Foto - Handy

... Fotoapparate zum telefonieren und surfen, das iPhone 4S und Galaxy S2 ...

Gute 2 Jahre nach dem letzten Update gibt es nun die fünfte Version der Rubrik Fotohandy (Januar 2012). Wie bei vielen anderen Fotofans auch, standen bei mir in den letzten Wochen unzählige Tests im Web und diversen Magazinen zur Bewältigung an. Nach einigen praktischen Tests ist die Entscheidung nun gefallen für das iPhone 4S. Und bevor die ganzen Android-Anhänger nun genervt vondannen ziehen...
Hier geht es nicht um Applemanie und dem Glaubenskrieg, wer das bessere Betriebssystem hat. Das Galaxy S2 hat eine ähnlich gute Kamera, wie das iPhone 4S und auch die aktuellen Nokia-, HTC- und Sony Ericsson - Smartphones spielen in der Fotohandy-Liga ganz vorne mit.
Meine Entscheidung fiel für das iPhone, weil die Bildqualität im direkten Vergleich doch noch eine Idee besser ist.

In dem letzten Update dieser Rubrik schrieb ich:

Meine bisherige 3,2 Megapixel Cybershot-Kamera, mit der ich auch telefonieren konnte, ist in den wohlverdienten Ruhestand gegangen. Annähernd 5000 Fotos habe ich mit ihr geschossen, Hunderte davon schafften den Sprung in die Digital-Fotogalerie. Zum Einsatz kam sie fast ausschließlich immer dann, wenn meine "echten" Kameras gerade im Schrank schlummerten. So erfüllte sie perfekt ihre Hauptaufgabe:

>> besser ein Bild in nicht so bombastischer High-Quality, als gar kein Bild <<

Oft lebt eine Fotografie vom Ausdruck, von der Szenerie und da ist die Farbausgewogenheit und Detailschärfe auch mal zweitrangig.

Und ein Stückchen weiter im Text:

Der Stand der Foto-Handy-Technik ermöglicht nun Fotografien ohne qualitative Zugeständnisse und erfüllt endlich den
Fotografen-Wunsch: "Ich habe meine Kamera immer dabei!"
Nach wie vor ist das Foto-Handy eine Ergänzung der Fotoausrüstung, gute Kameras und insbesondere optische Zooms ersetzt es nicht.

Hier ist es nun wohl vorbei mit dem Kompromiss, in nicht ganz so bombastischer High-Quality zu fotografieren und wenigstens etwas fotografierfähiges dabei zu haben. Die Kamera des iPhone 4S liefert bei Tageslicht teilweise bessere Bilder, als manche Digicams. Und für viele Fotofans dürfte sie ganz klar die Digicam ersetzen. Immerhin sagt die 2011´er Flickr-Studie aus, dass die am häufigsten benutzte Kamera der Nutzer das iPhone ist. Und das vor allen DSLR und Digicams. So gesehen besteht durchaus ein großes Einsatzfeld für die Immer-Dabei-Kamera, die anscheinend ja auch entsprechend genutzt wird. Ich glaube, viele Fotofans bekommen gerade dadurch überhaupt etwas von dem Duft der Fotografie in die Nase, was sie später eine DSLR kaufen lässt.

iPhone_Die_Fotoschule_2 iPhone_Die_Fotoschule_1

Die technische Ausstattung liest sich gut und lässt einiges hoffen:

Kameraauflösung 8 Megapixel
Maximale Videoauflösung 1920x1080
Frameraten 30 B/s Videocodec H.264
Brennweite 4,28 mm
Brennweite (entsprechend Kleinbild) 35 mm
Maximale Blende 2.4
Autofokus & Bildstabilisator
Display Auflösung 640x960
HDR, Gesichtserkennung & Panorama

Was in dieser schönen Auflistung nach wie vor fehlt, ist das optische Zoom. Ansonsten sticht insbesondere das lichtempfindliche Objektiv mit einer größten Blendenöffnung von f2,4 heraus. Im iPhone 4S ist eine neue Linsenkombination verbaut, die gemeinsam mit dem von hinten beleuchteten Bildsensor ordentlich Schwung in die Handyfotografie bringt.

Das Apple iPhone 4S punktet beim ersten in die Hand nehmen mit einer sehr hochwertigen Anmutung. Dazu trägt sicherlich auch das höhere Gewicht gegenüber anderen Smartphones bei, welches auf die Metallummantelung und die Glasflächen vorn und hinten zurückzuführen ist. Für mich ist das ein echter Vorteil, denn dadurch ist es möglich, das Handy beim Auslösen ruhiger zu halten. Das ist ein ähnlicher Effekt, wie bei der DSLR. Es gibt keine spürbare Auslöseverzögerung und besonders schön ist, dass Du das iPhone aus dem Sperrbildschirm im Nu fotobereit hast; schneller als so manche Digicam.

Der elektronische Bildstabilisator arbeitet im iPhone 4S besonders effektiv, was Du nicht nur im Video-Modus schätzen wirst. Die Panorama-Funktion (mit entsprechendem App) arbeitet ebenfalls sehr präzise, in meinen Testszenarien brauchte ich keine Nachbearbeitungen am Blechotto durchzuführen. Auch wenn das Thema Video nicht unbedingt ein Teil der Fotoschule ist:
die Videos in HD-Auflösung sind von einer ausgesprochen hohen Qualität und machen eine Einsteiger-Videokamera überflüssig.

iPhone_333

Hatte mein bisheriges Fotohandy Sony Ericsson Aino noch einige Probleme mit dem Thema Farbtreue, Kontrast und Tonwertumfang, so liegt das iPhone 4S hier um Meilensteine weiter vorne. Die HDR-Funktion, bei der drei Fotos in Serie mit unterschiedlichen Belichtungswerten direkt hintereinander fotografiert werden, erlaubt Fotos unter Lichtverhältnissen, die bisher nur von wenigen Digicams gemeistert wurden und eher dem DSLR-Segment zuzuordnen waren.
Ebenso hilfreich ist das Setzen des Schärfepunktes per Touch auf dem Screen und die bei Notwendigkeit einzuschaltende Schärfeverfolgung des Motivs.

Diverse Fotoprogramme und Tools lassen sich auf dem iPhone installieren (die sogenannten Apps) und erweitern die Bandbreite der Kamera zusätzlich. Die Freunde des GEO-Taggings kommen mit dem iPhone auf ihre Kosten, ebenso wie die Anhänger des Fotoposting in sozialen Netzwerken oder Fotoportalen im Web. Ob Du nun auf dem iPhone versuchen solltest, Deine Fotos nachzubearbeiten, kann ich Dir nicht sagen. Die Apps lassen es zu und die Qualität ist überraschenderweise auch hier recht gut. Ich ziehe eine Bildbeurteilung und Weiterverarbeitung auf dem großen Monitor des Blechottos vor. Das ist sicher ebenfalls subjektiv und eine persönliche Entscheidung.

Schwächen hat das iPhone 4S ganz klar im Bereich von Blitzlichtfotos, da das LED-Blitzlämpchen noch funzeliger ist, als die kleinen Blitzchen in den Digicams. Das iPhone versucht das durch Heraufsetzen der ISO-Empfindlichkeit zu kompensieren, was mit einem höheren Rauschaufkommen quittiert wird. Hier würde ein "echter" Blitz schon einiges bringen und die gute Kamera entsprechend unterstützen. Aufnahmen bei Tageslicht sind von Fotos einer Digitalcamera nicht zu unterscheiden, eher noch besser (je nachdem welches Modell man als Vergleich heranzieht). Was fehlt, ist das optische Zoom. Vieles kann man durch Beinarbeit kompensieren (... sich zu Fuß dem Motiv nähern...), aber das ist der einzige noch bestehende Nachteil zur Kamera mit Zoomobjektiv.

Zu Beginn der Fotoschule führe ich eine kleine Liste auf, was Du als Fotofan mindestens brauchst (im Bereich
Kamera). Aus analogen Zeiten nenne ich da als Kamera die Olympus µII mit einem 35mm Fixfokus-Objektiv (weil es eben ein besonders gutes Objektiv ist). Alle diese Eigenschaften plus diverse digitale Mehrleistungen und Ausstattungen bietet Dir von nun an Dein Telefon...

iPhone_Handy001

Das aus früheren Versionen der Rubrik Foto-Handy (zum Nachlesen weiter unten in dieser Rubrik) bereits bekannte Motiv, auch wieder bei schlechtem Wetter (siehe Schönwetterfotografie...) zum Vergleich (die Sonne hat leider noch nicht geschienen, seitdem ich es besitze, vielleicht hat Tante Gerti zu Weihnachten den Teller wieder mal nicht richtig leer gefuttert...). Das iPhone 4S ist hier mit dem ISO-Wert vom Idealwert 64 auf 200 hochgegangen und 1/300sec. belichtet.

Auch unter diesen Bedingungen, die in den schönen bunten Herstellerprospekten mit Bildbeispielen tunlichst gemieden werden, zeigt die Kamera ein ausgewogenes Bild. Im Detail rechts siehst Du die Schärfe der Optik, obwohl der Ausschnitt aus dem kritischen Randbereich stammt.

iPhone_Handy001_detail

An verschiedenen Stellen der Fotoschule wirst Du über den Satz "Es muss nicht zwingend eine DSLR sein" gestolpert sein und Dich fragen, ob es denn tatsächlich reicht, mit einem iPhone / Smartphone auf Fototour zu gehen. In letzter Zeit häufen sich in der Fotoschule Zuschriften per Email von DSLR-Fotofans, die auf eine unprofessionelle Darstellung der (Qualitäts-) Fakten aufmerksam machen.

Darum zur Verdeutlichung nochmal ganz klar:
das iPhone (Kamera-Handy) ersetzt keine DSLR und es ersetzt auch keine höherwertige Digicam.

Wenn Du Dich aktiv und intensiv mit allen Themen der Fotografie beschäftigen möchtest, ist die DSLR mit den damit verbundenen Erweiterungsmöglichkeiten der Ausrüstung die einzige Wahl! Qualitativ und insbesondere bezüglich der Flexibilität gibt es keine Alternative. Ebenso sind bewusstes Steuern, Gestalten und Umsetzen individueller Ideen (fast) nur mit der DSLR im vollen Maße möglich (z.B. hinsichtlich Schärfentiefe, Belichtungssteuerungen, differenziertes Blitzen mit Blitzschirmen...). Der größte Vorteil einer DSLR (die vielseitige Ausrüstung) ist auch gleichzeitig der größte Nachteil der DSLR. Und hier setzt der bereits bekannte Satz an: "Was nützt die beste DSLR zu Hause im Schrank...?".

Genau aus dem Grunde mag in der Fotoschule der Eindruck entstehen, dass eine Handy-Kamera besser ist, als eine
DSLR-Optik.

Und ja, das ist sie....
Zumindest dann, wenn sie für ein aktuelles Fotomotiv parat steht, während die DSLR im besagten Schrank liegt.

Die meisten DSLR-Fotofans fahren aus diesem Grunde zweigleisig: eine DSLR für alle geplanten Einsätze, eine
Schlanke Kleine für immer dabei. Und hier ist die iPhone-Kamera im iPhone4s zu einer echten Überlegung geworden, da das Handy ständig dabei sein dürfte. Noch eher, als eine Zweitkamera namens Digicam.

Falls Du Interesse an den bisherigen Inhalten zum Thema Foto-Handy hast, kannst Du die Vorgängerrubriken hier durchstöbern. Wenn Du gerne in der Fotoschule weiterwandern willst, klick auf den “Next-Button”.

weiter in der Fotoschule zum nächsten Thema

Foto - Handy

....eine Kamera, mit der man telefonieren und Musik hören kann....

Die Fototechnik durchschreitet rasante Veränderungen, seitdem Fotografien nur noch Bytes und keine Filmstückchen mehr sind. Besonders schnell entwickelt sich der Bereich der Foto-Handies weiter. Das nun dritte Update seit Bestehen der Fotoschule umfasst den heutigen Stand der kleinen Fotoapparate mit Telefonfunktion.

Hier kannst Du bei Interesse alle bisherigen Veröffentlichungen zu dieser Rubrik nachlesen:

August 2006
Update Nr. 2

September 2004
Update Nr. 1

Juni 2003
Erste Version

2006 2004 2003

Update vom Februar 2010

Gute vier Jahre nach meinem letzten Update aus 2006 hat sich einiges in der Handywelt verändert. Der Trend zur eierlegenden Wollmilchsau hat sich etabliert, es gibt inzwischen Handys, die tragen sogar den Namen Ei - Telefon!

Wer hätte das gedacht?

Immerhin ist es doch immer noch eine nicht ganz unwesentliche Nebenerscheinung, dass man mit den Geräten tatsächlich telefonieren kann....
Die Displays werden größer, hochauflösend, reagieren auf Fingerberührung und ähneln zunehmend tragbaren Minicomputern. Was die kleinen Kästen alles leisten, will ich nicht nochmal aufzählen, das Augenmerk der Fotoschule liegt auf dem Fotoapparat im tragbaren Alleskönner.

Meine bisherige 3,2 Megapixel Cybershot-Kamera, mit der ich auch telefonieren konnte, ist in den wohlverdienten Ruhestand gegangen. Annähernd 5000 Fotos habe ich mit ihr geschossen, Hunderte davon schafften den Sprung in die
Digital-Fotogalerie. Zum Einsatz kam sie fast ausschließlich immer dann, wenn meine "echten" Kameras gerade im Schrank schlummerten. So erfüllte sie perfekt ihre Hauptaufgabe:

>> besser ein Bild in nicht so bombastischer High-Quality, als gar kein Bild <<

Oft lebt eine Fotografie vom Ausdruck, von der Szenerie und da ist die Farbausgewogenheit und Detailschärfe auch mal zweitrangig.

Aus meiner Serie Darss an der Ostsee

Dieses Foto vom Strand bei Prerow am Darss (Ostsee MVP) entstand mit meinem Fotohandy Sony Ericsson k800i.

Wie viele andere angehende Handy-Wechsler musste ich mich auch durch einen Wust von Anbietern und unzähligen Modellen quälen. Dank Internet wurde ich mit mindestens ebensovielen Testberichten beglückt, die mich dann nachher fast genauso schlau im Regen stehen liessen, als hätte ich sie nicht gelesen.
Was relativ schnell klar war, das von allen so begehrte und hochgelobte Ei-Telefon ist in seiner aktuellen Version (iPhone 3GS) fotografisch eine Niete und eher noch eine Verschlechterung zu meinem k800i. So fiel meine Entscheidung unter Berücksichtigung einiger mir zusätzlich zur Kamera wichtigen Features-Liste auf das Sony Ericsson Aino.



Erste Tests seitens der Fotoschule zeigen zwei grundlegende Dinge:

1. ja, das Aino ist eine vollwertige Kamera und kann die Digicam bei normalen Fotos ersetzen

2. nein, das Aino macht keine gute kleine Digicam mit optischem Zoom und erst recht keine DSLR überflüssig



Der Stand der Foto-Handy-Technik ermöglicht nun Fotografien ohne qualitative Zugeständnisse und erfüllt endlich den Fotografen-Wunsch:
"Ich habe meine Kamera immer dabei!"
Nach wie vor ist das Foto-Handy eine Ergänzung der Fotoausrüstung, gute Kameras und insbesondere optische Zooms ersetzt es nicht.


Wer allerdings eher selten fotografiert und einen digitalen Fotoapparat für ein paar Weihnachtsfotos, drei Bildern zu Ostern und zwanzig Urlaubsfotos vom Sommerurlaub sucht, kann sich den Kauf einer separaten Digicam sparen. Das Aino erfüllt solche Aufgaben perfekt und bietet zusätzlich noch Videos in VGA- Qualität.

Ich habe mir mal die Mühe gemacht und eine Testreihe vom gleichen Motiv mit einer DSLR (Sony Alpha 200), Digicam (Casio Exilim EX-V7) und zwei Foto-Handys (Sony Ericsson Aino und k800i) gemacht. Daraus zeige ich zum Vergleich den identischen Bildausschnitt, um Dir vorhandene Qualitätsunterschiede bei (praxisunüblichen) Mehrfachvergrößerungen zu verdeutlichen. Dabei solltest Du nicht vergessen, daß diese Unterschiede in der Normalansicht auf dem Blechotto oder HD-TV nicht sichtbar ins Gewicht fallen!

Ach bei der Gelegenheit: ich will hier keine Reklame für irgendwelche Produkte irgendwelcher Hersteller machen (übrigens an anderer Stelle der Fotoschule ebensowenig), ich schreibe über meine eigenen Erfahrungen und die handeln nunmal aktuell von diesen Geräten.

Aino_Vergroesserung k800i_Vergroesserung
Exilim_Vergroesserung Alpha_Vergroesserung

Oben links: 8 Megapixel Handy
Oben rechts: 3,2 Megapixel Handy
Unten links: 7 Megapixel Digicam
Unten rechts: 10 Megapixel DSLR

Wenn Du die Vergrößerung der DSLR mit den Handy- Vergrößerungen vergleichst, zeigt sich deutlich, daß die Grundqualität hier um Längen besser ist. Hinzu kommt eben noch die Möglichkeit, per optischem Zoom solche Ausschnitte von Anfang an auf´s Bild zu bekommen; und zwar in so hoher Qualität, daß man die Beschriftung der Mülltonnen problemlos lesen kann. Gerade unter diesem Aspekt fallen Handycameras deutlich weit nach hinten ab.

Oben habe ich es aber schon erwähnt:
Dabei solltest Du nicht vergessen, daß diese Unterschiede in der Normalansicht auf dem Blechotto oder HD-TV nicht sichtbar ins Gewicht fallen! Hier sind die Gesamtbilder beider Handycameras zu sehen und als ganzes Bild ist daran nichts auszusetzen:

Sony Ericsson Aino

Oben: Sony Ericsson Aino
Unten: Sony Ericsson k800i

Sony Ericsson k800i

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