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Kite Corner


„Drachen tragen Träume“
heißt ein Sprichwort bei den Chinesen, die vor 2000 Jahren die ersten Windvögel bauten.

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Sollten erwachsene Menschen albern dastehen und einen Drachen steigen lassen?

Natürlich sollten die das.

Mal abgesehen davon, daß ich der Meinung bin, daß es nichts Schlimmeres gibt, als klassisch Erwachsen zu sein, ist Drachen fliegen und Drachen fliegen genauso zu unterscheiden, wie Ping Pong und Tischtennis.

Ich habe viele Jahre Tischtennis als Mannschaftssport gespielt und schnell erfahren, dass es da ganz erhebliche Unterschiede zum Pling Plong Plop auf der Betonplatte des Spielplatzes hinterm Haus gibt. Da wir aber hier über den Drachenflug und nicht über Tischtennis reden, will ich die Geschichte um Tante Gerti besser nicht erzählen (Tante Gerti ist sicher vielen vertraut, die sich mal eingehend mit der Fotoschule auf Ralfonso online beschäftigt haben...).

Vielleicht hast Du schonmal an der See Urlaub gemacht (idealerweise zwischen April und Juni oder ab September) und an einem windigen Tag die Drachenflieger beobachtet. Spätestens dann wird Dir aufgefallen sein, daß es noch etwas anderes im Bereich des “Einen Drachen in die Luft lassen” gibt, als Deine Kindheitserfahrungen mit dem Einschnur-Drachen (Einleiner) mit dem großen Geierbildchen auf der Klarsichtfolie.
Unterschiedlichste Farbenmuster, ausgefallene Formen, beängstigende Größen und Luftkissen, die Fallschirmen ähneln, fallen Dir ins Auge. Und alle ziehen wunderschöne Kreise am Himmel, fliegen Loopings, scheinen abzustürzen und steigen kurz vor dem Boden wieder raketenartig nach oben oder tänzeln nur Zentimeter über der Meeresoberfläche um Sekunden darauf mit den langen Flügeln Streifen in den Sand zu ziehen.

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Geführt werden sie von einem gebannt in die Luft starrenden “Drachenpiloten”, der in jeder Hand eine unsichtbare, mit dem tanzenden Drachen verbundene, Schnur hält. Dieser Drachenpilot muss übrigens weder männlich, noch erwachsen sein....

Wenn Du an einem solchen Tag am Meer etwas genauer hinschaust, kannst Du sehen, wie manche Piloten (innen) kräftig mit dem Drachen kämpfen und aufpassen müssen, nicht den festen Stand zu verlieren und durch den Sand gezogen zu werden.

Irgendwo an dieser Stelle muss er verborgen sein, der Drachenvirus. 

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Irgendwann, vielleicht nach Deinem dritten geglückten Looping, vielleicht auch nach dem ersten perfekten Start ohne Fremdhilfe oder während der spannenden sauberen Landung springt er Dich an und befällt Dich.

Anfangs merkst Du noch gar nicht viel davon, stehst zu manchen Zeiten einfach nur gedankenverloren da und beobachtest den Flug eines, seine Runden drehenden, Drachens am Himmel, aber in allen Fällen beginnst Du sie zu sehen....

Du siehst sie überall.....

da, wo vorher spielende Kinder am Strand ihre Burgen bauten, siehst Du die zwanzig Meter höher in der Luft stehenden farbenprächtigen Drachen......

Du entdeckst die Abschnitte, wo sie sich treffen, um gemeinsam auf den Winden zu gleiten....

Du erkennst sogar auf den Wegen zum Strand jene anderen Drachenfans mit den typischen Drachentaschen unterm Arm (die Dir vorher nicht im Traum aufgefallen wären....).

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Wie fängt´s an?

Der Einstieg geschieht wie beim Rauschgift.

Ein Dealer, meist ein unauffälliger Freund, nennen wir ihn einfach mal Tony, lenkt gerade gekonnt seinen Drachen am Himmel und fragt Dich: “Willste auch mal?”

Dein erster Gedanke ist natürlich: das kann ich doch gar nicht mit den beiden Schnüren, ich weiß nicht wie man damit lenkt... und Du hörst Dich antworten: “Warum nicht, probieren kann ich es ja mal.”

Dann gibt Dir Tony die Schnüre und macht Dir Mut: “Ist ganz einfach, ziehst Du links fliegt er nach links, ziehst Du rechts, fliegt er nach rechts. Versuchs ganz sachte, dann geht alles andere von selbst...”

Und genauso ist das, alles andere geht danach von selbst.

Du wirst Dir schon bald Deinen eigenen Drachen kaufen. Sehr wahrscheinlich nicht so einen tollen Drachen, wie Tony seiner, weil Du immer noch glaubst, daß Du “so verrückt” ja nicht werden wirst. Du willst ja NUR ein bißchen Drachen fliegen....

Wie Tony sagte, alles andere geht von selbst.

Schon sehr bald merkst Du, daß der Drachen aus dem Strandkiosk doch nicht allzuviel taugt und Du entschieden mehr willst.

DU WILLST DEINEN RICHTIGEN DRACHEN!!!

Vorher hättest Du nie gedacht, daß es in Deinem Heimatstädtchen ein Drachen-Spezialgeschäft gibt....

...tja....

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Inzwischen ist es längst soweit, daß Du bei den Wetternachrichten im Fernsehen verstärkt auf die Windvorhersage achtest und Deine Urlaube nach drachentauglichen Flugbedingungen auswählst, eine kleine Auswahl aus Deinem schnell größer werdenden Drachenarsenal ständig im Kofferraum Deines Wagen transportierst und freudestrahlend feststellst, daß es in einem Ort Deiner Umgebung Drachenfestivals gibt.
Und jede Menge anderer Süchtiger, die befallen sind vom Drachenvirus.

Und dann, ......

ja dann.......

dann landest Du bei der Suche nach tollen Drachen-Websites auch noch bei Ralfonso online;
übrigens einem bekennenden Kite-Junkie ;-))

Wie in so vielen anderen Bereichen auch, gibt es im Web Tausende von Homepages, die sich dem Drachensport, Drachenflug und Drachenjunkies widmen (letztere vielleicht eher weniger). Darum werde ich Dir keine Koordinatenzeichnungen von Flugfiguren präsentieren und Testberichte über Karabinerhaken zur Sitzgarniturbefestigung musst Du Dir leider auch woanders besorgen.

Ähnlich meiner Fotoschule möchte ich Dir lediglich etwas aus der Praxis zeigen.

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Meiner kleinen Einstiegs-Schilderung kannst Du sicher entnehmen, das es mir nicht anders erging, als dem klassisch Infizierten, der mal Tonys Drachen geflogen hat. Ergänzend solltest Du Dir aber überlegen, was Du letztlich willst.

Ich habe mit meinem Strandkiosk-Lenkdrachen von Rügen viel Spaß gehabt. Klar hat der nicht tierisch an den Schnüren gezogen und beeindruckend groß erschien er am Himmel auch nicht. Für mich war das aber zweitrangig, denn ich konnte alle Dinge damit ausprobieren, die mir einfielen (Sturzflug, langsam über´n Sand streifen, ins Meer platschen lassen und stundenlang die Algen von den Schnüren puhlen, Loopings linksrum, Loopings rechtsrum) und hatte Spaß. Es war eine prima Ergänzung zum klassischen Strand-Alltag auf dem Badetuch und sorgt nebenbei durch den ständigen Blick nach oben für eine dunkelbraun gegerbte Lederhaut rund um die Sonnenbrille.

Für mich war und ist der Spaßfaktor und nicht die Tricktechnik nach Lehrbuch der Antrieb. 

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Klar folgte auch der nächst größere Drachen, ein "PLUS- Drachen" (wohl ähnlich gefertigt, wie einige "ALDI- und TCHIBO- Drachen"). Schnell musste ich feststellen, dass es im PC- Bereich vielleicht funktionieren mag, beim Lebensmittel- Discounter nicht nur Aufbackbrötchen und Kaffee, sondern auch Computer zu kaufen; beim Drachen aber nicht.

Der PLUS- Drache sieht hübsch aus, hat eine Spannweite von recht großen 170 cm und ließ mich dem ersten Start entgegen fiebern. Der war dann die große Enttäuschung. Ich taufte ihn beim ersten krampfhaften Flug auf den Namen Propeller, weil er noch im Umkreis von zwei Kilometern zu hören war, so laut flatterte das Tuch. Die äußeren Schwingen flatterten und wackelten hektisch im Wind, als ob er selber einen Flügelschlag entwickeln würde und nach dem ersten Flug kam die Mittelstange vorne durchs Tuch. Die Spannbänder an den Seiten ribbelten auf; na ja, Du kannst Dir denken, ich war sauer.

Mein alter Spruch aus dem Fotobereich fiel mir wieder ein:

“Wer billig kauft, kauft zweimal...” 

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Ich hatte dann zwischenzeitlich noch die Begegnung der unheimlichen Art, präsentiert von einem weiteren Tony, der mir unbedingt mal zeigen wollte, wie ein richtig großer Drachen fliegt. Er baute ihn am Kellenhusener Strand in aller Seelenruhe für mich auf und gab mir die Leinen. Ich bin nach dem Start gleich ein paar Meter über den Sand geschossen und dachte, der optisch unscheinbare grüne Teufel da oben am Himmel, wollte mich irgendwohin entführen. Es war beeindruckend, wie der Drache an den Schnüren zog und mich problemlos mitriss. Aber es hat mir nicht wirklich Spaß gemacht. Ich hatte eher so etwas wie Angst und Ohnmacht empfunden und befürchtet, jeden Moment irgendwelche unschuldigen Leute zu enthaupten.

Es war lediglich ein Kraft,- und Machtspiel und ich empfand keinen Spaßfaktor.

So einen Drachen brauchte ich auch nicht....

Mein nächster Drachen (sollte eigentlich mein letzter sein...) ist genau das, was ich haben wollte: wendig, fliegt auch bei weniger Wind, leicht, lautlos, mit mittlerem Zug, beherrschbar, große Spannweite mit flottem Design und eingebautem Spaßfaktor. Diesmal ließ ich mich beim Drachenfachhändler professionell beraten und habe Qualität gekauft, auf mich und meine Bedürfnisse abgestimmt; ein Garant für Freude am Strand (so braucht man sich nicht einen ganzen Urlaub zu ärgern, was man wieder für einen Schrott im Auto transportiert hat...).

Mein erster "richtiger" Lenkdrachen, der Rave von HQ-Invento

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Anfang 2004 bereichert dann der Drachen meine langsam anwachsende Sammlung, den ich schon seit Beginn meines neu entdeckten Hobbys, dem Drachenflug, immer im Auge hatte:

der THUNDERBIRD.

Mich begeisterte schon immer das außergewöhnliche Design dieses Drachens, um das sich einige Geschichten ranken:

Der THUNDERBIRD von PHOENIX:
"Der sagenhafte orientalische Wundervogel, wohnhaft in einem hochgelegenen Paradies, muss sich jeweils nach tausend Jahren erneuern. Er fliegt dann nach Syrien (Phoinike), wo sein Körper unter Mitwirkung himmlischen Feuers zu Asche verbrennt. Daraus schlüpft der junge Phönix, der später als Herangewachsener mit den geborgenen Überresten seines alten Körpers nach Heliopolis (Ägypten) fliegt. Dort zeigt er sich den Menschen und tritt dann seine Himmelfahrt an."

Der THUNDERBIRD steht in der Tradition der legendären Designerserie von Eclipse Kites, USA. Das Ethno-Werk des texanischen Kuenstlers Chris Dunlop wurde 1992-93 in einer limitierten Serie von nur 100 Stück vertrieben. 1998 hat die Fa. Phoenix das originale Artwork auf einen Drachen mit modernen Flugeigenschaften übertragen (Grundlage ist der La Luna von Elliot), wobei kleine aber geschickte Änderungen in Form und Farbe vorgenommen wurden.

Um den THUNDERBIRD, den Donnervogel, ranken sich einige Legenden. Die einen sagen, dass der THUNDERBIRD, wenn er seine Schwingen entfaltet, das Licht der Sonne verdunkelt, andere behaupten, dass der Donner der Flügelschlag dieses großen Vogel sei. Wieder andere Mythen sprechen davon, dass der Wind, der Sturm und die Wellen des Meeres durch die Bewegung der Flügel entstehen würden. Wie dem auch sei, wenn es so ist, was die Chinesen sagen, dass Drachen Träume tragen, dann werden sie sich auf dem THUNDERBIRD gerne niederlassen. 

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Ich habe den Thunderbird inzwischen (wir schreiben jetzt das Jahr 2018) ausgiebig fliegen können, am Meer, auf dem Acker und den heimischen Ruhrwiesen. Es ist ein immer wiederkehrendes besonderes Gefühl, wenn er in den Himmel startet. Die Flugeigenschaften sind perfekt, ich habe es sogar endlich kapiert, was Veränderungen der Waage für (teilweise grundlegende) Veränderungen des Flugverhaltens bewirken und meine “Idealeinstellung” gefunden. Viel eindringlicher ist aber die Stimmung, die dieser außergewöhnliche Drachen verbreitet, wenn er am Himmel schwebt.

Als Fotobegeisterter liebe ich die Harmonie der Farben und bin immer wieder überwältigt, wenn er über dem Meer fliegt, lautlos im Kontrast zum tiefen Blau des Himmels steht und so erhaben wirkt. Ebenso schön sieht er aus, wenn ich ihn über den heimischen Wiesen fliegen lasse; besonders im Frühling, wenn die gelben Rapsfelder leuchten...

Der Rave ist hingegen nicht in den Hintergrund geraten, was ich ursprünglich annahm. Er fliegt anders, als der Thunderbird, ist aber aufgrund seiner Agilität und seines spontanen und knackigen Flugverhaltens meine Nummer 1 geblieben. Wenn es mir ums reine Fliegen geht, Loopings zu drehen und neue Flugmanöver auszuprobieren, greife ich immer zum Rave. Und rein optisch betrachtet bietet er einen schönen Kontrast zum rot dominierten Thunderbird; gerade bei leicht bewölktem Himmel sieht er richtig klasse aus. 

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Schade nur, dass ich es nicht hinbekomme, meine beiden Hobbys zu verbinden. Die Drachen im Flug zu fotografieren und gleichzeitig mit der Flügelspitze Streifen in den Sand zu ziehen, gestaltet sich für mich als unüberwindbare Hürde.

Der Osterurlaub an der See mit perfekten Windverhältnissen machte wieder mal Lust auf mehr....
Neben meinem Rave und dem Thunderbird kommt Zuwachs in meine Drachenfamilie.

The Force im Rainbow-Design als Ltd. Edition von HQ

Irgendwie ist bei mir doch die “Lust auf Power” aufgekommen, ich wollte bei Wind mal richtig den Drachen halten müssen; was beim Thunderbird und Rave aufgrund der Eigenschaften nicht so sehr zutrifft.

Der Force lässt da keine Wünsche offen ;-))

Zwar sind die Flüge mit ihm recht kraftzehrend und darum auch nicht ganz so zeitlich ausufernd, wie mit dem Thunderbird, aber in ihrer brachialen Art nicht minder spaßmachend. Du kannst es Dir sicher denken, auch die Optik hat wieder ordentlich mitgespielt bei mir. Das Regenbogen-Design sieht am Himmel einfach schön aus und ich stehe dazu, bei optisch ansprechenden Drachen einfach nicht NEIN sagen zu können ;-))

Schließlich muss ich mir den Drachen doch während des Fluges die ganze Zeit anschauen. 

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Das nette Verkäuferpaar im benachbarten Grömitzer Kite Point hat mir dann auch gleich ein “Arschleder” mit in die Tüte gepackt (was ich aber bisher noch nicht probiert habe). Du wirst Dich also noch auf meinen nächsten Bericht freuen dürfen, wenn ich das erste Mal über den Strand oder heimischen Acker schliddern werde.

Ein knappes halbes Jahr ist vergangen und ich will meine Ankündigung halten und etwas vom The Force, dem Arschleder und den Urkräften der Natur schreiben...

Irgendwo auf einer Wiese zwischen Kalifornien und Brasilien (übrigens zwei Ostseebäder) ganz nahe des schönen weißen Strandes habe ich es dann bei Windstärke 4 probiert.

Oh Mann.

Ich hätte alternativ auch losfahrende Autos an zwei Leinen festhalten können. Mit großer Kraft gelang es mir, den Force zu halten (dabei bin ich kräftig mit den Schuhen über den Rasen geschliddert) und nach einigen Minuten sogar sicher zu landen. Danach fühlte ich mich wie in der "Mucki-Bude" und war pitschnass geschwitzt.

Daher also der Name Drachensport.

So werde ich beim nächsten Mal besser an den Sandstrand gehen, das Arschleder montieren und mich lang in den Sand legen... 

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Schon in Kürze wird es weitere Drachen-Fotos im Kite Corner geben und ganz sicher auch weiteren Text rund um den Thunderbird, Rave, .......... schrieb ich hier vor 10 Jahren. Drachenfotos sind einige hinzugekommen, etwas Text auch, aber die Anzahl der Drachen blieb konstant bis heute. Die Drachentasche samt Leinen und sonstigem Zubehör ist schon ein Kaliber geworden.


So hat eine frühe Erkenntnis über die Jahre Bestand:

ausprobieren, ausprobieren, ausprobieren und dann auf die persönlich entdeckten Vorlieben zugeschnittene Qualitätsware kaufen; das ist der richtige Weg.
Qualitätsdrachen von Elliot, HQ, Kitec oder Level One sind nicht billig, aber bestimmt eher ihren Preis wert, als so manches Billigschnäppchen, das mit 10 Euro noch zu teuer ist.

Und wenn Du dann im Urlaub auf ein feines Essen im Restaurant verzichtest, hast Du Deinen Drachen schon wieder raus. 

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