Vieles haette ich verstanden, wenn man es mir nicht erklaert haette

Light Painting

…  jetzt bemalst Du den Sensor mit der Taschenlampe …

weiter in der Fotoschule

Light Painting (Lightpainting oder Light-Painting) ist wohl die direkteste Art, wenn es um diesen weisen Spruch geht:

"Der Maler malt mit seinen Farben, der Fotograf malt mit Licht"

Beim Light Painting malst Du quasi aus der Hand. Deine Fotos machst Du im Dunkeln (draußen oder drinnen) durch die Bewegung Deiner Taschenlampe, die in Richtung Deiner Kamera scheint. Der Bildsensor hält dann die Bewegungen als Bild fest, dabei entstehen Linien und Formen. Die ersten bekannt gewordenen Light Painting-Bilder stammen übrigens aus dem Jahr 1889 von Étienne-Jules Marey. Light Painting bzw. Light Writing (Lichtmalerei bzw. Schreiben mit Licht) ist eine fotografische Gestaltung im Zusammenhang mit der Langzeitbelichtung. Da es sich hier in den Augen der Fotoschule nicht mehr direkt um die abbildende Fotografie handelt, hat der Bereich Light Painting und Light Writing bisher keinen gesonderten Stellenwert in der Fotoschule gefunden.

Nun gäbe es aber Die Fotoschule nicht ohne all die vielen Fotofans und die malten fleißig vor der Kamera mit Lampen und Wunderkerzen. Fotofan Frank hat in diesem Bereich eifrig Informationen gesammelt und seine Erfahrungen gemacht, die er Dir gerne weitergeben möchte. Ganz egal, ob das nun noch Fotografieren ist, oder nicht. Denn was zählt, ist der Spaßfaktor mit der eigenen Kamera in der Hand und spätestens da sind wir wieder bei unserem Hobby angekommen.

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Von: Frank

Lieber Ralf,
 
heute möchte ich Dir meine Erfahrungen zum Thema "Lightpainting, Lichtmalerei, Lichtgraffiti" oder wie man es nennen mag, schildern.
Ich experimentiere seit ein paar Wochen immer mal wieder damit herum und stehe mit meinen Versuchen noch am Anfang. Trotzdem, vielleicht helfen meine Erfahrungen den Lesern der Fotoschule beim Einstieg in dieses Thema.
 

Was fasziniert mich so an Lightpainting?

Nunja, anders als bei der "normalen" Fotografie bei der man Menschen, Landschaften, Blumen, Tiere usw ablichtet, schafft man sich bei Lightpainting sein Fotomotiv selbst, man fotografiert etwas, was eigentlich real gar nicht existiert.
Male ich z.B. ein Strichmännchen in die Luft, kann ich nicht später nochmal dort hingehen und es besuchen, denn es ist nicht mehr da. Eigentlich ist es nie dagewesen und trotzdem habe ich ein Foto davon. Schon seltsam, oder?




















 

von Fotofan Frank
















 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



 

 

30 Sek Belichtungszeit, Stativ, 10-Sek Selbstauslöser


Im Internet kann man sich, gibt man den Begriff "Lightpainting" in die Suchmaschine ein, ganze Szenen und wahre Kunstwerke ansehen aber soweit bin ich noch lange nicht, hier soll es wirklich nur um meinen Einstieg und die ersten Ergebnisse gehen.
 
Aber von vorn.

 
Was braucht man dafür?

Erst einmal Dunkelheit oder zumindest Dämmerung. Draußen oder Indoor, egal. Ich habs im Garten gemacht.
Man muss lange Verschlusszeiten 10, 20, 30 Sek und mehr erreichen können und die Lichtquelle die man benutzt, muss sich deutlich vom Umgebungslicht abheben.
Als Lichtquelle, quasi als "Stift" eignen sich z.B. Taschenlampen aller Art, angefangen von der Minileuchte für den Schlüsselanhänger bis zur großen Mag-Lite, klasse sind Wunderkerzen, bunte Knicklichter und ich könnte mir vorstellen dass auch eine batteriebetriebene LED-Fahrradrückleuchte, die man evtl. auch auf "Blinken" einstellen kann, einen coolen Effekt zaubert. Der Fantasie sind da kaum Grenzen gesetzt.

Kamera:

Idealerweise DSLR oder Systemkamera aber auch jede manuell einstellbare Kompaktkamera sollte sich eignen. Ich habe meine Sony Alpha 58 verwendet, dazu ein weitwinkliges Objektiv (alternativ Kitobjektiv in 18mm-Stellung).
Ein Stativ oder eine stabile Kameraablagefläche ist ein MUSS.
Evtl. wird noch ein Kabel/Funk Fernauslöser benötigt, es geht aber auch ohne. Dann muss das Kunstwerk aber in 30 Sek fertig sein, da man den "BULB"- Modus nicht nutzen kann.
 
Kameraeinstellungen:

M-Modus
ISO100
, dazu ein mittlerer Blendenwert von f/8 - f/11. Die Belichtungszeit wählt man nach dem, was man machen will.
Die Belichtungszeit halte ich für absolut nebensächlich denn bei Dunkelheit wird der Schein der Lichtquelle auf jeden Fall richtig dargestellt, viel wichtiger ist, dass man genug Zeit hat, um das zu "malen" was man möchte.

Ich habe die Kamera also aufs Stativ gestellt und nun stellte sich die Frage nach dem Fokus. Man hat ja erst mal nichts, worauf man fokussieren kann, also stellte ich den Fokus manuell auf "unendlich", denn bei dem von mir verwendeten Objektiv beginnt der unendliche Fokus bereits ab 4m Entfernung zum Motiv. Das heißt, ich bin einfach ein kleines Stück weiter als 4m von der Kamera weg gegangen, dann sollte das passen. Und ganz wichtig auf dem Stativ: der Bildstabilisator muss ausgeschaltet sein.
 
Mein erster und einfachster Versuch war der, irgendetwas abstraktes mit einer Wunderkerze in die Luft zu malen:
    


















 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



 

Fotofan Frank













 

 

f/11, ISO100, 27Sek mit Fernauslöser


Dann folgte mein Versuch mit der "2016". Ein Neujahrsgruß sollte das werden.

Die Schwierigkeit daran:

Ich musste blind etwas in die Luft schreiben, was man nachher auch noch lesen kann. Ohne jegliche Referenzpunkte, abgesehen vom Erdboden und der Reichweite meines Armes in der Höhe. Dazu noch spiegelverkehrt da ich ja in etwas Abstand vor der Kamera stehe und schreibe.
Kamera auf 10 Sekunden Selbstauslöser gestellt, ausgelöst, vor der Kamera Position bezogen und als es "klick" machte, nutzte ich also meine ganze Körpergröße und schrieb los.
 
Mit Taschenlampe:
    












 


 

Fotofan Frank




 

30 Sek Belichtungszeit, mit 10 Sek Selbstauslöser


Mit einer Wunderkerze:
    




 

Fotofan Frank













 

 

 

 

 

 

30 Sek Belichtungszeit mit 10-Sek Selbstauslöser


Später am PC habe ich mir so überlegt, dass es gar nicht nötig ist spiegelverkehrt zu schreiben und dass das die ganze Sache nur unnötig kompliziert, vor allem wenn man noch so wenig Erfahrung hat. Man kann auch ganz normal von links nach rechts schreiben und spiegelt das Bild später am PC. Manchmal kommt man nicht auf die einfachsten Sachen....
 
War die "2016" noch recht einfach zu machen, wollte ich nun ein Männchen in die Luft malen und das war viel, viel schwieriger.
Selbst einfache Strichmännchen haben Kopf, Gesicht, Arme und Beine und alles muss blind in die Luft gemalt werden und nachher zusammenpassen. Logisch, dass hier viele Versuche nötig waren um überhaupt sowas wie eine "Strichmännchenfigur" erahnen zu können.
Außerdem muss man den Einsatz der Taschenlampe viel präziser koordinieren und das Licht gezielt Ein- und Ausschalten, damit die Lichtspuren nicht ineinander verwischen bzw. sich nicht gegenseitig überzeichnen.
Und wie gesagt, man sieht ja nicht, was man gerade malt.

Versuch einmal mit verbundenen Augen ein Männchen auf ein Blatt Papier zu malen....:-)
 
Hier ein Fehlversuch:
Körper und Kopf ineinander gemalt, Arme irgendwo, ein Bein fehlt kein Gesicht....
Es kamen viele teilweise sehr lustige solcher Sachen zustande:
    












 

 

 

 

 


 

Fotofan Frank













 

 

 


 

30 Sek Belichtungszeit mit 10-sek Selbstauslöser


Schließlich kam dann doch das Männchen zustande, das ich Dir im ersten Bild ganz oben gezeigt habe, ich weiß nicht nach wie vielen Versuchen, aber es waren bestimmt zehn oder zwölf. Zwischenzeitlich hatte ich auch erst einmal einen Kopf mit Gesicht geübt und nach Referenzpunkten die ich beim Zeichnen verwenden könnte, gesucht. Da gibts aber nicht viel außer wie gesagt dem Erdboden, der Reichweite meines Armes in der Höhe und mir selbst (Schulterhöhe, Gürtellinie usw.).
 

So lieber Ralf, das war ein kleiner Bericht meiner ersten Versuche mit Lightpainting.
Es macht unheimlich viel Spaß und es gibt dafür unendlich viele kreative Möglichkeiten, Varianten und Motive die man ausprobieren kann.

Vielleicht hilft mein Bericht ja auch den Lesern Deiner Fotoschule, vielleicht hast Du oder die Leser ja auch noch Tipps, Anregungen oder Verbesserungsvorschläge. Ich würde mich freuen.
 
Viele Grüße
Frank
    

Vielen Dank an Fotofan Frank (das reimt sich  :-)) )

So detailliert beschrieben und mit sehr gelungenen Beispielfotos illustriert habe ich absolut keinen Senf, den ich hier noch zugeben könnte. Hol Dir eine LED-Taschenlampe, pack Deine Kamera und probier es aus. Ich bin sicher, das macht Dir Spaß.

Auch wenn es eigentlich kein Fotografieren ist; oder doch...?

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