Vieles haette ich verstanden, wenn man es mir nicht erklaert haette

Die fremde Kamera

…  wenn Du all die Knöppe noch nie gesehen hast …

Tante Gerti erzählt da schon so lange von, wie Du sie kennst. Also immer. Von dem Sognefjord und den bunten Holzhäusern in Bryggen. Als Du vor drei Stunden endlich wieder festen Boden unter den Füßen hattest und dem Kreuzfahrtschiff zum Landgang den Rücken zugedreht hast, hättest Du es eigentlich ahnen können: da braut sich was zusammen. Wettertechnisch läuft alles perfekt, blauer Himmel, Dekowölkchen, was willst Du mehr? Es war auch nicht die Standseilbahn Fløibanen hoch auf das Bergplateau des Fløyen. Das Bergplateau hier gefällt Dir ganz gut, der Panoramablick hat was. So ein bisschen kannst Du Tante Gertis jahrzehntelange Sehnsucht nachempfinden, die Skandinavien-Kreuzfahrt war eine coole Idee.

Gar nicht cool ist dagegen Tante Gertis Idee, jedem hier anwesenden Touristen (die wohl irgendwie alle von Deinem Schiff kommen…) zu erzählen, dass Du ein besonders talentierter Fotograf bist. So dauert es nur ein paar Minuten, bis die ersten Urlauber möchten, dass Du sie vor dem herrlichen Panorama fotografierst. Aber so, dass das Kreuzfahrtschiff da unten in der Ferne im Hafen „auch draufkommt“. So ein richtig schönes Foto eben, so eins, das Du aus dem Nichts machst, wie Tante Gerti erzählt. Und schwupps, hast Du die erste Kamera in der Hand. So Kreuzfahrt-Touris kleckern nicht mit ihren Kameras, die klotzen. Das Modell hast Du schon mal in der Fotozeitung gesehen, oder war es im großen Kameratest des Online-Portals? Jetzt sollst Du aus dem Stehgreif damit Fotografen-Qualität bringen, dank der großen Worte Deiner geliebten Tante und der in der Luft knisternden Erwartungshaltung der anderen Urlauber. Dein erster Gedanke ist: „wenn´s nichts wird, ist egal, ich drücke den die Kamera nach dem Bild wieder in die Hand, hau gleich ab und sehe die nie wieder…“

Das klappt sicher nicht, denn spätestens auf dem Schiff siehst Du alle wieder. Es machen sich bereits Bilder in Deinem Kopf breit, Du als Galionsfigur direkt über dem aufgemalten Kussmund an der Spitze des Schiffes. Oder als der Biggest Looser auf dem Riesenmonitor oben auf dem Deck. Ach, Tante Gertis Verachtung und ihre Scham, sich heute Abend auf dem Schiff zusammen mit so einem Versager in der Anytime-Bar sehen zu lassen. Wobei das noch ein positiver Aspekt wäre, blitzt es da kurz auf.

Canon
Nikon

Links das Einstellrädchen einer Canon, rechts eine Nikon. Wenn Du so eine Kamera unerwartet überreicht bekommst, um "schnell mal eben" ein gutes Foto zu machen, kann das schwer werden. Wähle am besten, wenn Du unsicher bist, die Einstellung P für die Programmautomatik. Das ist zwar fotografisch gesehen, nicht unbedingt die Heldentat Nr. 1, bewahrt Dich aber in der Regel vor dem Totalausfall. Alternativ und mit etwas Hirnschmalz verbunden nimm die Zeitautomatik, die entweder mit A oder Av gekennzeichnet ist.

Nun hältst Du 2500€ Hightech in den Händen und kommst Dir vor, wie ein Depp. Blende, Belichtungszeit, Schärfentiefe und ISO; bei Deiner DSLR kennst Du Dich blind damit aus, aber bei diesem Kasten da in Deinen Händen stehen noch nicht einmal die gewohnten Abkürzungen auf den Einstellrädchen. Du kennst die Einstellungen A-, S-, P-, und M. Und dann noch die paar Zusatz-Modi. Hier gibt es Tv und Av, P und M zwar auch, aber jede Menge Tasten und Knöpfe. Der Blick durch den Sucher ist der nächste Schock, nichts ist vertraut, wie soll das alles was werden?

Panasonic
PentaxK1

Oben das Einstellrädchen einer Panasonic, darunter das zusätzliche Einstellrädchen für weitere Optionen an einer Pentax. Hier würde ich nichts ändern, konzentriere Dich lieber auf das Programm-Einstellrädchen an der anderen Seite der Kamera. Das gilt auch für Menü-Taster, die Dich tief in die Einstellungen einer Kamera führen. Da machst Du bei einer Spontan-Aktion sicher mehr "kaputt", als dass Du eine gute Einstellung findest.

Mach Dir keinen Kopp!

Auch in so einer Situation bist Du nicht der einzige Fotofan, der am liebsten weglaufen würde. Bei der Flut an Kameras ist es unmöglich, alle Geräte aus dem Stand zu beherrschen. Ich habe schon viele Kameras in den Händen gehalten und mir geht es nicht anders. Bei mir läuft das Beispiel meistens etwas anders ab, da fragt mich ein Freund, Bekannter, die Freundin des Arbeitskollegen: „Du kennst Dich doch so gut mit Kameras aus, kannst Du mir mal erklären, wie ich dies und das einstelle, oder wo ich dies und das finde…?“ Dann drückt man mir die Kamera in die Hand und erwartet die unmittelbare Antwort. So beginnt auch bei mir ein gewisses Improvisieren, Zeit rausholen und ausprobieren.

PentaxK1 Sony Pentax

Zweimal Pentax, einmal Sony. Tja, wie bereits erwähnt, es heißt nicht, dass Du Dich automatisch gleich heimisch fühlst, wenn Du ein anderes Modell des selben Herstellers besitzt bzw. kennst.

Selbst Kameras aus dem gleichen Hause unterscheiden sich teilweise krass, auch hier bist Du nicht zwangsläufig auf der sicheren Seite, was die Bedienelemente angeht. Darum ist es grundsätzlich nicht schlimm, die ganze Situation mit ein paar klärenden Worten zu entspannen: „oh, so ein Modell habe ich ja noch nie in der Hand gehabt, da muss ich selber erstmal schauen.“

Oder:
"mit meiner Kamera bin ich bei solchen Einstellungen sehr sicher, ich will jetzt aber mit Deiner mir fremden Kamera nichts versauen."
In solchen Situationen schadet es nicht, den Eigentümer der Kamera zu fragen, auf was er seine Kamera gerade eingestellt hat. Du wirst Dich wundern, was manche "Experten" für Grundeinstellungen vorgewählt haben...

Eine Super-Kamera heißt noch lange nicht, dass derjenige, der sie um den Hals baumeln hat, auch nur annähernd weiß, was er da gerade eigentlich macht.

In Zingst entdeckt

Tante Gerti´s Terrasse ist immer wieder ein Blickfang.
Für solche Aufnahmen, auch jenseits von ihrem Garten, brauchst Du weniger eine Hightech-Kamera, als vielmehr ein offenes Auge, um das mögliche Motiv überhaupt zu entdecken. Selbst die aktuellen Smartphones als Immer-Dabei-Kameras liefern hier, rein technisch und optisch, beste Ergebnisse.

Mein Tipp für Dich, wenn es Dich auf dem Bergplateau des Fløyen vor zahlreichen beobachtenden Leutchen erwischt:

stell die Kamera auf "P" für Programmautomatik. Dann kannst Du zumindest sicher sein, dass nicht falsch voreingestellte
Belichtungs-Overrides, 3200er ISO-Einstellungen oder voreingestellte 1/4000sec. das Bild garantiert vermasseln. Die Automatik sorgt zumindest für einen gesunden Durchschnitt und der reicht im Allgemeinen für so eine Art von Fotos. Willst Du doch etwas Einfluss nehmen, begnüge Dich mit der Zeitautomatik und wähle die Blende vor. Stellt die Kamera für Dich unerwartete Verschlusszeiten (mit der Zeit wirst Du ein Gespür für passende Werte bekommen habe, das hilft Dir in solchen Situationen) ein, stimmt was mit der ISO nicht.



Generell zur Erklärung der Abkürzungen:

Alle DSLR (Systemkameras, DSLM, SLT und viele höherwertige Kompaktkameras) haben mindestens eine Programmautomatik (P),  die Blendenautomatik (S, T, Tv), Zeitautomatik (A, Av) und den manuellen Modus (M). So sind dann auch die Einstellrädchen beschriftet, neben mehr oder weniger anderen Buchstaben und Symbolen.

Die Blendenautomatik ist z.B. bei Sony, Panasonic und Nikon mit einem
S für Shutter Speed (Verschlusszeit), bei Canon und Pentax jedoch mit T oder Tv (Time) gekennzeichnet. Die Zeitautomatik wird bei Sony, Panasonic und Nikon durch A und bei Canon und Pentax mit Av für Aperture (Blende) dargestellt. Die eigentlichen Funktionsweisen der Programme hinter dem Symbol sind annähernd gleich. Die Programmautomatik (P) und den manuellen Modus (M) haben dagegen alle Kameras gleich.

In Zingst

Die beste Kamera ist für Dich übrigens nicht die, die im Test am besten abgeschnitten hat, auch nicht die teuerste und nicht die mit dem wohlklingendsten Namen. Es ist die Kamera, die Dir am vertrautesten ist. Die, die Du mit geschlossenen Augen bedienen kannst und wie beim Kuppeln und Schalten im Auto bedienen kannst, ohne zu überlegen, wo der dritte Gang wohl sein mag.

Dann wird Deine Kamera zu Deinem fotografischen Handwerkszeug und Du kannst Dich voll und ganz auf Dein Motiv und werdendes Foto konzentrieren. Deshalb ist es auch nicht ratsam, sich ständig neue Kameras zu kaufen und die zu nutzen. Werde lieber mit ein und derselben Kamera eine Einheit. Bei Objektiven ist das nicht ganz so ein Thema, denn da ist die Bedienung viel vergleichbarer.

Das lässt sich auch auf das Thema Smartphone übertragen (da ja immer mehr Fotofans die Telefonzellenkamera zumindest als Zweitkamera oder "Immer-dabei-Kamera" regelmäßig nutzen). 19 verschiedene Nonplusultra-Foto-Apps machen auf dem Homescreen schwer was her, bringen tut´s Dir kaum was. Auch hier solltest Du Dich mit Deiner selbst getesteten und bewährten Lieblings-App so vertraut machen, dass Du nicht wie doof wischen und suchen musst, um Dein Bild zu fotografieren.

Die App, die an den gewohnten Stellen das hat, was Du gerade brauchst, ist die beste Foto-App für Dich. Und es muss nicht zwangsläufig eine systemfremde App sein, die "mitgelieferte" App bietet meistens alles, was Du brauchst. Nachbearbeiten solltest Du dann später am großen Monitor des Rechners zu Hause. Da siehst Du deutlich mehr, als auf den kleinen bunten Leuchtebildschirmchen, ganz gleich ob 4”,5", 6" oder 8". Die sind alle zu klein, um ein Foto vernünftig zu beurteilen.

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