Vieles haette ich verstanden, wenn man es mir nicht erklaert haette

M42

…  M42- altes Glas an neuer Kamera ...

weiter in der Fotoschule

„M42, was ist das?“

Tante Gerti kann Dir das sofort beantworten, seitdem sie aktive Nutzerin eines neuen iPads ist. Meistens als prima Schneidebrett für Paprika und Tomaten, manchmal auch zum Nachschlagen im Internet.

Und ihre Busenfreundin Siri kennt sich aus:

„M 42 ist das südliche Einzelobjekt, neben dem nördlichen Einzelobjekt M 43, das im Sternbild Orion den Orionnebel darstellt;
auch als NGC 1976 bekannt.“

Kein Problem, dass Du direkt wieder gehst und Tante Gerti vorher noch zwei Tomaten zum Schneiden auf´s iPad legst. Und Die Fotoschule ist dann an dieser Stelle auch durch, eine Erweiterung zur Sternennebelschule ist mittelfristig nicht in der Planung.

Leider bemerkt Tante Gerti im Raumschiff Enterprise Modus nicht, dass es da noch einen weiteren Eintrag gibt zu M42. Da steht was geschrieben von einem Schraubanschluß, einem metrischen Gewinde (dafür stehe das „M“) und das alles in 42mm. Es soll sogar ein Standard sein und von einer Norm wird gesprochen, sogar herstellerunabhängig

Ein Objektivanschluss!

Kaum vorstellbar bei dem digitalen Anschluß - Wirr - Warr, das geprägt ist von zum Teil unterschiedlichen Standards innerhalb eines einzelnen Herstellers. Und herstellerübergreifend geht da schon mal gar nichts.   
 
In der Tat, das gab es mal und dank Gebrauchtbörsen, Flohmärkten, eBay und Tauschportalen gibt´s das auch noch, auch heute.
Das M42-Gewinde war ein simples Schraubgewinde (M39 war der etwas kleinere Vorgänger), das zu analogen Spiegelreflexzeiten von einigen Kamera- und Objektivherstellern genutzt wurde. Ein Objektiv mit M42-Gewinde konntest Du an allen Kameras unterschiedlicher Hersteller mit dem Gewinde schrauben; ein echter Standard eben. Am meisten verbindet man das M42 Gewinde mit den Kameras des Herstellers Praktica, manche Fotofans kennen auch noch die Hersteller Pentax, Mamiya, Revue, Photo Porst und Beroflex. Das M im Namen steht zwar für metrisch, aus fotografischer Sicht könnte es aber auch für manuell stehen. Man schraubte das Objektiv an das Gehäuse, das passte genau und saß fest.

Und das war´s dann auch.
Keine Kommunikation zwischen Objektiv und Kamera. Und keine Kommunikation heißt konkret: keine Belichtungssteuerung, keine Blendenübertragung, keine Schärfensteuerung (Autofokus) und sogar ein Abdunkeln des Sucherbildes beim Einstellen kleinerer Blendenöffnungen (keine Offenblendmessung). Es gab im Laufe der Zeit einige „Basteleien“ der Hersteller, die dann auch eine Blendenübertragung ermöglichten, aber das war alles nicht die Lösung. Die kam später mit den speziellen Bajonett-Verschlüssen der einzelnen Hersteller.

Die Objektive waren aber optisch und mechanisch zum Teil echte Qualitäts-Leckerbissen und werden heutzutage manchmal noch angeboten. Für ´nen Appel und ´nen Ei.

Und hier setzt die Email von Fotofan Frank an:

Frank

Frank

Email



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 


 


Lieber Ralf,

da ich gerne etwas experimentiere, habe ich hier ein Thema für Dich, welches vielleicht auch für andere Leser der Fotoschule interessant sein könnte.

Es geht darum, alte Objektive an modernen Kameras zu verwenden.

Ich habe die Erfahrung gemacht das hier „alt“ nicht gleich „schlecht“ bedeutet, im Gegenteil.
Ja, das fotografieren damit ist anders, kein Autofokus, manuelle Blendenwahl direkt am Objektiv, noch nicht mal ein Bildstabi ist vorhanden, es sei denn, man nutzt eine Kamera, die den Stabi im Gehäuse hat – wie Sony oder Pentax. Das ist natürlich sehr von Vorteil. Variable Brennweiten? Fehlanzeige. Fast alle dieser Linsen sind Festbrennweiten.
Fotografiert wird idealer Weise im A-Modus, man wählt die Blende am Objektiv vor, alles andere macht die Kameraautomatik.

 
Was sind das für Objektive?

Ein Fotokumpel hat mich auf das alte „M42“- System aufmerksam gemacht. Diese Objektive haben einen Schraubanschluss, wie er in analogen Fotozeiten weit verbreitet war.
M42 bedeutet dabei: Metrisches Gewinde mit 42mm Schraubanschluss.
Bei den einschlägigen Gebrauchtbörsen gibt es einen riesigen Markt aller möglichen Brennweiten und Lichtstärken. Hier hat man die Möglichkeit für kleines Geld ein lichtstarkes, qualitativ hochwertiges, Objektiv zu bekommen für das man heute mehrere hundert Euro bezahlen müsste. Natürlich muss man sich damit abfinden, dass man nun rein manuell fotografiert.
Ich habe mir einfach mal so eine Linse gekauft und war begeistert!
Es handelt sich um ein Pentacon 135mm 2.8 MC, ein tolles Objektiv! Vollmetall, schwer und doch ziemlich kompakt. Nahstellgrenze? Fernstellgrenze! Ein satter Meter siebzig ist heute natürlich nicht mehr ganz zeitgemäß aber so war das früher eben.


Objektiv, darunter der Adapter für Sony A-Bajonett
 




 

 

 

 

 



 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

Fotofan Frank



 

 



 


Aber wie bekommt man das nun an seine neue Kamera?

Es gibt quasi für alle heutigen Marken sogenannte M42-Adapter. Die schraubt man aufs Objektiv und hat dann ein passendes Bajonett zur Kamera. Diese Adapter kosten meist nur ein paar Euro.
...und so sieht´s montiert aus:
 




 


 

 

Fotofan Frank



 

 

 

 

 

 

 

 

 



 


In diversen Fotoforen und auf YouTube gibt es massenhaft Lesestoff und Informationen darüber. Natürlich haben Sony- und Pentax-Nutzer hier den Vorteil des schon genannten Bildstabilisators in Kameragehäuse, somit ist jedes Objektiv stabilisiert. Die Objektive funktionieren auch problemlos an Canon, nur die Nikon-Fans haben hier einen entscheidenden Nachteil:
Durch das andere, etwas „exotischere“ Auflagemaß das Nikon verwendet, funktionieren M42-Objektive nur eingeschränkt. Der Nahbereich ist kein Problem, allerdings kann man nicht auf Unendlich scharfstellen.
 



Bildqualität:

Absolut überzeugend.

Sattes Bokeh, scharfe Abbildung bis in die Ränder, kaum Verzeichnungen, kaum chromatische Aberrationen. Mit 135mm und Blende 2.8 hat man die Möglichkeit, selbst auf längere Distanz zum Motiv noch freizustellen. Generell haben die Bilder irgendwie farblich einen Retro-Look, ich finde dass die Farben mit diesen Objektiv etwas wärmer wirken. Wirklich schön. Wer es nicht mag, fotografiert halt in RAW und gibt dem Bild anschließend einen individuellen Schliff.
 




 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

FrankM42_3

f/2,8

FrankM42_4

f/5,6

FrankM42_5

f/8






 


Der ganze Fotospaß hat übrigens etwa 32 € gekostet. 25 € für das Objektiv und 7 € für den Adapter.
 
Viele Grüße, Frank ;-)
 

 Da sagt Die Fotoschule: vielen Dank, Frank!

Ergänzend zu Fotofan Franks Erfahrungen, habe ich im Laufe der Jahre im Wandel von analog zu digital auch einige M42-Erfahrungen gesammelt. Frank ist begeisterter Sony-Fan, darum an dieser Stelle der Hinweis auf einen MD-Alpha-Adapter.

MD auf Sony Alpha

 Viele heutige Sony-Fans (wie Fotofan Frank einer ist) stammen noch aus den alten Minolta-Zeiten und horten möglicherweise ihre alte analoge Ausrüstung im Fotoschrank. Der genannte Adapter bietet Dir die Möglichkeit, Deine vorhandenen Minolta-Objektive mit dem ursprünglichen MD-Bajonett an Deiner neuen Sony Alpha zu nutzen. Logischerweise mit denselben Einschränkungen, die Dich auch beim Einsatz eines M42-Objektivs erwarten. Allerdings kannst Du Dir somit einen Gebrauchtkauf sparen (man kann bei so alten Möhrchen auch mal Pech haben) und Minolta-Objektive aus den MD-Zeiten zeichnen sich durch eine hohe optische Qualität aus. Das gilt für Pentacon, Leitz und Zeiss mit M42-Anschluß sicher ebenso, es gibt aber auch viel „Schrott“, der damals minderwertig produziert wurde. Auch von Zoom-Objektiven solltest Du besser die Finger lassen, da seinerzeit die Technik noch in den Kinderschuhen steckte, was variable Brennweiten angeht. In Verbindung mit Deinem Hochleistungs-Sensor wird das sicher ein Garant für Mega-Frust.

Gute lichtstarke Festbrennweiten aus alten Zeiten werden auch an Deiner DSLR gute Ergebnisse erreichen (Ausnahmen bestätigen die Regel…). Bevor sich die Nikon-, Canon-, Pentax- oder Panasonic-Fotofans nun zurückgesetzt fühlen: Frank hat es bereits erwähnt. Es gibt auch hier Adapter, die allerdings möglicherweise die M42-Objektive nicht zu 100% adaptieren. Bei Nikon gibt es Probleme mit der Unendlich-Einstellung und Systeme, die auf eine objektivseitige Bildstabilisierung setzen, können diesen Verwacklungsretter in Verbindung mit den M42- Objektiven nicht aufweisen. Außerdem gibt es auch bei den anderen Herstellern die Möglichkeit, die alten Objektivsysteme aus dem eigenen Haus per Adapterring manuell an der DSLR zu nutzen.

Solltest Du ein M42-Objektiv im Auge haben und unsicher sein, ob es wohl was taugen könnte, frage am besten einen Fotofan im
Silver-Ager-Alter, da sind die Objektive noch bekannt…

In der Karibik

Aus der Fotoserie Karibik
Per Diaduplikator digitalisiert

 Es gibt aber noch mehr Erweiterungsmöglichkeiten für Deine DSLR, wenn Du auf die ganze Automatik verzichten kannst. Gerade für Fotofans, die hin und wieder in den kostenintensiven Makrobereich schnuppern wollen, gibt es hier schönes M42-Zubehör. Da wäre als Erstes der Balgen, eine Art variabler Zwischenring (Tante Gerti würde einen Balgen Vergrößerungsfaktor-Zoom-Gerät nennen), der Dir viele Türen in die Makrowelt öffnet. Systemkonforme Balgen für digitale Systeme kosten richtig Geld, einen M42-Balgen findest Du vielleicht sogar auf einem Flohmarkt für ´nen Euro. So sieht meiner aus:

Balgen

 Erwähnt habe ich sie gerade bereits, die Zwischenringe. Auch sie sind in M42 deutlich günstiger und gebraucht zu bekommen, sonderlich was daran kaputt sein kann eigentlich nicht. Es sind keine Linsen vorhanden, im Grunde ist ein Zwischenring eine leere schwarze Toilettenpapier-Rolle mit Gewinde.

Zwischenringe42

 Hortest Du noch Regalreihen voller Dias? Ein elektronischer Diascanner ist Dir zu teuer oder lohnt sich für ein paar Dias nicht?
Online-Fotodienste zur Digitalisierung liegen Dir nicht so sehr und Du hast Angst, Deine Schätze irgendwo hinzugeben oder zu versenden?

Da gibt es noch was aus alten (M42-) Zeiten: den Diaduplikator. Meinen nutzte ich damals genau dafür, Dias zu duplizieren. Und um Negative, häufig Schwarzweiß-Negative von meinen Dias zu bekommen. Ralfonso hat damals schon gerne experimentiert, da war das alles nur sehr viel schwerer. Kein Internet, kein Fotofan-Austausch und nur spärliche Fotogeräte-Quellen. Mein Glück war der örtliche Fotohändler, der in mir einen ähnlich Verrückten gesehen hat, wie er selbst einer war…

Diaduplikator

 Den Diaduplikator nutze ich heute zum Digitalisieren meiner Dias, wobei „heute“ auch nicht so ganz stimmt. Ist schon was her, als ich das letzte Mal aktiv war. Das Teil ist genial, Du kannst zoomen, den Abbildungsmaßstab verändern und scharfstellen. Vorne ist die
Dia-Aufnahme und eine Milchglasscheibe. Auch die horizontale Ausrichtung lässt sich drehbar einstellen. So an der DSLR montiert (mit M42-Adapter) hältst Du die Kamera in Richtung Himmel, vor eine helle Lichtquelle oder richtest einen externen Blitz entsprechend aus.

 Auslösen und ein digitaler Scan, sprich ein abfotografiertes Dia, in 24 Megapixel Auflösung (bei meiner Alpha) ist auf der Speicherkarte. Solche Bildinhalte in der Auflösung musst Du über andere Wege erstmal bekommen… Dias haben häufig einen unglaublichen Kontrastspielraum, den die Sensoren nicht packen. Normalerweise nicht. Es hindert Dich aber keiner daran, HDR und RAW zu nutzen, um Dein Dia-Foto im Bildverarbeitungsprogramm zu entwickeln. Ich nutze hier gerne das Multiframing und bekomme mein Dia dann schon optimiert von der Alpha geliefert.


Aber, das sei Dir auch verraten:

wenn Du vorhast, Deine 5000 Dias so zu digitalisieren, wirst Du ein sehr einsamer Mensch werden, den sicher noch Hörnchen wachsen. Das eignet sich alles nur für einzelne Dias, für die Kronjuwelen im Diamagazin.


Mein Diaduplikator stammt von Danubia und ist heute noch zu beziehen (Gebrauchtbörsen). Wenn Du vorne den Diaaufsatz abnimmst, kannst Du den Diaduplikator sogar noch im Makrobereich einsetzen.





Für alle Fotofans mit Erfahrungen im Thema Belichtung und Scharfstellen, die sich nicht scheuen, ihre Kamera manuell zu bedienen und auf den heutigen Komfort bereit sind zu verzichten, ist der Abstecher in die M42-Welt eine empfehlenswerte Reise!

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