaft darunter korrekt belichtet, oder der Himmel passt, dafür ist untenrum alles zu dunkel. Diese Bildbearbeitungsautomatik, die auf das HDR-System setzt, gleicht solche Kontraste automatisch aus. Auch ohne irgendein Wissen des Fotografierenden.

Samsung sättigt bei Fotos im Available Light kräftig nach und hellt die Fotos deutlich auf. So entstehen in der Dämmerung stimmungsvolle Nacht- und Abendfotos. Laternen und andere künstliche Lichtquellen wirken farblich angenehm warm und die Fotos bestechen durch ihre Brillanz.

Apple hat in seinen 2018er iPhones eine Bildbearbeitungsautomatik namens Smart HDR integriert, die bei jedem Auslösen gleich mehrere Aufnahmen schießt und sie in Windeseile zu einem fertigen Foto zusammensetzt. Jeweils die besten Einzelteile werden softwareberechnet verwendet und so entsteht ein Foto mit einem weiten Dynamikumfang. Auch ohne des Wissens des Fotografierenden, allerdings auch ohne Möglichkeiten, aktiv darauf einzuwirken.
Das Bokeh (der unscharfe Hintergrund, in der normalen Fotografie durch Blende und Brennweite hervorgerufen) wird ebenfalls per Software hinein gerechnet (und nicht optisch erzeugt). Hier hat der Smartphone-User sogar im Nachhinein die Möglichkeit, die Unschärfe des Hintergrundes (also das Bokeh), zu verändern. Per Touch werden Blendenöffnungen dargestellt, die den Hintergrund dann von sehr unscharf bis scharf, verändern. Das funktioniert so gut und geschieht so intuitiv, dass man sich als erfahrener DSLR-Fotograf schon fragt, warum man das mit seinen DSLR-Fotos nicht auch einfach so kann.


Klar, es ist ja nicht echt.

Aber ist ein Polfilter-Foto, das klassisch entsteht mit aufgeschraubten Filter, echt? Wird sich der Bildbetrachter bei einem schönen Portrait mit angenehmen Bokeh fragen, ob es optisch von einer echten Blende hervorgerufen wurde, oder künstlich mit einem Bildprogramm?

Was zählt, ist doch letztlich das aussagekräftige Bild.


Was noch hinzukommt ist, dass solche Bildveränderungen derart simpel umzusetzen sind, dass es selbst der unerfahrenste User intuitiv hinbekommt. Durch das Zusammenspiel von Programmautomatik und Bildbearbeitungsautomatik überwindet selbst der Laie zahlreiche ansonsten schwierige Hürden. Allein das Thema "Weißer Himmel" lässt zahllose Fotofans mit DSLR schlicht verzweifeln. Klar, HDR und Grauverlaufsfilter helfen hier gut und Du erreichst mit etwas Übung immer bessere Resultate. Bei allem “Weglächeln der primitiven Smartphone-Fotografen” (wie es häufig in Fotogruppen und Foren zu lesen ist) schielst Du aber schon auf so einen unbedarften Fotofan, der einmal sein Display antippt und sofort ein kontrastausgeglichenes, farbenprächtiges und scharfes Foto erreicht. Und das bereits dann, wenn Du noch dabei bist, Deinen Grauverlaufsfilter auszupacken...

Anhand des iPhone XS habe ich ein paar Beispiele zusammengestellt:

Libelle iPhone XS

Dieses Foto einer Deko-Libelle im Garten, am Faden vom Giebel einer Gartenhütte hängend, entstand gegen den hellen blauen Himmel per Touch aufs iPhone XS. Was als Erstes auffällt, ist der blaue Himmel und die gut erkennbare Libelle. Typisch wäre so eine Lichtsituation jedoch ganz anders aufs Bild gekommen. Entweder wäre der Himmel so blau, wie auf dem Foto, dafür aber die Libelle eher als schwarzer Libellen-Schatten zu sehen gewesen. Oder die Libelle hätte die schöne bernsteinfarbene Darstellung, dafür hätte der Himmel vermutlich sein komplettes Blau verloren und wäre nur noch weiß im Bild zu sehen. Das integrierte Smart HDR hat diesen Kontrast-Spagat ohne Mühe hinbekommen.

Zusätzlich hat die Bildbearbeitungsautomatik im iPhone XS die Bäume im Hintergrund in künstlicher Unschärfe verschwinden gelassen. Das typische iPhone-Foto ohne Smart HDR hätte die Bäume fast ebenso scharf auf dem Bild gezeigt, wie die Libelle. Beide Eingriffe geschahen ohne mein aktives Zutun. Und sie dauerten nichts. Sprich das Bild war unmittelbar nach dem Auslöser-Touch verfügbar.

Wie würde nun eine Bildbearbeitung á la Apple aussehen?

Ein paar Beispiele, was Du im folgenden Schritt simpel und ohne besondere Kenntnisse in Sachen Bildverarbeitung direkt auf dem iPhone erreichen kannst:

Libelle_XS1,4 Libelle_XS4,5 Libelle_XS7,1
Libelle_XS16
Libelle_XS02
Libelle_XSSW

Die Beispiele zeigen in der oberen Reihe eine Veränderung der Schärfentiefe (also des Bokehs) entsprechend einer nachträglich neu eingestellten Blende (f1,4 - f4,5 - f7,1 - f16). Diese Änderungen erreichst Du per Streichen über das Blendenrad unten am Bildschirm. Falls Du Dich fragst, wie das denn geht, dass die Blende nachträglich eingestellt wird: es ist eine softwareseitig nachempfundene Blende.

Das iPhone verfügt nur über eine einzige "echte" Blende. Genau genommen sind es drei Blenden, da das iPhone XS zwei Kameras auf der Rückseite und eine auf der Frontseite besitzt. So hat das Weitwinkelobjektiv der Rückseite eine feste Blende f1,8 und das Teleobjektiv
f2,4, die Frontkamera f2,2. Das nachträgliche Verändern der Blende ist also nichts anderes, als Bildbearbeitung. Das Ergebnis entspricht jedoch vom Aussehen einem echten Bokeh. Somit passt vielleicht der Spruch, der Zweck heiligt die Mittel? Was zählt, ist das Ergebnis.

Und kannst Du dem Deine digitalen Eingriffe nicht ansehen, warum solltest Du dann solche Wege nicht beschreiten?



Die beiden letzten Beispielfotos, unten rechts und unten mittig sind die bereits im Kapitel erwähnten vorgefertigten Filter, die Du auf das Bild anwenden kannst. Dann wird es "strahlend warm" oder schwarzweiß.

Das ist inzwischen der Standard und wird von jedem, der Bilder mit dem Smartphone macht (ich sage bewusst nicht Fotofan...), von einem Foto-Gerät erwartet. All das wird auch in den Digitalkameras und vermutlich auch in einen Großteil der DSLR (Systemkameras, SLT usw.) einfließen, wenn die Hersteller ihre Geräte gerne noch weiterhin in der breiten Masse verkaufen möchten. Denn auch, wenn man das ja gar nicht schreiben darf als Fotoschule, den meisten Fotografierenden gelingen mit derartigen vollautomatischen Hilfen um Längen bessere Bilder, als wenn sie beginnen, manuell Einfluss zu nehmen. Während des Fotografierens mit der Programmautomatik und auch später im Bildbearbeitungsprogramm mit vorgefertigten Filtern. Oder, wie eben am Beispiel des iPhone XS gezeigt (Samsung, Sony und Huawei etc. können sowas in ähnlicher Form genauso), beides bereits im Gerät während oder kurz nach dem Fotografieren.

Es ist nun wieder die Frage nach der grundsätzlichen Einstellung zum Fotografieren. Möchtest Du aktiv gestalten, direkt Einfluss nehmen, selber steuern, was während des Fotografierens passieren soll, oder lässt Du es Dir aus der Hand nehmen? Das gilt inzwischen für die Bildbearbeitung am Rechner, auf dem iPad oder im Smartphone genauso. Der manuelle Weg scheint mühsamer, was er nicht ist. Wenn Du die Zusammenhänge verstehst und weißt, was Du verändern "musst" und wie Du das umsetzt, ist es nicht mühsamer. Dafür aber Deine individuelle Note. Und kein vorgefertigter Massenfilter. Du kannst schmunzeln, wenn die Frage an Dich herangetragen wird:

"Mit welchem Filter hast Du das Bild bearbeitet?".

Denn Du bist Dein eigener Filter...

Was Du an verschiedenen Stellen in der Fotoschule bereits gelesen hast ist, dass es vollkommen okay ist, Automatiken einzusetzen, wenn Du weißt, was die Automatiken gerade anstellen. Wählt die Programmautomatik Deiner Kamera (DSLR inbegriffen) die Werte, die Dir auch richtig erscheinen, warum solltest Du sie dann manuell einzeln einstellen? Das gilt für die Automatiken, sprich Fertig-Filtern des Bildprogrammes genauso. Möchtest Du die Landschaft hervorheben, heller belichten und den Himmel satter gestalten, was spricht dagegen den Filter zu nutzen, der alle manuellen Arbeitsabläufe in einer Rutsche automatisch vornimmt?

Um das aber beurteilen zu können, musst Du es lernen, ein Foto "zu lesen". Du musst Dir die Erfahrung aneignen, um zu erkennen, was Deinem Bild fehlt. Lerne zu sehen und zu erkennen, dass eine Landschaft zu dunkel geworden ist, der Himmel zu flau oder das Gesicht Deines Portraits zu fleckig. Vielen Fotofans fällt selbst ein schiefer Horizont nicht auf oder eine bunte Mülltüte am Rande des Traumstrandes. Wenn Du es raus hast, zu erkennen was Deinem Bild an Feinschliff fehlt, dann kannst Du Dich an die Auswahl des Handwerkszeugs zur Verbesserung machen. Und genau dann ist es völlig legitim, den einfachsten Weg für die Umsetzung Deiner Ideen zu wählen. Niemand sagt, dass Du Stunden an einem Bild rumwerkeln musst, weil es nur dann besonders gut wird. Kannst Du Deine gewünschten Korrekturen mit ein oder zwei Fertig-Filtern nach Deinen Wünschen erledigen, dann nimm sie. So hast Du auch noch den Drive, Dich um weitere Fotos zu kümmern. Stundenlanges Rumgebastel wird Dich in der Folge davon abhalten, Deine Bilder zu vollenden. Allein der Gedanke, wieder Stunden am Rechner rumzumurksen, wird Dir den Spaß verderben.

Geht es mit den automatischen Routinen jedoch nicht, dann arbeite gezielt das heraus, was Dir wichtig ist. Beides hat seinen Platz in der Bildbearbeitung, wie auch das Nutzen einer Belichtungsautomatik beim Fotografieren.

Am Weststrand auf dem Darß

Wie lautete die Eingangsfrage noch mal?

„Hallo Ralfonso, kannst Du nicht mal genaue Anleitungen zur Bildbearbeitung schreiben?“

Vor dem bisher beschriebenen Hintergrund, gestaltet sich die Frage recht schwierig.

Welche Anleitungen sollte ich schreiben?
Wie Du mit Deinem iPad und den aktuell gefragtesten Apps Fotos bekommst, die dann so aussehen, wie Du möchtest?
Oder ein Tutorial zu Photoshop?

Gib mal bei Google "Tutorial Photoshop" ein. Da bekommst Du Lese- und Videostoff für die nächsten 3 Jahre. Mancher Fotofan hat sich für DxO entschieden, andere für Photoshop Elements. Lightroom fordert auch viele heraus, Luminar, Paintshop Pro, Paint, Gimp und PhotoDirector werfen nach dem ersten Start nicht weniger Fragen auf.

Wie viele Anleitungen müsste Die Fotoschule schreiben, um dann doch das ganz neu aufstrebende Nonplusultra-Tool zu wenig zu berücksichtigen?





In der Rubrik Bildverarbeitung findest Du programmübergreifende Tipps, die sich auf die typischen Standard-Dinge im Rahmen der Bildbearbeitung beziehen. Diese Eingriffe kannst Du mit jedem Bildprogramm vornehmen, selbst mit einem Programm, das den Kauf Deiner Kamera zu einem Schnäppchen machte...

Auch in der Bildverarbeitung muss es nicht das teuerste Produkt sein.






Der Tipp der Fotoschule:

Besser ein einfaches Bildprogramm perfekt beherrschen, als in einem umfangreichen Programm blind umher zu irren




Die Filterei mal außen vorgelassen, wirst Du Dich meistens mit diesen Themen beschäftigen:

- Helligkeit, Kontrast, Farbintensität, Farbstich korrigieren und/oder filtern
- Bildgröße ändern
- Ausschnitte wählen, Überflüssiges wegschneiden, Bilder drehen
- Nachschärfen
- Speicherformat ändern (Kompression, Sicherung)
- RAW bearbeiten und entwickeln
- Klonen, rote Augen retuschieren, Pickel und Falten entfernen
- Horizont begradigen, Himmel korrigieren, Schatten aufhellen




Diese Themen findest Du in der Fotoschule beschrieben. Die meisten davon in den Rubriken Bildverarbeitung und Bildmanipulation. An welcher Stelle Du in Deinem Programm was klicken musst, erlerne am besten über die meistens mitgelieferten Schritt für Schritt Anleitungen. Ob als Video, oder in geschriebener Form ist egal. Greife Dir einen kleinen Bereich heraus, schau Dir an, wie es geht und befolge die Einzelschritte ganz genau. Was Dir beim ersten Durchlauf noch sehr schwer fallen wird, ist bei der zweiten Anwendung schon flüssiger. Hast Du fünf oder zehn Bilder über diesen Weg verändert, wirst Du die Arbeitsabläufe im Programm drin haben.

Dann klickst Du intuitiv richtig.

Fühlst Du Dich damit sicher, dann nimm Dir einen weiteren Bereich vor und mache dasselbe. Angucken, nachmachen, genau nach Angabe vorgehen und die Schritte merken. Dir wird Dein Programm schnell vertrauter und die anfängliche Hemmschwelle, das
"Sich-erschlagen-fühlen" von all den Möglichkeiten, verschwindet immer mehr. Und kommt auch nicht mehr zurück. Wie die Straßen einer neuen Stadt, erkundest Du all die Wege in Deinem Bildprogramm. Du wirst immer wieder auch stocken und grübeln "Verflucht, wo war das nochmal, wie ging das...?", aber das wird immer seltener.

Bleibe bei einem Programm und erlerne es, wechsel nicht ständig zwischen unterschiedlichen Bildprogrammen hin und her. Das super neue Bildprogramm auf dem Markt wird die Fotografie auch nicht neu erfinden, darum arbeite lieber mit dem, was Dir vertraut geworden ist. Denn das Programm lässt Dich das machen, was Du willst. Mit einem neuen Programm fängst Du wieder auf´s Neue an, herumzuirren. Selbst dann, wenn Du eigentlich weißt, was Du willst und Dich auskennst. Das nützt Dir wenig, wenn Du Deine vertrauten Schritte in einem neuen Programm hinter anderslautenden Reitern zeitraubend suchen musst.








Und zuguterletzt:
 
wenn Du bewusster fotografierst, erübrigen sich viele Schritte in der nachfolgenden Bildbearbeitung. Ein schiefer Horizont ist ein Fehler, der bereits während des Fotografierens vermeidbar ist. Die Mülltüte am Traumstrand kannst Du durch die Wahl des Bildausschnittes gar nicht erst aufs Bild kommen lassen, oder Du hebst sie direkt auf und wirfst sie in den Müll (da freut sich dann sogar die Umwelt). Rote Augen entstehen beim richtigen und überlegten Einsatz des Blitzes gar nicht erst, auch Dein Model muss keine roten Flecken im Gesicht haben...

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